Zwei freie Tage
Mit dem 73. ÄnderungsTärifvertrag des BAT- O fiel auch den Mitarbeitern der Universität Potsdam der ihnen bisher zustehende arbeitsfreie 1hg (auch “Behördentag” genannt) für das zweite Halbjahr 1996 weg. Anstelle dieses weggefallenen Fäges wird nun aber im Zusammenhang mit der Freistellungsmöglichkeit (gemäß § 16 Abs. 2 BAT-O/ MTArb-O) eine ganztägige Arbeitsbefreiung unter Weiterzahlung der Bezüge für den 24.12.96 und den 31.12.96 gewährt.
Für den 27.12.96 und den 30.12.96 treffen die Bereiche in eigener Verantwortung Regelungen, wobei auf die Einrichtung eines Notdienstes grundsätzlich verzichtet wird.
Arbeitsgruppe Prof. Walz' erhält Förderung
Das Projekt „Calcium-Regulation, Signalwandlung und Empfindlichkeitssteuerung in Photorezeptoren der Insekten“ von Prof. Dr. Bernd Walz, Professor für Tierphysiologie und Direktor des Instituts für Zoophysiologie und Zellbiologie in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fäkultät, wird für zwei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 43.000,- DM für Reise- und Verbrauchs- mittel sowie mit der Finanzierung einer Stelle für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter gefördert. Ziel des Projektes ist es, die Vorgänge, die in den Photorezeptoren von Insektenaugen zwischen der Lichtabsorption und der Erregungsbildung vermitteln, aufzuklären und zu verstehen, wie die Empfindlichkeit der Zellen gesteuert wird. In einem größeren Zusammenhang dienen die Vorgänge in Photorezeptoren der Insektenaugen auch als Modellobjekte für zelluläre Signalkaskaden, wie sie in vielen Zellen des menschlichen Körpers verwirklicht sind. ade
In den Iran zurückgekehrt
Nach einjährigen Arbeiten an der Universität Potsdam kehrte kürzlich Prof. Dr. Reza Mansouri in seine iranische Heimat zurück. Der Gast nutzte den von der Alexander von Humboldt-Stiftung finanzierten Forschungsaufenthalt zur Beschäftigung mit kosmologischen Fragestellungen in der WIP- Projektgruppe Kosmologie im Institut für Mathematik der Uni. Über die Ergebnisse seiner Potsdamer Forschungen wird Reza Mansouri im „Journal of General Relativity and Gravitation“ (GRG) berichten. Der Wissenschaftler ist seit 1979 Professor für Physik an der Sharif-Universitat für Ffechnologie ffeheran und war sieben Jahre lang Präsident der iranischen Physikalischen Gesellschaft. Als Herausgeber eines Englisch-Persischen Wörterbuchs für Physik will er dazu beitragen, sein Land wieder an internationale Kontakte heranzuführen. B.E.
PUTZ 8-9/96
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DFG fördert Forschungsprojekt am Institut für Festkörperphys i k
Mit der Finanzierung der Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters sowie mit 20.000 DM fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für zwei Jahre das Projekt „Monoschichten und Multischichten aus Polyelektrolyt-Carbonsäure- Komplexen“ im Rahmen ihres Schwerpunktprogramms „Polyelektrolyte mit definierter Molekülarchitektur“. In dem Projekt, das unter der Professur von Prof. Dr. Ludwig Brehmer am Institut für Festkörperphysik durchgeführt wird, sollen Wechselwirkungsprozesse von Polyelektrolyten mit hochgeordneten monomolekularen Schichten unlöslicher Amphiphile untersucht und die aus diesen Komplexen gebildeten Mono- und Multischichten analysiert werden. Ferner werden die Stabilisierung von Multischichten durch den Einsatz polymerer Gegenionen und die Formierung von Nanocompositen studiert. Die Ergebnisse sollen in ein anwendungsorientiertes Projekt auf dem Gebiet der Membrantrennprozesse einfließen. ade
DFG-Sachbeihilfe für Schorn-Schütte
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Prof. Dr. Luise Schorn-Schütte aus dem Histonschen Institut der Philosophischen Fakultät I eine Sachbeihilfe für ihre Forschungen zum politischen Denken in der Flühen Neuzeit (16./17. Jahrhundert) in Höhe von DM 5.000,- bewilligt. Bei diesem Forschungsvorhaben geht es um die Analyse eines spezifisch christlich geprägten politischen Denkens im deutschsprachigen Raum des 16./17. Jahrhunderts, auf dessen Spuren die Historikerin durch ihre Habilitationsschrift und andere wissenschaftliche Forschungen gestoßen ist. Mit Hilfe der Sachbeihilfe der DFG kann sie nun verschiedene Forschungsreisen in wissenschaftliche Bibliotheken (z.B. Zwickau, Wolfenbüttel, Dresden, Leipzig, Halle, München, Augsburg) unternehmen und die dort lagernden seltenen Druckschriften emsehen sowie mit Hilfe von Verfilmungen hier in Potsdam in ihrer Arbeitsgruppe eine Sammelstelle von entsprechenden politisch-theoretischen Abhandlungen anlegen. Ziel der Arbeiten Luise Schorn-Schüttes, zu dessen Erreichen sie die DFG-Sachbeihilfe als außerordentlich hilfreich betrachtet, ist es, eine größere Monographie zum politischen Denken in der FFühen Neuzeit zu verfassen. Das ganze Unternehmen steht unter der Überschrift „Politisches Denken in der Frühen Neuzeit. Grundlagen und Strukturen einer sogenannten christlichen Staatslehre.“ Rf.
Wirtschaftswissenschaftler in St. Petersburg
Eine Delegation der Wirtschafts- und Sozi- alwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam besuchte unter Leitung von Professor Dr. Raul JJ. Welfens anläßlich der internationalen Fügung „Marktwirtschaft als Transformationsaufgabe in Rußland - Internationale Erfahrungen und neue Perspektiven des Systemwandels“ die Herzen-Um- versität St. Petersburg in Rußland. Die vom DAAD, der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Europäischen Institut für internationale Wirtschaftsbeziehungen (EIIW), Potsdam, und dem Petersburger Stromversorger Lenenergo unterstützte Konferenz behandelte Fragen des Strukturwandels, der Privatisierung, der Wettbewerbspolitik, der Geld- und Währungspolitik, der Regional- probleme, Probleme des Bankenwesens und des betrieblichen Transformationsmanagements sowie politisch-ökonomische Aspekte. Bei einem Gegenbesuch soll die Konferenz im März 1997 in Potsdam fortgesetztwerden. Prof. Dr. Welfens hat beim Besuch in St. Petersburg zudem in Gesprächen mit dem Leontief-Institut künftige Kooperationsmöglichkeiten diskutiert. zg.
Entlassungforderung
zurückgenommen
Am 11.11.1996 hatte die brandenburgi- sche PDS-Landtags- fraktion die Entlassung des SPD-Ministers für Wissenschaft, Forchung und Kultur, Steffen Reiche, gefordert, Ihren Antrag aber kurz vor der Landtagssitzung, auf der die Thematik behandelt werden sollte, zurückgenommen. DerFrak- tionsvorsitzende, Prof. Dr. Lothar Bisky und der wissenschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Dr. Andreas Trunschke, begründeten den Antrag mit „einem von Arroganz und Inkompetenz geprägten Politikstil Reiches". So stehe Brandenburg mit den anteilmäßigen Ausgaben für Kultur und Wissenschaft an letzter Stelle der fünf neuen Länder, seien Theater-Standorte und der Hochschul- Ausbau nicht gesichert. Auch würde sich Reiche als einziger Minister abfällig über die Menschen äußern, für die sein Ministerium zuständig sei. Trotz der Zurücknahme des Antrages blieb die PDS bei ihrer Kritik. Reiche solle zunächst Gelegenheit gegeben werden, dazu Stellung zu nehmen. Der Minister wies die Vorwürfe zurück, zeigte sich aber am Dialog interessiert und bot der PDS- Flraktion ein Gespräch an. Hg.
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