INNERHALB DER REGELSTUDIENZEIT KEINE ZINSEN
Neues zum BAföG
Rund 20 Prozent der Uni-Studierenden sind in Deutschland BAföG-berechtigt. Die Zahl der BAföG-Bezieher nimmt bundesweit ständig ab. Nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg wurden 1991 noch 22.632 Schüler und Studierende Brandenburgs finanziell gefördert. 1995 verringerte sich deren Zahl auf 13 648. Die BAföG-Leistungen betrugen 1995 insgesamt 51,6 Millionen DM, das sind 4,2 Millionen DM (7,6 Prozent) weniger als im Vorjahr.
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Mit Wirkling vom 1. August 1996 trat nun das 18. BAföG-Änderungsgesetz in wesentlichen "feilen in Kraft. Damit sind verbindliche Festlegungen zu heiß Diskutiertem getroffen. Entgegen ursprünglichen Planungen müssen die Studierenden für den 50prozentigen Darlehensanteil der Förderung während der Regelstudienzeit keine Zinsen zahlen. Erst beim Überschreiten dieser Zeit wird das gesamte BAföG als Bankdarlehen zu marktüblichen Zinsen vergeben. Diesen Kompromiß handelten Bund und Länder im Sommer aus. Bundesforschungsminister Dr. Jürgen Rüttgers betrachtet diese Entscheidung als „Einstieg in eine leistungsorientierte Verzinsung" . Der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Prof. Dr. Friedrich Buttler, bedauert es, daß nicht alle Forderungen der Länder durchgesetzt werden konnten. Er verweist jedoch auf den Übergangscharakter der Novelle.
In der Regelung wurde weiter festgelegt, die absoluten Freibeträge zum Herbst 1996 um durchschnittlich zwei Prozent zu erhöhen. Außerdem ist zum Herbst 1998 eine Zwischenanpassung um durchschnittlich
ein Prozent vorgesehen. Bund und Länder sparen durch die Novelle bis 1999 mehr als eine Milliarde Mark. Studentenverbände kritisierten die Kopplung der Förderung an Regeistudienzeiten. Diese seien nach ihren Erfahrungen wegen der Überfüllung von Hochschulen und aus anderen Gründen nicht einzuhalten.
Gregor Schliepe vom Studierendenrat der Universität Potsdam nennt zwei Veränderungen der Novelle, die „uns Studierenden schwer zu schaffen machen werden". Zum einen sei dies die Verkürzung der Förderhöchstdauer für zahlreiche Studiengänge auf neun Semester ohne die genngsten Veränderungen in entsprechenden Studienordnungen oder anderen Rahmenbedingungen. Hier verdeutliche sich seiner Meinung nach, daß „ 'Durchschnittswerte' wohl auch in Zukunft immer anhand der angeblichen Zahlungsfähigkeit der Bundesregierung, nie aber an den wirklichen Erfordernissen des Studiums ermittelt werden". Zum anderen empfindet der Geowissenschaften und Geschichte Studierende die Neuregelung zur Förderung über die Förderhöchstdauer hinaus als noch ungerechter. So hätten jene
Mit oder ohne BAföG zum gefüllten Portemonnaie? Foto: zg.
Nachteile, die aus wichtigen Gründen, wie Geburt und Erziehung ihrer Kinder, Fachrichtungswechsel oder Gremienarbeit, ihr Studium verlängern müssen. Wenn sie ihr Studium beenden wollen, müßten sie ein vollverzinsliches Bankdarlehen aufnehmen. „Damit wird sowohl Studierenden aus finanzschwachen Elternhäusern die Chance genommen, neben dem Studium ihre eigene Identität zu entwickeln, als auch einer Vollverzinsung des BAföG-Darlehens in künftigen BAföG-Novellen Tür und Tbr geöffnet. “ Gregor Schliepe geht davon aus, daß er sich in absehbarer Zeit eine Alternative zum BAföG suchen muß, um weiterstudieren zu können.
Eine umfassende Reform der Ausbildungsförderung soll bis zum Herbst 1998 erfolgen. Ziel dieser Strukturnovelle ist nach Aussagen der Regierungschefs von Bund und Ländern die Herstellung von Verteilungsgerechtigkeit in der Studienfinanzierung unter allen Studierenden. B.E.
BÜCHER IN BEWEGUNG
Studentische Buchhandlung in Babelsberg
Gerade rechtzeitig zum Studienjahresbeginn wurde der Ausbau fertig. Seit dem 1. Oktober 1996 gibt es auf dem Campus Park Babelsberg im Foyer der Mensa nun eine studentische Buchhandlung. Wieso studentisch? Ganz einfach: Als Studenten wissen die Betreiber, wie wichtig es ist, neben dem Studium die notwendige Literatur möglichst unkompliziert zu beziehen. Zudem ist ihnen auch bekannt, was Literatur kostet. Deswegen planen sie die Einrichtung einer Börse für gebrauchte Studienliteratur als preiswerte Alternative zu neuen Büchern. Wer einschlägige Titel abgeben möchte, kann seine Bücher in Kommission geben und erhält das Geld, wenn sie verkauft werden. Außerdem steht ein interessantes Angebot von preisreduzierten Büchern aus allen Bereichen des Buchmarkts zur Verfügung. Der studentische Buchladen im Park Babelsberg ist montags bis freitags von 9.00 bis 16.00 Uhr geöffnet und telefonisch unter 0331/977 4435 erreichbar. BB
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GEGEN HUNGER UND DURST
Auf einer Verkaufsfläche von 180m 2 bietet der Mitte Juni 1996 auf dem Gelände des Uni-Komplexes Golm neu eröffnete Laden ein reichhaltiges Angebot. Damit gibt es auch dort nun wieder die Gelegenheit für Mitarbeiter und Studierende, sich mit Waren des täglichen Bedarfs zu versorgen. Fhsch belegte Brötchen, warme Würstchen oder heißer Kaffee warten ebenso auf durstige und hungrige Kunden. Einkäufe sind montags bis freitags von 8.30 bis 18.00 Uhr möglich. Die Geschäftsinhaber, gleichfalls Betreiber der Verkaufsstelle Am Neuen Palais, Petra und Rainer Walczak, sind Mitarbeitern der Universität Potsdam für deren Unterstützung dankbar. B.E./ Foto: Firitze
PUTZ 7/96
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