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ABRIXAS-Vertrag
unterzeichnet
Ein neuer Baustein der extraterrestrischen Forschung ist gesetzt: Vor einigen Wochen Unterzeichnete die Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARA GmbH) den Vertrag für das ABRIXAS-Projekt. ABRIXAS ist ein Kleinsatellit für wissenschaftliche Zwecke, der als Nachfolger von ROSAT im Mittelenergie-Röntgen- bereich (bis ca, 10 keV) eine vollständige Himmelsdurchmusterung durchführen soll. Derartige Untersuchungen sind von der Erde aus schon deswegen nicht möglich, weil die Erdatmosphäre Röntgenstrahlung absorbiert.
In seiner Lebensdauer von drei Jahren soll ABRIXAS über 10.000 neue Röntgenquellen entdecken; hauptsächlich aktive Galaxien, in deren Zentren vermutlich „Schwarze Löcher" Gravitationsenergie in hochenergetische Strahlung umwandeln. Der Start ist für Anfang 1999 mit einer COSMOS Rakete von dem russischen Startplatz Kapustin Yar in eine 580 km hohe Umlaufbahn vorgesehen. Das AB RIXAS-Projekt wird wissenschaftlich gemeinsam vom Astrophysikalischen Institut Potsdam, dem Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garchin- gen und dem Institut für Astronomie und Astrophysik in Tübingen betreut. Mit Kleinsatelliten wie ABRIXAS wird versucht, trotz knapper werdender Mittel deutschen Forschern weiterhin einen eigenständigen Zugang zum Weltraum zu verschaffen. pm.
„Enttäuschendes Ergebnis" für DAAD
Das ERASMUS-Programm wird sich künftig verstärkt auch um jene über 90% der europäischen Studenten kümmern, die kein Auslandsstudium absolvieren, Geschehen soll dies durch die Einführung einer „europäischen Dimension" in die Lehrpläne und durch eine stärkere Abstimmung von. Inhalten und Methoden zwischen Partnerhochschulen in Europa, Nach der ersten Antragsrunde 1996/97 zieht der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der die nationale Agentur für SOKRATES ist, jedoch eine eher ernüchternde Zwischenbilanz: Eine Reihe von deutschen Hochschulen war bei dieser Antragstellung erfolgreich, doch insgesamt war die Beteiligung deutscher Hochschulen sehr zurückhaltend. Angesichts des Einflusses, den diese ERASMUS- Programmteile auf Reformen von Studiengängen an deutschen Hochschulen haben werden, wird das Ergebnis als „enttäuschend“ gewertet. pn.
Sorge um wissenschaftlichen Nachwuchs
Die Zahl junger, qualifizierter Postdoktoranden, die ohne ausbildungsadäquate Beschäftigung sind, wächst auch in Deutschland. Die zurückgehende Zahl der Studienanfänger in Fächern, in denen schon in wenigen Jahren der qualifizierte Nachwuchs fehlen wird, wie den Natur-, Ingenieur- und Lebenswissenschaften, ist eine unmittelbare Folge dieser Beschäftigungssituation. Auf diese besorgniserregende Situation für den wissenschaftlichen Nachwuchs weist der DFG- Präsident Professor Dr. Wolfgang Prüh- wald im Jahresbericht 1995 hin.
Seine wörtliche Einschätzung dazu: JA/ir haben alle Hände voll damit zu tun, die wegbrechende Förderung gerade junger Menschen zu stützen und zu substituieren, die Flut der über die DFG hereinbrechenden Anträge einigermaßen zu kanalisieren, nachdem andere Fördermöglichkeiten ausbleiben." Im Rückblick auf das Jahr 1995 führt Frühwald weiter aus, daß bei der DFG nur in der Algemeinen Forschungsförderung, ohne Sonderforschungsbereiche und Graduiertenkollegs, nahezu 14.000 Anträge mit einer Antragssumme von 2,76 Milliarden DM eingegangen seien. Damit habe sich seit Januar 1992 der Antragseingang um 50 Prozent erhöht, während er sich zehn Jahre vorher, also analog im Zeitraum 1982 bis 1985, um lediglich neun Prozent gesteigert hatte. Die Degression des Hochschulsonderprogramms II und des Hochschulerneuerungsprogramms stelle auch die DFG bezüglich der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses vor besondere Probleme. Stipendienmittel der DFG würden knapper und kostbarer. Die Anforderungen für Heisenberg- und Habilitationsstipendien würden nochmals steigen. Statt zuletzt 500 jährlich vergebene Habilitationsstipendien könnten in Zukunft nur etwa 200 aus Eigenmitteln finanziert werden. Auch die Zahl der zu vergebenden Heisenbergstipendien werde sich in etwa halbieren,
Die Ausgaben der DFG betrugen im Haushaltsjahr 1995 insgesamt 1.872,3 Millionen DM. Rund 60 Prozent davon kamen vom Bund und knapp 40 Prozent von den Ländern, der Rest in einer Gesamthöhe von 7,5 Millionen DM aus Stiftungen und aus eigenen Einnahmen der DFG. 79 Prozent der Mittel im Normal- und Schwerpunktverfahren wurden für die Personalförderung überwiegend junger Wissenschaftler verwandt, 21 Prozent der Mittel entfielen auf Sachkosten einschließlich Reisen. Von den bewilligten Mitteln kamen 15,5 Prozent der Forschung den Geistes- und Sozialwissenschaften zugute. 34,7 Prozent entfielen auf die Biologie und Medizin, 25,8 Prozent auf die Naturwissenschaften und 24 Prozent auf die Ingenieurwissenschaften. DFG
VW-Stiftung fördert Strukturverbesserung
Die deutschen Universitäten haben seit Jahren viel Kritik zu ertragen. Es wird ihnen vorgeworfen, ihre Organisationsstrukturen seien schwerfällig, die Entscheidungsprozesse langwierig und nicht sachgemäß, die Arbeitsweise nicht effizient. Immer wieder werden Forderungen nach Strukturverbesserungen und Leistungssteigerung erhoben, gleichzeitig aber allerorten Kürzungen bei den Mitteln vorgenommen. Wie also soll es weitergehen mit den Universitäten? An Analysen, Memoranden und Empfehlungen mangelt es nicht, eher schon an konkreter Initiative. Im Rahmen ihres Programms „Leistungsfähigkeit durch Eigen- verantwortung“ hat die Volkswagen-Stiftung jetzt mit der Bewilligung von 19 Millionen Mark eine solche konkrete Initiative zur Förderung der Universitäten ergriffen. Mit diesen Mitteln erhalten sieben von ihnen die Möglichkeit, Modelle für bessere Entscheidungsprozesse und effektivere Organisationsformen praktisch umzusetzen und zu erproben. Nach einer Aufforderung der Stiftung im Dezember 1994 an die deutschen Universitäten, Ideenskizzen zu einer Neuordnung ihres Leitungs- und Entscheidungssystems einzureichen, konnte mittlerweile sieben Anträgen stattgegeben werden. Sie kamen aus der Universität Bremen, der “technischen Universität Clausthal, der Universität Hamburg, der Universität Heidelberg, der Universität-Gesamthochschu- le-Kassel, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin. Für neue Ideen und besonders zukunftsträchtige Initiativen im Rahmen des Programms hält die Volkswagen-Stiftung sich jedoch weiterhin offen. pm.
IMPRESSUM ISSN 0947-1650
PUTZ. Die Potsdamer Universitätszeitung
Herausgeber: Der Rektor der Universität Potsdam,
Prof. Dr. Wolfgang Loschelder
Redaktion: Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Myriam Honig (Hg.) (v.i.S.d.P), Dr. Barbara Eckardt (B.E.), Petra Göriich (EG.), Gabriele Andrä (ade) Ttexterfassung: Sigrid Penquitt Titelfoto: Dr. Christian Tietze Anschrift der Redaktion:
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der Januar-Ausgabe: Mittwoch, 9. Dezember 1996 Nachdruck gegen Belegexemplar bei Quellen- und Autorenangabe frei.
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Es gilt Anzeigen-Preisliste Nr 2 (20.12.1996)
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der Januar-Ausgabe: 27. Dezember 1996
PUTZ 8-9/96
Seite 31