MARKTORIENTIERTES UMWELTMANAGEMENT BEI KLEIN- UND MITTELSTÄNDISCHEN UNTERNEHMEN
Empirisches Gemeinschaftsprojekt von Potsdamer und Chemnitzer Studierenden
Unternehmen und Umweltschutz markieren längst keine unversöhnlichen Gegensätze mehr. Allerdings stellt die konsequente Umsetzung der ökologischen Anforderungen von Markt, Politik und Gesellschaft insbesondere für klein- und mittelständische Unternehmen nicht zuletzt wegen der oft unzureichenden Finanz- und Personaldecke eine umfassende Herausforderung dar. Die in der betrieblichen Praxis bestehenden Möglichkeiten und Grenzen eines marktorientierten Umweltmanagements bei Unternehmen kleiner und mittlerer Größe standen im Mittelpunkt einer von Potsdamer und Chemnitzer Marketing-Studenten im vergangenen Sommersemester gemeinsam realisierten empirischen Studie.
Diese im Einzugsgebiet beider Universitätsstandorte durchgeführte Befragung von jeweils ca. 50 Unternehmen stellte den empirischen Bestandteil eines gemeinsam vom Lehrstuhl für Marketing von Prof. Cornelia Zanger an der Tfechnischen Universität Chemnitz-Zwickau und dem Bereich für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing von Prof. Dr. Ingo Balderjahn an der Universität Potsdam durchgeführten Marktforschungspraktikums dar, das als Lehrveranstaltung für Studenten im Hauptstudium im Vertiefungsfach Marketing angeboten wird, Das Untersuchungsdesign sah eine persönliche Befragung auf der Basis eines weitgehend standardisierten Fragebogens vor. Interviewpartner in den Unternehmen waren überwiegend Mitglieder der Geschäftsführung und, soweit in den betreffenden Unternehmen vorhanden, Umweltschutzbeauftragte als Experten in Fragen des Umweltmanagements.
Einen wesentlichen inhaltlichen Schwerpunkt der Studie markierte die Abfrage der von den Unternehmen wahrgenommenen ökologischen Betroffenheit, die zum einen in bezug auf konkrete ökologische Problemlagen wie Abfallproblematik der Altlasten operationalisiert, zum anderen in bezug auf
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In Chemnitz fand der erste von zwei gemeinsamen Workshops im Rahmen eines Kooperationsprojektes der Bereiche Marketing der Universitäten Potsdam und Chemnitz-Zwickau statt. Unser Foto zeigt die Tbilnehmez vor einem Lehrgebäude-der TU Chemnitz. Foto: zg.
die subjektiv wahrgenommene Betroffenheit durch verschiedene Anspruchsgruppen im Unternehmensumfeld (Konsumenten, industrielle Abnehmer, Banken, Anwohner, Umweltschutzgruppen etc.) thematisiert wurde. Zu den weiteren Schwerpunkten der Befragung zählten die von den Unternehmen bereits implementierten bzw. geplanten Umweltschutzmaßnahmen sowie die zugrundeliegenden Motive und vor allen Dingen auch Hindernisse eines umfassenden Umweltmanagements.
Die Koordination der einzelnen, parallel in Potsdam und Chemnitz durchzuführenden Tfeilschritte der Erhebung machten im Verlauf der Kooperationsveranstaltung zwei gemeinsame Arbeitstreffen erforderlich. Gegenstand des ersten Workshops, der Ende April an der Technischen Universität Chemnitz stattfand, war die Entwicklung eines einsatzfähigen Fragebogens. Im Wechsel von arbeitsintensiver Kleingruppenarbeit und Präsentationen und Diskussionen der Arbeitsgruppenergebnisse im Plenum erarbeiteten sich die Studenten in zweieinhalb lägen weitgehend selbständig die relevanten Fragenkomplexe für die Unternehmensbefragung, formulierten die zentralen forschungsleitenden Hypothesen und operationalisierten die entsprechenden theoretischen Konstrukte für den Fragebogen.
Nach dem erfolgreichen Abschluß der parallel von beiden Studentengruppen in Potsdam und Chemnitz realisierten Unter
nehmensbefragung fand schließlich ein zweitägiger Gegenbesuch der Chemnitzer Studenten statt. Auf diesem zweiten Workshop wurden die ersten vorläufigen Ergebnisse der Potsdamer und Chemnitzer Tfeil- studien referiert und diskutiert sowie die geplante gemeinsame Abschlußdokumentation des Projekts, die im Herbst veröffentlicht werden soll, vorbereitet.
Ungeachtet des insgesamt sehr positiven Verlaufs des Kooperationsprojektes sei abschließend noch ein kleiner Wermutstropfen angemerkt. Die Gewährung von Exkursionsbeihilfen, die die gemeinsame Ausrichtung der Veranstaltung in diesem Stil erst emöglichten, gestalten sich zumindest für die Potsdamer in der Praxis derart langwierig und vom Ergebnis her unbefriedigend, daß zukünftige Exkursionsprojekte vor dem Hintergrund der diesjährigen Erfahrungen vermutlich seltener werden dürften. Die Leidtragenden sind die Studenten.
S.W.
NOCH CHANCEN
Die diesjährige Bewerbungsrunde für Studienaustauschplätze an den Partnerhochschulen der Universität Potsdam in Kanada, den USA, Australien, Westeuropa sowie Mittel- und Osteuropa läuft. Bewerbungsinformationen und Unterlagen sind im Akademischen Auslandsamt der Um, Tfelefon 0331/977-1702, erhältlich. Bewerbungsschluß ist der 25. Okt. 1996. ab
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