EINEM „DER GROSSEN ALTEN MÄNNER" DER UNIVERSITÄT
Am 1 7 . August 1996 feierte Prof. Dr. Gerhard Kempter (rechts) seinen 65. Geburtstag. Er ist seit 1965 Professor für Organische Chemie und fungierte von 1990 bis 1995 als Prorektor für Forschung und stellvertretender Gründungsrektor der Brandenburgischen Landeshochschule und der Universität Potsdam. Vor dem Hintergrund seiner Verdienste, vor allem während der stürmischen Aufbauzeit der Universität, nahm der Rektor, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder (links), den runden Geburtstag Prof. Rempters zum Anlaß, zu einem kleinen Empfang in den Großen Senatssaal einzuladen. Mitglieder der Universität sowie Vertreter aus Wirtschaft, Politik und von den außeruniversitären Kooperationspartnern ließen sich das nicht zweimal sagen und erschienen zahlreich, um dem Geburtstagskind zu gratulieren. So befanden sich unter der Gästeschar der wissenschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dr. Markus Vette, der ehemalige Wissenschaftsminister und FDP- Landesvorsitzende, Hinrich Enderlein, und die Gründungssenatorin und Ehrendoktorin der Universität, Prof. Dr. Gisa Rauh ■ um nur einige wenige Namen zu nennen. Wolfgang Loschelder dankte dem Geburtstagskind als einem „der großen alten Männer dieser Universität“ für sein Engagement beim Aufbau der Hochschule und erinnerte sich, daß Gerhard Kempter auch vor unangenehmen Aufgaben nie zurückgeschreckt sei. Kempter seinerseits betonte in seinen Dankesworten, daß eine Tätigkeit im Rektorat der Landeshochschule und anschließend der neugegründeten Universität für ihn und den ehemaligen Rektor, Prof. Dr. Rolf Mitzner, zwar nicht vorgesehen gewesen wäre: „Doch nachdem wir einmal gesprungen waren, mußten wir auch schwimmen und sind froh, ans Ufer gekommen zu sein." Seine Freude, nach fünf Jahren wieder in die Chemie zurückkehren zu können, sei jedenfalls groß gewesen. Hg./Foto: Fritze
Enge Zusammenarbeit von Sprachwissenschaftlern erfährt auch finanzielle Anerkennung
Mit 175.000 Gulden fördert die niederländische Regierung in den nächsten drei Jahren die Zusammenarbeit der niederländischen Linguistik mit Sprachwissenschaftlern in Potsdam und Berlin. Die Zusammenarbeit wird finanziert aus einem Sonderprogramm der Nederlandse Orga- nisatie voor Wetenschappelijke Onder- zoek (NWO), dem niederländischen Pendant zur Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Ziel des Sonderprogrammes ist es, den Großforschungseinrichtungen der Niederlande zu ermöglichen, insbesondere innerhalb Europas Kontakte zu führenden Instituten mit ähnlichem Forschungsprofil auszubauen, Die Fördermittel ermöglichen gemeinsame Konferenzen und den Austausch von Wissen-
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schaftlern und graduierten Studierenden. Die Bewilligung geht an Holland Institute of Linguisties (HIL), vergleichbar einem deutschen Sonderforschungsbereich, und an LOT, dem niederländischen Graduiertenkolleg für Linguistik. Federführend in der Kooperation auf deutscher Seite ist das Innovationskolleg „Formale Modelle kognitiver Komplexität“ der Universität Potsdam, zweiter Partner ist das Graduiertenkolleg „Ökonomie und Komplexität der Sprache" der Universität Potsdam und der Humboldt-Universität zu Berlin. Initiiert wurde die Kooperation von Prof. Dr. Eric Reuland, Utrecht, und Prof. Dr. Gisbert Fanselow, Potsdam. Für den Herbst ist eine erste gemeinsame Arbeitstagung vorgesehen, die voraussichtlich in Potsdam stattfinden wird. zg.
Preis der „Leopoldina" an Schulz
Dr. Burkhard Schulz, der stellvertretende Leiter der an der Universität Potsdam innerhalb des Wissenschaftler-Integra- tionsprogramms (WIP) angesiedelten Forschungsgruppe „Dünne Organische Schichten“, wurde mit einem Preis der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina ausgezeichnet.
In den Räumen der Akademie in Halle erhielt er einen Förderpreis „zur Unterstützung zukunftsträchtiger wissenschaftlicher Projekte an Institutionen in den neuen Bundesländern" , der ihm einen sechsmonatigen Forschungsaufenthalt an einer „herausragenden Institution“ in den alten Bundesländern, Westeuropa oder den USA ermöglicht in Höhe von DM 21.000. Außerdem wird sein Projekt an der Universität Potsdam für weitere sechs Monate Sachmittelzuwendungen erhalten.
Die „Leopoldina" möchte damit die von Dr. Burkhard Schulz betriebene Arbeit zum Thema „Herstellung und Charakterisierung hochgeordneter Strukturen auf der Basis niedermolekularer und polymerer aromatischer 1,3,4-Oxadiazole durch organische Molekularstrahlabscheidung“ unterstützen.
Diese Arbeit, die sich in die Gesamtforschungskonzeption des Instituts für Festkörperphysik der Universität Potsdam einfügt, hat die Aufklärung von Struktur- Eigenschaftsbeziehungen funktionalisier- ter geordneter organischer Schichten zum Ziel und soll Beiträge zur Entwicklung neuer Materialien für die Mikroelektronik, die Optoelektronik und die Mikrosensorik liefern. Um diesem Ziel näher zu kommen, möchte Burkhard Schulz den von der „Leopoldina“ finanzierten sechsmonatigen Forschungsaufenthalt gerne am Kansai Advanced Research Center des Communications Research Laboratory in Japan verbringen. Hg.
Runder Geburtstag
Kürzlich beging Prof. Dr. em. Dora Hujer ihren 90. Geburtstag. Die Jubilarin leitete von 1954 bis 1967 den Wissenschaftsbereich Deutschmethodik an der damaligen Pädagogischen Hochschule Potsdam. As Nestorin der Deutschmethodik in der DDR nahm sie durch ihre Fachkompetenz maßgeblichen Einfluß auf die Entwicklung des Deutschunterrichts. International wurde sie durch ihre wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet des sprachlichen Ausdrucks bekannt, die heute einen wichtigen Platz in der Geschichte des Deutschunterrichts einnehmen. K.Z.
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