Heft 
(1.1.2019) 08
Einzelbild herunterladen

CAMPUS

Mit der Enthüllung einer Thiel weihte die Präsidentin des australischen Senats, Senatorin Margaret Reid, am 2. Oktober 1996 offiziell den Sitz des Australien- Zentrums der Universität Potsdam im Holländerhaus Am Bassin 4 ein. Dem feierlichen Akt wohnten der Brandenburgische Ministerpräsident, Dr. Manfred Stolpe (2.v.r.), und der Brandenburgische Wissenschaftsminister, Steffen Reiche (r.), bei. Foto: Fritze

Der australische Außenminister Alexander Downer (2.V.I.), hiermit Ehefrau Nicky, ließ es sich nicht nehmen, bei seiner ersten offiziellen Deutschland-Visite am 17. September 1996 dem Australienzentrum der Uni einen Besuch abzustatten. Für den Aufbau einer Multi-Media- Bibliothek brachte der Gast zur Freude des deutschen Direktors des Zentrums, Prof. Dr. Hans-Georg Petersen aus der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (r.), CD-Roms über Australien mit.

Foto: Fritze

betonte die sich für Forschung und Lehre ergebenden exzellenten Möglichkeiten und deren Potenzen für den Fortschritt in der Region.

Schon wenige läge vor der Eröffnung der neuen Räumlichkeiten besuchte der austra­lische Außenminister, Alexander Downer, das Zentrum. Erbetrachte die Einrichtung als wertvollen Beitrag, sein Land besser kennenzulernen.

Den umfangreichen Aufgaben gerecht wer­dend, entwickelten die vier Mitarbeiter des Australienzentrums bereits zahlreiche Akti­vitäten. Dazu gehören der Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern, Work­shops und Ausstellungen. Im Oktober be­gann beispielsweise eine Reihe öffentlicher Gastvorträge zu unterschiedlichen The­men, wie zur Geschichte der Hauptstadt Canberra und australischer Botanischer

Gärten, zu Museumsstudien und zur Kollo­idchemie. Gerade schloß die Kunstausstel­lungGroundwork ihre Pforten. Kontakte bestehen zu sechs australischen Hochschu­len. Die Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlern beider Staaten beispiels­weise auf den Gebieten Chemie, Geophy­sik, Wirtschaftswissenschaften und Um­welttechnologie soll ausgebaut und erwei­tert werden. B.E.

DIE UNI LIVEVOR ORT"

- V'. >

Die Proteste der Universität Potsdam gegen die seitens des Landes verfügten massiven finanziellen Einschnitte in ihre Lehre und Forschung stießen in der Öffentlichkeit auf breite Resonanz. Und so beschäftigte sich auch der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg (ORB) in einer über einstündigen Fernsehsendung mit der Misere emer Universitätim Sturmwind" oder- wie der ORB es ausdrückte - unterm Hammer". Gemeinsam mit dem Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Steffen Reiche, dem wissenschaftspohtischen Sprecher der CDU- Landtagsfraktion, Dr. Markus Vette, dem Vor­sitzenden der brandenburgischen Landes­rektorenkonferenz, Prof. Dr. Helmut Knüppel, und dem Studierendenvertreter Jan-Martin Witte stand Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder dann auch während der Live-Sendung Rede und Antwort, versuchte er, die komplexe Problematik in eine anschauliche und einfache Form zu fassen. Unterstützt wurde er dabei ebenfalls - wie unser Foto eindrücklich zeigt - von einer großen Menge Universitätsangehöriger. Unter ihnen befand sich der Gründungsrektor der Uni, Prof. Dr. Rolf Mitzner, der bekräftigte, sein Werk m Gefahr zu sehen.Wir haben hier genau das eingerichtet, was der Wissenschaftsrat uns empfohlen hat, betonte er. Heute dagegen stelle das Wissenschaftsministenumzu viel zu schnell in Frage, existiere keinerlei Planungssicherheit mehr. Genau das forderten auch Wölfgang Loschelder und Helmut Knüppel für die

brandenburgischen Hochschulen dringend ein: eine Sicherheit der (Ausbau-!) Planung anstelle von alle drei Wochen wieder neu geänderten Vorgaben des Wissenschaftsministeriums. Deutlich zum Ausdruck gebracht wurde im Rahmen der Sendung jedoch auch, daß letztlich alle - die Vertreter der Hochschulen und des Wissenschaftsministeriums - in einem gemein­samen Boot sitzen würden. Und da, so Rektor Loschelder, käme es eben jetzt darauf an, an

einem Strang zu ziehen und sich um eine geänderte Prioritätensetzung der Landes­regierung bei der mittelfristigen Finanzplanung zu bemühen. Denn wenn diese Vorgabe so, wie sie jetzt bis zum Jahr 2000 entworfen worden sei, realisiert würde, dann wird es nicht mehr länger um die Schließung von Studiengängen gehen, dann muß über die Schließung von ganzen Hochschulen gesprochen werden, erklärte Wolfgang Loschelder. Hg. /Foto: Fhtze

Seite 4

PUTZ 8-9/96