Heft 
(1.1.2019) 08
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ABRIXAS-Vertrag

unterzeichnet

Ein neuer Baustein der extraterrestrischen Forschung ist gesetzt: Vor einigen Wochen Unterzeichnete die Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARA GmbH) den Vertrag für das ABRIXAS-Projekt. ABRIXAS ist ein Kleinsatellit für wissen­schaftliche Zwecke, der als Nachfolger von ROSAT im Mittelenergie-Röntgen- bereich (bis ca, 10 keV) eine vollständige Himmelsdurchmusterung durchführen soll. Derartige Untersuchungen sind von der Erde aus schon deswegen nicht mög­lich, weil die Erdatmosphäre Röntgen­strahlung absorbiert.

In seiner Lebensdauer von drei Jahren soll ABRIXAS über 10.000 neue Röntgen­quellen entdecken; hauptsächlich aktive Galaxien, in deren Zentren vermutlich Schwarze Löcher" Gravitationsenergie in hochenergetische Strahlung umwandeln. Der Start ist für Anfang 1999 mit einer COSMOS Rakete von dem russischen Startplatz Kapustin Yar in eine 580 km hohe Umlaufbahn vorgesehen. Das AB RIXAS-Projekt wird wissenschaftlich gemeinsam vom Astrophysikalischen In­stitut Potsdam, dem Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garchin- gen und dem Institut für Astronomie und Astrophysik in Tübingen betreut. Mit Kleinsatelliten wie ABRIXAS wird ver­sucht, trotz knapper werdender Mittel deutschen Forschern weiterhin einen ei­genständigen Zugang zum Weltraum zu verschaffen. pm.

Enttäuschendes Ergebnis" für DAAD

Das ERASMUS-Programm wird sich künf­tig verstärkt auch um jene über 90% der eu­ropäischen Studenten kümmern, die kein Auslandsstudium absolvieren, Geschehen soll dies durch die Einführung einereu­ropäischen Dimension" in die Lehrpläne und durch eine stärkere Abstimmung von. Inhalten und Methoden zwischen Part­nerhochschulen in Europa, Nach der er­sten Antragsrunde 1996/97 zieht der Deut­sche Akademische Austauschdienst (DAAD), der die nationale Agentur für SOKRATES ist, jedoch eine eher ernüch­ternde Zwischenbilanz: Eine Reihe von deutschen Hochschulen war bei dieser Antragstellung erfolgreich, doch insge­samt war die Beteiligung deutscher Hoch­schulen sehr zurückhaltend. Angesichts des Einflusses, den diese ERASMUS- Programmteile auf Reformen von Studien­gängen an deutschen Hochschulen haben werden, wird das Ergebnis alsenttäu­schend gewertet. pn.

Sorge um wissenschaft­lichen Nachwuchs

Die Zahl junger, qualifizierter Postdok­toranden, die ohne ausbildungsadäquate Beschäftigung sind, wächst auch in Deutschland. Die zurückgehende Zahl der Studienanfänger in Fächern, in denen schon in wenigen Jahren der qualifizierte Nachwuchs fehlen wird, wie den Natur-, Ingenieur- und Lebenswissenschaften, ist eine unmittelbare Folge dieser Be­schäftigungssituation. Auf diese besorg­niserregende Situation für den wissen­schaftlichen Nachwuchs weist der DFG- Präsident Professor Dr. Wolfgang Prüh- wald im Jahresbericht 1995 hin.

Seine wörtliche Einschätzung dazu: JA/ir ha­ben alle Hände voll damit zu tun, die weg­brechende Förderung gerade junger Men­schen zu stützen und zu substituieren, die Flut der über die DFG hereinbrechenden Anträge einigermaßen zu kanalisieren, nachdem an­dere Fördermöglichkeiten ausbleiben." Im Rückblick auf das Jahr 1995 führt Frühwald weiter aus, daß bei der DFG nur in der Alge­meinen Forschungsförderung, ohne Sonder­forschungsbereiche und Graduiertenkollegs, nahezu 14.000 Anträge mit einer Antrags­summe von 2,76 Milliarden DM eingegangen seien. Damit habe sich seit Januar 1992 der Antragseingang um 50 Prozent erhöht, wäh­rend er sich zehn Jahre vorher, also analog im Zeitraum 1982 bis 1985, um lediglich neun Prozent gesteigert hatte. Die Degression des Hochschulsonderprogramms II und des Hochschulerneuerungsprogramms stelle auch die DFG bezüglich der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses vor beson­dere Probleme. Stipendienmittel der DFG würden knapper und kostbarer. Die Anforde­rungen für Heisenberg- und Habilitations­stipendien würden nochmals steigen. Statt zuletzt 500 jährlich vergebene Habilitations­stipendien könnten in Zukunft nur etwa 200 aus Eigenmitteln finanziert werden. Auch die Zahl der zu vergebenden Heisenbergstipen­dien werde sich in etwa halbieren,

Die Ausgaben der DFG betrugen im Haus­haltsjahr 1995 insgesamt 1.872,3 Millionen DM. Rund 60 Prozent davon kamen vom Bund und knapp 40 Prozent von den Län­dern, der Rest in einer Gesamthöhe von 7,5 Millionen DM aus Stiftungen und aus eige­nen Einnahmen der DFG. 79 Prozent der Mittel im Normal- und Schwerpunktver­fahren wurden für die Personalförderung überwiegend junger Wissenschaftler ver­wandt, 21 Prozent der Mittel entfielen auf Sachkosten einschließlich Reisen. Von den bewilligten Mitteln kamen 15,5 Prozent der Forschung den Geistes- und Sozialwissen­schaften zugute. 34,7 Prozent entfielen auf die Biologie und Medizin, 25,8 Prozent auf die Naturwissenschaften und 24 Prozent auf die Ingenieurwissenschaften. DFG

VW-Stiftung fördert Strukturverbesserung

Die deutschen Universitäten haben seit Jah­ren viel Kritik zu ertragen. Es wird ihnen vor­geworfen, ihre Organisationsstrukturen sei­en schwerfällig, die Entscheidungsprozes­se langwierig und nicht sachgemäß, die Arbeitsweise nicht effizient. Immer wieder werden Forderungen nach Strukturverbes­serungen und Leistungssteigerung erho­ben, gleichzeitig aber allerorten Kürzungen bei den Mitteln vorgenommen. Wie also soll es weitergehen mit den Universitäten? An Analysen, Memoranden und Empfehlun­gen mangelt es nicht, eher schon an kon­kreter Initiative. Im Rahmen ihres Pro­grammsLeistungsfähigkeit durch Eigen- verantwortung hat die Volkswagen-Stiftung jetzt mit der Bewilligung von 19 Millionen Mark eine solche konkrete Initiative zur Förderung der Universitäten ergriffen. Mit diesen Mitteln erhalten sieben von ihnen die Möglichkeit, Modelle für bessere Ent­scheidungsprozesse und effektivere Orga­nisationsformen praktisch umzusetzen und zu erproben. Nach einer Aufforderung der Stiftung im Dezember 1994 an die deut­schen Universitäten, Ideenskizzen zu einer Neuordnung ihres Leitungs- und Entschei­dungssystems einzureichen, konnte mittler­weile sieben Anträgen stattgegeben wer­den. Sie kamen aus der Universität Bremen, dertechnischen Universität Clausthal, der Universität Hamburg, der Universität Hei­delberg, der Universität-Gesamthochschu- le-Kassel, der Humboldt-Universität zu Ber­lin und der Freien Universität Berlin. Für neue Ideen und besonders zukunftsträchti­ge Initiativen im Rahmen des Programms hält die Volkswagen-Stiftung sich jedoch weiterhin offen. pm.

IMPRESSUM ISSN 0947-1650

PUTZ. Die Potsdamer Universitätszeitung

Herausgeber: Der Rektor der Universität Potsdam,

Prof. Dr. Wolfgang Loschelder

Redaktion: Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Myriam Honig (Hg.) (v.i.S.d.P), Dr. Barbara Eckardt (B.E.), Petra Göriich (EG.), Gabriele Andrä (ade) Ttexterfassung: Sigrid Penquitt Titelfoto: Dr. Christian Tietze Anschrift der Redaktion:

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der Januar-Ausgabe: 27. Dezember 1996

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