Heft 
(1.1.2019) 08
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CAMPUS

DENKFABRIK" IM AUFBAU

Präsident der Max-Planck-Gesellschaft besuchte Golm

Beim Betrachten der Baugrube für den Wissenschaftspark in Golm beruhigte Mitte September 1996 der Wissenschafts­minister Steffen Reiche bei seinem Be­such vor Ort alle eventuellen Skeptiker. Das ausgebaggerte Loch sei so groß, daß für alle Zeiten sicher ist, daß etwas passiert. Was an ihm liege, werde er für dieseschönste, wichtigste und entschei­dendste Aufgabe auf dem Gebiet der Wissenschaft in Brandenburg auch unter Sparzwängen leisten.

Aus Anlaß des Baubeginns des ersten Ab­schnitts der Max-Planck-Institute (MPI) besichtigte mit dem Brandenburger Wis- senschaftsminister auch der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft und Biologe an der Universität Konstanz, Prof. Dr. Hubert Markl, die Golmer Baustelle. Hier ensteht in den nächsten Jahren eine derDenkfabri­ken Brandenburgs. Erhalten doch an der Straße zwischen Golm und Potsdam/Bor­nim Gebäude für drei Institute der Max- Planck-Gesellschaft, für ein Institut der Fraunhofer Gesellschaft und für die Mathe­matisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Potsdam ihren Standort. In der Umgebung hofft man dann auch auf die Ansiedlung von Unternehmen mit Zukunfts­technologien, die die Forschungsergebnis­se der Institute in neue Produkte umsetzen. Hubert Markl bekräftigte die Zukunfts- orientiertheit des Konzeptes der gegensei­

tig sich vernetzenden Fächer. DieMagnet- wirkung der außeruniversitären Einrich­tungen für die Potsdamer Universität und umgekehrt betonte der Prorektor für For­schung und wissenschaftlichen Nach­wuchs der Alma mater, Prof. Dr. Ralf Menzel.

Für die drei MPI-Neubauten wurde 1993/94 ein Architekturwettbewerb ausgeschrie­ben. Der siegreiche Entwurf des Büros für Architektur und Stadtplanung, AS-Plan Kai­serslautern, sieht drei um einen Zentralbau, versehen mit Verwaltung, Kantine, Biblio­thek und anderen Serviceleistungen, ange­ordnete Gebäudekomplexe vor. Die Haupt­nutzfläche des Komplexes, dessen Fertig­stellung für 1999 vorgesehen ist, beträgt 15 000 m 2 .

Diese modernste Einrichtung Branden­burgs soll nicht zuletzt der Verzahnung von Lehre und Forschung, der Spitzenfor­schung und der Sicherung von Arbeitsplät­zen neue Impulse verleihen. Allein 500 Ar­beitsplätze werden in den für 142 Millio­nen DM zu errichtenden drei Max-Planck- Instituten - für molekulare Pflanzenphysio­logie, für Gravitationsphysik sowie für Kol­loid- und Grenzflächenforschung - geschaf­fen. Für die neuen Gebäude sind insgesamt über 300 Millionen DM, für das bis zum Jah­re 2001 bezugsfertige Verfügungsgebäude der Mathematisch-Naturwissenschaftli­chen Fakultät im ersten Bauabschnitt 84 Millionen DM geplant. B.E.

Anhand von Lageplänen informierten sich vor imposanter Baukulisse der Prorektor für For­schung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Potsdam, Prof. Dr. Ralf Menzel, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Hubert Markl, der Wissenschafts­minister des Landes Brandenburg, Steffen Reiche, und die Prorektorin für Entwicklungs­planung und Finanzen an der Universität Pots­dam, Prof. Dr. Helene Harth (v.r.n.l.) über die zukünftige Anlage des Wissenschaftsparkes Golm. Foto: Fritze

AUS DER HEIMAT DER KÄNGURUHS UND KOALAS

Sitz des Australienzentrums der Uni offiziell eingeweiht

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Australien haben eine lange Tradition. Sie gehen auf die ersten Anfänge der eu­ropäischen Besiedelung Australiens zu­rück. Als nämlich Kapitän Cook 1770 auf Entdeckungsfahrt ging, waren auch Deut­sche bei ihm an Bord. Seither haben sie als Forscher, Missionare, Bergleute, Künstler, Winzer und Ingenieure einen nicht unwe­sentlichen Beitrag zur Entwicklung des Landes geleistet. Daran erinnerte kürzlich die Präsidentin des Australischen Senats, Senatorin Margaret Reid.

Sie fungiert gemeinsam mit der Bundes­tagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süßmuth als Schirmherrin des Australienzentrums der Universität Potsdam. Die offizielle Einwei­hung seines Sitzes im Holländischen Vier­tel Anfang Oktober 1996 war für die Sena­torin Anlaß, Potsdam einen Besuch abzu­statten. Die eigentliche Eröffnung der inter­

disziplinären Einrichtung erfolgte bereits im März 1995, damals noch in Räumen des Uni-Komplexes Babelsberger Park. Die Ein­richtung des Zentrums unterstreichedas Engagement Australiens für die neuen Län­der, nicht nur im Hinblick auf ihre wirt­schaftliche Entwicklung, sondern auch als politische Geste zur Würdigung der Wiedervereinigung Deutschlands, so Reid. Sie dankte jenen Mitarbeitern der Uni/die diesen mutigen Schritt gewagt und dazu beigetragen hät­ten, gemeinsame Interessen in ei­nem Land zu fördern, das von Deutschland kaum weiter entfernt sein könne. Die Senatorin verlieh ihrer Hoff­nung Ausdruck, daß das erste Austra­lienzentrum seiner Art auf dem europäi­schen Kontinent,dieses einzigartige Kooperationsprojekt ein breites Spek­trum gemeinsamer akademischer, kultureller und wirtschaftlicher Inter- y

essen zusammenbringen wird. Potsdam erweist sich nicht zuletzt aus historischen Gründen als geeigneter Standort. Als in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhun- derts die erste Gruppe deutscher Emigran­ten nach Australien kam, waren einige hun­dert Lutheraner aus Brandenburg dabei, die als Bauern in Südaustralien siedelten. Rita Süßmuth setzt auch angesichts der wachsenden Bedeutung des asiatisch­pazifischen Raumes auf die Potsdamer Einrichtung. Ministerpräsident Man­fred Stolpe betrachtet, wie die austra­lische Seite, das Zentrum als wichtige Schaltstelle für die Verbreitung von In­formationen über den fünften Kontinent und die Förderung von gemeinsamen Vorhaben in Wissenschaft und Bildung. Die mit dieser Institution realisierbare Anleitung zum globalen Denken und Handeln sei eine Zukunftsinvestition. Uni-Rek- tor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder

PUTZ 8-9/96

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