INFOTHEK
Gast aus Japan
Prof. Dr. Sakae Sano von der Ehime University auf Shikoku in Japan ist für zehn Monate Gast am Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam. Sano spezialisierte sich seit seiner Dissertation auf die Gesteine des oberen Mantels und Produkte seiner Tteüschmelzen. Dabei hat er Ophiolithe und Peridotite vorwiegend aus Japan aber auch aus Neuseeland und Pakistan petrologisch, geochemisch und isotopengeochemisch bearbeitet. Zur Zeit führt Sano Studien über den Transfer von Blei und anderen hochinkompatiblen Elementen von der ozeanischen Kruste in die Inselbogenvulkanite Shikokus durch. Seinen Aufenthalt in Europa wird er zu weiteren gemeinsamen petrologischen Studien an Mantelderivaten nutzen. geo
Der Rohstoff „Ideen"
„Erst patentieren, dann publizieren“, rät Dr. Andreas Bohlen vom Potsdamer Innovationsund Tfechnologietransfer PITT der Universität Potsdam. Noch immer würden deutsche Hochschullehrer und Diplomanden viel zu selten als Erfinder erscheinen, obwohl die Ergebnisse von Forschungsprojekten Diplomarbeiten oftmals durchaus neu, erfinderisch und auch gewerblich anwendbar seien, also alle Kriterien für einen Patentschutz erfüllten. Ein Grund hierfür läge in dem Drang, zum frühestmöglichen Zeitpunkt Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit zu veröffentlichen. Das sowie die Einordnung der Diplomarbeit in das Bibliotheksystemschaffe allerdings patentrechtiich verbrannte Erde. Dr. Bohlen unterhält deshalb Kooperationsbeziehungen zu Patentanwälten, die Patentanmeldungen in kurzer Zeit ausarbeiten und beim Patentamt anmelden würden. Er weist darauf hin, daß auch ein finanzieller Zuschuß in Höhe von DM 2.000,- vom Land Brandenburg beigesteuert werden könnte. Weitere Informationen bei Dr. Andreas Bohlen unter Tbl. -1119. zg.
Markl neuer MPG-Präsident
Der Zoologe und Verhaltensforscher Prof. Dr, Hubert Markl, der von der Max-Planck- Gesellschaft zu ihrem neuen Präsidenten gewählt wurde, hat sein Amt mittlerweile angetreten. Er folgte damit dem Sozialrechtswissenschaftler Prof. Dr. Hans Zacher nach, der die Forschungsgesellschaft sechs Jahre lang geleitet hatte, Zacher stand zu einer Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Er machte sich vor allem in den neuen Bundesländern verdient, wo es ihm gelang, trotz knapper Mittel zwölf Max- Planck-Institute zu gründen, Drei davon wollen sich neben dem Campus der Universität Potsdam in Golm ansiedeln, mt.
PUTZ 7/96
Grunwald neuer DFG-Generalsekretär
Der Generalsekretär der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Burkhart Müller, trat in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Dr. Reinhard Grunwald, bisher Administrativer Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Er engagierte sich unter anderem als Berater der Akademie der Wissenschaften der DDR bei der Überleitung der Akademieinstitute in ihre jetzigen Rechtsformen und war Mitinitiator der Koordinierungs- und Abwicklungsstelle (KAI) in Berlin. Ferner arbeitete er beim Aufbau des Europäischen Fusionsexperiments (Joint European Torus - JET) in Culham/Oxford und beim Aufbau der ersten Forschungseinheit von INSERM (Institut National de la Sante et de la Recherche Medicale) außerhalb Frankreichs in Heidelberg mit. mt.
Neue DFG-Vizepräsidenten
Die Mitgliederversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im Rahmen der DFG-Jahresversammlung in Leipzig zwei neue Vizepräsidenten in das Präsidium der DFG gewählt. An die Stelle von Prof. Dr. Sigrid Peyerimhoff tritt Prof, Dr. Jürgen Mlynek (Physik), Universität Konstanz; an die Stelle von Prof. Dr, Rudolf Cohen tritt Prof. Dr. Rüdiger Wolfrum (Max- Planck-Institut für Ausländisches Öffentliches Recht und Völkerrecht), Heidelberg. Prof. Dr. Karl-Hermann Meyer zum Bü- schenfelde (Innere Medizin), Universität Mainz, und Prof. Dr. Widmar Tänner (Biologie), Universität Regensburg, wurden für eine zweite Amtsperiode von drei Jahren als Vizepräsidenten bestätigt. pm.
Auf dem Weg in die USA
Mehr als 200 deutsche Fulbright-Stipendiaten sind derzeit auf dem Weg in die USA. An mehr als einhundert amerikanischen Universitäten werden die Stipendiaten ihr Fachwissen vertiefen und zugleich als inoffizielle Botschafter ihres Landes dazu beitragen, das Deutschlandbild in der jeweiligen Region mit zu prägen.
Zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Fulbright-Kommission wurde für das akademische Jahr 1996/97 auch eine Fül- bright-Ehrenprofessur für Deutschlandstudien an der Vanderbilt University in Tbnnes- see vergeben. Die letztjährige Ausschreibung war von Professoren der Sozial- und Politikwissenschaften sehr positiv aufgenommen worden. Diesmal sind auch Professoren der Rechtswissenschaft angesprochen. Bewerbungsunterlagen können bei der Fülbright-Kommission, Theaterplatz la, 53 177 Bonn, angefordert werden. fk.
„Irreversible" Schädigung
Die Mitglieder der Berlin-Brandenburgi- schen Akademie der Wissenschaften haben sich in ihrer letzten Vollversammlung mit den Mittelkürzungen in den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Lehre befaßt. Mit großer Sorge haben sie festgestellt, daß zur Zeit in der Bundesrepublik Deutschland, besonders aber in dem die Akademie tragenden Raum Berlin-Brandenburg, Entscheidungen getroffen werden, die vor allem die Universitäten, aber auch andere Einrichtungen der Forschung und der Lehre in irreversibler Weise zu schädigen drohen. Der Schaden wird nicht nur die heute Studierenden, sondern auch die folgenden Generationen treffen und unser aller Zukunft gefährden. Um solche Folgen abzuwenden, sah sich die Akademie veranlaßt, öffentlich zu erklären, daß an die Stelle einer besonnenen und auf das Notwendige beschränkten Sparpolitik nicht planlose und in ihren Folgen nicht ausreichend bedachte Abbaumaßnahmen treten dürften: „Eine dramatische Situation ergibt sich, wenn aufgrund des Abzugs flexibler Mittel die Hochschulen gezwungen werden, die Förderung des wissenschaftlichen und technischen Nachwuchses nahezu völlig einzustellen, während das öffentliche Dienstrecht alle Dauerbeschäftigten unterschiedslos schützt. Hier entstehen Schäden, die weit über schwere Verluste an Lehr- und Forschungskapazität hinausreichen, weil, wie bei unzureichender Ausbildung der Nachwuchskräfte für Industrie, Handwerk und Handel einer großen Zahl junger Menschen die Chancen genommen werden, sich für Leistungen zu qualifizieren, die die Zukunft der gesamten kommenden Bevölkerung und überdies die Renten der heute Lebenden sichern müssen.“ Äk.
IMPRESSUM ISSN 0947-16S0
PUTZ. Die Potsdamer Universitätszeitung
Herausgeber: Der Rektor der Universität Potsdam ,
Prof. Dr. Wolfgang Loschelder
Redaktion: Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Myriam Honig (Hg.) (v.i.S.d.P), Dr. Barbara Eckardt (B.E.), Petra Görlich (PG.), Gabriele Andre (adte) Ttexterfassung: Sigrid Penquitt Titelfoto: Karla Fntze Anschrift der Redaktion:
Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam,
Iteiefon 0331/977-1474 oder -1496, -1675, -1782 Ttelefax 0331/977-1145 E-mail: putz@rz.uni-potsdam.de Redaktionsschluß
der November-Ausgabe: Freitag, 11. Oktober 1996 Nachdruck gegen Belegexemplar bei Quellen- und Autorenangabe frei.
Verlag und Anzeigenverwaltung:
News & Media • Public Relations, Marcus v. Arnsberg Köpenicker Straße 9 b, 10997 Berlin 'Itelefon 030/61 70 21 10, Ttelefax 61 70 21 11 Es gilt Anzeigen-Preisliste Nr. 1 (1.9.1994)
Anzeigenschluß
der November-Ausgabe; 28. Oktober 1996
Seite 31