Campus
Vom Rapier in die Köpfe:
1. Europatag an der Uni.2
Wechselnde Farben für die PUTZ?.3
PUTZ goes online.3
Haushaltsdiskussion.4
Ehrenkolloquium für Prof. Klingberg.4
Ein „Think tank“ für die Zukunft:
Australientag an der Uni.5
Euler-Vorlesung 1996 .6
Sollte es nur bey seinem Leben dauern?
Antrittsvorlesung Giersberg.7
Von süßen und grausigen Geheimnissen
Antrittsvorlesung Prof. Stölting.7
Jedem sein eigenes Kunstwerk.8
Die Fusion im Visier.9
Ftauenfreundlicheres Klima schaffen.9
Belastbarkeit der Wirbelsäule.10
Kein Interesse an Austausch.11
Ohne Schauklappen in neue Sphären.... 11
Strukturgleichungsmodelle.12
Welchen Wert hat heute Bildung?.13
Ost und West im Wandel.13
Politikoptionen für die Währungsunion .... 14
Aus dem Senat berichtet.14
Titel:
Kurze Studienzeiten sollen auch künftig Markenzeichen sein. 15/16
Wissenschaft aktuell Erforschung von Fünktionsabläufen
in Pflanzen.16
Internationale Sommerschule:
Ökonomie und Komplexität.18
Studiosi
TUtorien als Starthilfe.19
Unter einem Dach..20
Neuer Fachschaftsrat.20
Zukunftsstandort Potsdam in Gefahr.20
Sprachstudien in den USA.20
„Total begeistert" von Brighton.21
Promotionsstipendium ausgeschneben ..21
Soziologiestudium mit Diplomabschluß .. 22
Soldatenstuben zu Studentenbuden.22
Preis der Hanns Seidel Stiftung.22
In 5 Jahren fast verzehntfacht.22
Studienpreis der Körber-Stiftung.23
Neues Berufsbild in Deutschland?.23
Geld für Hilfskräfte.23
Personalia
Rufe.24
Leiterin des Fontane-Archivs.24
Der Weg zur Einheit.24
Wissenschaftspreis für Prof. Kleger.24
Promotionen.25
Japan.-amerikan. Autorin zu Gast.25
Gast aus Holland.25
Buchtips.26
Kultur.27-30
Sport.31/32
Infothek.31
Impressum.31
VOM PAPIER IN DIE KÖPFE
Zum ersten Europatag an der Uni
Im Mai 1950 verkündete der damalige französische Außenminister Robert Schumann die Bereitschaft seiner Regierung zur gemeinsamen Politik mit der deutschen Seite im Montanbereich. Nur fünf Jahre nach Kriegsende führte dieser sicherheits- und friedensstiftende Plan 1951 in Paris zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Damit schlug die Geburtsstunde der europäischen Einigung auf wirtschaftlichem Gebiet. Die zunächst sechs Staaten riefen 1957 in Rom die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) ins Leben. Mit Inkrafttreten des Vertrages von Maastricht 1993 steht die europäische Integration durch die Errichtung der Europäischen Union (EU) mit ihren derzeit 15 eingebundenen Staaten nun vor neuen Herausforderungen.
Die Vorstellungen allerdings, wie diese Union aussehen und auf welcher Grundlage sie sich vollziehen soll, sind höchst unterschiedlich. Wirtschafts- und Währungsunion, der Beitritt Schwedens, Finnlands und Österreichs zur EU, die Staaten des östlichen Mitteleuropas, die. südlichen Mittelmeeranrainer, die Vereinigten Staaten von Europa“ - das sind Schlagworte, die sich mit dem schnell verändernden Kontinent verbinden. Akzeptanz-, Erklärungsund auch Demokratiedefizite sind bei der Umsetzung des Maastrichter Vertrages nicht selten erlebbar.
Das Land Brandenburg kann bei der Osterweiterung der EU aufgrund seiner geographischen Lage und seiner historischen Traditionen eine wichtige Brückenfunktion übernehmen. Dabei steht nicht zuletzt die Universität Potsdam in der Verantwortung. Die Hochschule entwickelte ein Netz von Beziehungen zu Ländern der EU. Absolvieren doch allein 100 in Potsdam Studierende im akademischen Jahr 1995/96 einen Tteil ihrer Ausbildung im europäischen Ausland oder nehmen dort an Programmen teil. Andererseits studieren 100 Ausländer für kürzere oder längere Zeit in Potsdam. Der polnische TMzeitstudent Robert Sochacki z.B. belegt gegenwärtig die Fächer Germanistik und Geschichte an der Universität Potsdam. Er bedauert, daß sich nach seiner Erfahrung nur relativ wenige Jugendliche, insbesondere in den an Polen grenzenden Ländern, für seine Heimat und deren Geschichte interessieren. Die ge
samte europäische Historie müsse stärker in das Bewußtsein gerückt werden, damit die Menschen mehr Verständnis füreinander aufbringen könnten.
Um einen Beitrag zur öffentlichen Diskussion über die europäische Integration zu leisten, veranstaltete die Universität Potsdam Anfang Mai 1996 ihren 1. Europatag, Die Alma mater beteiligte sich mit der wissenschaftlichen Konferenz an der diesjährigen bundesweiten Europawoche. Der Initiator der Tägung, Prof. Dr. Eckart Klein, Inhaber des Lehrstuhls für Staats-, Völker- und Europarecht an der Uni, übernahm deren wissenschaftliche Leitung, der Potsdamer In- novations- und Technologietransfer (PITT) die Organisation. Die Konferenz verstand sich ausdrücklich nicht in erster Linie als Fachtagung, sondern als offenes Forum für Historiker, Juristen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Studierende sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Rund 140 Tfeil- nehmer fanden den Weg nach Potsdam, um in einen Gedankenaustausch unter dem Motto „Europa auf dem Rapier - Europa in den Köpfen“ zu treten.
„Für viele im Osten wie im Westen war die deutsche Tbilung fest zementiert, Das bedeutete gleichzeitig eine europäische Trennung.“ Zahlreiche kleine Schritte trügen dazu bei, so Klein, diesen Zustand im Denken zu überwinden. Die Tätsache, daß beispielsweise kein Rechtsgebiet vom Europarecht unbeeinflußt bleibe, müsse in den Lehrveranstaltungen der Juristen-Ausbildung stärkere Berücksichtigung finden. Auch wenn noch nicht alle Träume erfüllt seien, würde unser Leben viel stärker von Europa geprägt, als wir es uns vielfach vergegenwärtigten.
Wenn von Europa die Rede sei, würden nach Erfahrungen der ehemaligen Ministerpräsidentin Polens, Dr. Hanna Sucho- cka, dabei oftmals die östlichen Länder vernachlässigt. Sie beobachte voneinander abweichende Sichtweisen diesbezüglich in Ost- bzw. Westdeutschland. „Wir müssen uns kennenlernen“, so ihre Schlußfolgerung. Die Staatssekretärin
Mußten in den fünfziger Jahren Touristen und Dienstreisende Einreise- und Transitvisa beim Überqueren europäischer Grenzen vorlegen, so ist dafür heute oftmals nicht einmal mehr der Europa-Paß erforderlich. Foto: zg
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PUTZ 5/96