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(1.1.2019) 07
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INNERHALB DER REGELSTUDIENZEIT KEINE ZINSEN

Neues zum BAföG

Rund 20 Prozent der Uni-Studierenden sind in Deutschland BAföG-berechtigt. Die Zahl der BAföG-Bezieher nimmt bundesweit ständig ab. Nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg wurden 1991 noch 22.632 Schüler und Studierende Brandenburgs finanziell gefördert. 1995 verringerte sich deren Zahl auf 13 648. Die BAföG-Leistungen betrugen 1995 insgesamt 51,6 Millionen DM, das sind 4,2 Millionen DM (7,6 Prozent) weniger als im Vorjahr.

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Mit Wirkling vom 1. August 1996 trat nun das 18. BAföG-Änderungsgesetz in wesentlichen "feilen in Kraft. Damit sind verbindliche Fest­legungen zu heiß Diskutiertem getroffen. Entgegen ursprünglichen Planungen müs­sen die Studierenden für den 50prozentigen Darlehensanteil der Förderung während der Regelstudienzeit keine Zinsen zahlen. Erst beim Überschreiten dieser Zeit wird das gesamte BAföG als Bankdarlehen zu markt­üblichen Zinsen vergeben. Diesen Kompro­miß handelten Bund und Länder im Sommer aus. Bundesforschungsminister Dr. Jürgen Rüttgers betrachtet diese Entscheidung als Einstieg in eine leistungsorientierte Verzin­sung" . Der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Lan­des Brandenburg, Prof. Dr. Friedrich Buttler, bedauert es, daß nicht alle Forderungen der Länder durchgesetzt werden konnten. Er verweist jedoch auf den Übergangscharak­ter der Novelle.

In der Regelung wurde weiter festgelegt, die absoluten Freibeträge zum Herbst 1996 um durchschnittlich zwei Prozent zu erhö­hen. Außerdem ist zum Herbst 1998 eine Zwischenanpassung um durchschnittlich

ein Prozent vorgesehen. Bund und Länder sparen durch die Novelle bis 1999 mehr als eine Milliarde Mark. Studentenverbände kritisierten die Kopplung der Förderung an Regeistudienzeiten. Diese seien nach ihren Erfahrungen wegen der Überfüllung von Hochschulen und aus anderen Gründen nicht einzuhalten.

Gregor Schliepe vom Studierendenrat der Universität Potsdam nennt zwei Veränderun­gen der Novelle, dieuns Studierenden schwer zu schaffen machen werden". Zum einen sei dies die Verkürzung der Förder­höchstdauer für zahlreiche Studiengänge auf neun Semester ohne die genngsten Verän­derungen in entsprechenden Studienord­nungen oder anderen Rahmenbedingungen. Hier verdeutliche sich seiner Meinung nach, daß 'Durchschnittswerte' wohl auch in Zu­kunft immer anhand der angeblichen Zah­lungsfähigkeit der Bundesregierung, nie aber an den wirklichen Erfordernissen des Studiums ermittelt werden". Zum anderen empfindet der Geowissenschaften und Ge­schichte Studierende die Neuregelung zur Förderung über die Förderhöchstdauer hin­aus als noch ungerechter. So hätten jene

Mit oder ohne BAföG zum gefüllten Porte­monnaie? Foto: zg.

Nachteile, die aus wichtigen Gründen, wie Geburt und Erziehung ihrer Kinder, Fach­richtungswechsel oder Gremienarbeit, ihr Studium verlängern müssen. Wenn sie ihr Studium beenden wollen, müßten sie ein vollverzinsliches Bankdarlehen aufnehmen. Damit wird sowohl Studierenden aus fi­nanzschwachen Elternhäusern die Chance genommen, neben dem Studium ihre eige­ne Identität zu entwickeln, als auch einer Vollverzinsung des BAföG-Darlehens in künf­tigen BAföG-Novellen Tür und Tbr geöffnet. Gregor Schliepe geht davon aus, daß er sich in absehbarer Zeit eine Alternative zum BAföG suchen muß, um weiterstudieren zu können.

Eine umfassende Reform der Ausbildungs­förderung soll bis zum Herbst 1998 erfol­gen. Ziel dieser Strukturnovelle ist nach Aussagen der Regierungschefs von Bund und Ländern die Herstellung von Ver­teilungsgerechtigkeit in der Studienfinan­zierung unter allen Studierenden. B.E.

BÜCHER IN BEWEGUNG

Studentische Buchhandlung in Babelsberg

Gerade rechtzeitig zum Studienjahres­beginn wurde der Ausbau fertig. Seit dem 1. Oktober 1996 gibt es auf dem Campus Park Babelsberg im Foyer der Mensa nun eine studentische Buchhandlung. Wieso studentisch? Ganz einfach: Als Studenten wissen die Betreiber, wie wichtig es ist, ne­ben dem Studium die notwendige Literatur möglichst unkompliziert zu beziehen. Zu­dem ist ihnen auch bekannt, was Literatur kostet. Deswegen planen sie die Einrich­tung einer Börse für gebrauchte Studien­literatur als preiswerte Alternative zu neuen Büchern. Wer einschlägige Titel abgeben möchte, kann seine Bücher in Kommission geben und erhält das Geld, wenn sie ver­kauft werden. Außerdem steht ein interes­santes Angebot von preisreduzierten Bü­chern aus allen Bereichen des Buchmarkts zur Verfügung. Der studentische Buchladen im Park Babelsberg ist montags bis freitags von 9.00 bis 16.00 Uhr geöffnet und telefo­nisch unter 0331/977 4435 erreichbar. BB

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GEGEN HUNGER UND DURST

Auf einer Verkaufsfläche von 180m 2 bietet der Mitte Juni 1996 auf dem Gelände des Uni-Komplexes Golm neu eröffnete Laden ein reichhaltiges Angebot. Damit gibt es auch dort nun wieder die Gele­genheit für Mitarbeiter und Studierende, sich mit Waren des täglichen Bedarfs zu versorgen. Fhsch belegte Brötchen, warme Würstchen oder heißer Kaffee warten ebenso auf durstige und hungrige Kunden. Einkäufe sind montags bis freitags von 8.30 bis 18.00 Uhr möglich. Die Geschäftsinhaber, gleichfalls Betreiber der Verkaufsstelle Am Neuen Palais, Petra und Rainer Walczak, sind Mitarbeitern der Universität Potsdam für deren Unterstützung dankbar. B.E./ Foto: Firitze

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