APPELL AN DIE FÜRSORGEPFLICHT
Rektor demonstrierte vor Landtag: HEP-Stellen in den Haushalt
Die Lage ist dramatisch: Die Haushaltskrise hat den Ausbau der Hochschulen im Lande Brandenburg praktisch zum Stillstand kommen lassen. Dies ist besonders an der Universität Potsdam mit ihren mittlerweile rund 8.500 immatrikulierten Studierenden schlimm. Doch zeichnete sich vor vier Wochen noch Schlimmeres ab: Schien doch die Haushaltskrise auch dazu zu führen, daß noch nicht einmal die durch das Hoch- schulemeuerungsprogramm HEP bis Ende 1996 finanzierten Stellen durch die Inanspruchnahme eines Aufwuchses umfinanziert werden könnten. Dies hätte für die Potsdamer Universität einen massiven Eingriff in den Bestand bedeutet, der die Substanz dieser Universität gefährden würde. Außerdem erklärten sich das Rektorat und der Senat der Hochschule in einem solchen Fälle nicht mehr in der Lage, eine durchweg ordnungsgemäße Fortführung des Studiums zu ermöglichen und zu garantieren.
Campus
Appell an die Fürsorgepflicht.2
Studenten kämpften für HEP-Stellen.3
Algebraische Tradition in Potsdam.3
5 Jahre Universität Potsdam.4
Profüsetzung ja, aber sinnvoll.4
Ehrendoktor für Arnold Paucker.5
Volksbank Berlin Förderpreis.5
Internationales Studium in Deutschland .. 6
Belarussische Experten.6
„Live at five“ jetzt aus Berlin und Golm.7
Das EU-Infomobil kam.7
Kooperation zwischen UVB und Uni.9
Geldspende der Commerzbank.9
Wygotski war seiner Zeit weit voraus .... 10
Rißball zur Gewaltregulierung?.10
Kurt lücholsky-Vörtragsreihe.11
Antrittsvorlesung Prof. Bittmanns.12
Eine Perspektive für jeden.12
Nachwuchs nutzt Spitzentechnologie ... 13
Mythos, Skandal und Geschichte.13
Sanierung in vollem Gange.14
Aus den Augen, aus dem Sinn?.14
Baume widerspiegeln die Seele.15
Exkursion nach Polen .16
Uni-Stand beim „Broadwayfest“.16
Aus dem Senat berichtet.16
Der Senat protestiert.17
Es wurde gewählt.17
Im Gespräch:
Auf dem Campus aufgeschnappt.8/9
Titel:
Das Uni-Sommmerfest ’96.18-20
Wissenschaft aktuell
Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate.21
Kein Fair Play um Genkartoffeln.22
Studiosi
Radfahren verboten?.22
Jurastudenten beurteilten Dozenten.23
Es mehren sich die Studjenstiftler.23
Reale Probleme mit dem Virtuellen.24
Ab Herbst Verwaltungswissenschaften. 24
„Studentenexpress" im l-Std.-Täkt.25
Umweltträgerkarte.25
Personalia
Promotionen.26
Habilitation.26
Sprachpreis für Prof. Eisenberg.26
Schellnhuber wiedergewählt.26
180.000 DM für Dr. Haney.26
1,8 Mio. DM für Prof. Krügers AG.26
Amerikanischer Chaosforscher.26
Zusammenarbeit steht obenan.27
Mathematische Kooperation in Aktion... 27 Im Interesse der Kinder.27
Buchtips.28
Kultur.29
Sport.29
Infothek.30/31
Impressum.31
Auf diese Situation wollte eine Abordnung der bislang noch über das HEP finanzierten Mitarbeiter der Potsamer Universität mit einer Demonstration vor dem Landtag öffentlich aufmerksam machen. Zu dieser Abordnung gehörten unter anderem als direkt Betroffene der Rektor, Prof. Dr. Wolfgang Lo- schelder, die Prorektorin für Entwicklungsplanung und Finanzen, Prof. Dr. Helene Harth, der Dekan der Philosophischen Fakultät I, Prof. Dr. KnutKiesant, der Historiker und Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam, Prof. Dr. Julius H. Schoeps, sowie Prof. Dr. Detlev W Belting aus der Juristischen Fakultät. Sie alle plazierten sich vor dem Beginn der Landtagssitzung am Mittwoch, den 12. Juni 1996, vor dem Landtag und appellierten an die Fürsorgepflicht der Abgeordneten des Landtages sowie der Landesregierung.
An der Universität Potsdam sind insgesamt 16 Professorenstellen und 17 Mitarbeiterstellen über das HEP finanziert. Dieses
Hochschulerneuerungsprogramm läuft
1996 aus. Seine Umfinanzierung war zunächst im Entwurf des Landeshaushaltes
1997 noch nicht sichergestellt. Die Zielsetzung des HEP richtete sich darauf, durch die Bereitstellung von Bundesmitteln den Aufbau des Hochschulwesens in den neuen Bundesländern anzuschieben und zu beschleunigen. Geschäftsgrundlage zwischen den Beteiligten ist es dabei gewesen, die auf diese Weise geschaffenen Strukturen im Rahmen der genehmigten Ausbauplanung des Landes auf Dauer sicherzustellen. Hätten nun die Personalstellen und die Mittel für studentische Hilfskräfte ab 1997 in Höhe von 4,84 Mio. DM nicht umfinanziert werden können, wäre in den betroffenen Einrichtungen an der Universität Potsdam eine ordnungsgemäße Fortführung des Studiums nicht mehr möglich gewesen. Die Universität hat im Vertrauen auf die vom zuständigen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) genehmigte Struktur und im Rahmen des mit dem Ministerium abgestimmten und
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In tiefer Sorge um die Zukunft demonstrierte eine Abordnung der über HEP und der über WIP (das sogenannte „Wissenschaftler-Integrations-Programm “) finanzierten Mitarbeiter der Potsdamer Universität vor dem Landtag. Wissenschaftsminister Steffen Reiche (Vierter von links) sagte zumindest für die HEP-Angelegenheit volle Unterstützung zu. Foto: Fritze
PUTZ 6/96
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