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FORUM
STIFTUNG BRANDENBURGISCHE GEDENKSTÄTTEN AUS KINDERSCHUHEN HERAUS
Prof. Dr. Jürgen Dittberner im Rückblick auf seine einstige Wirkungsstätte
Nach vierjähriger Amtszeit beendete kürzlich Prof. Dr. Jürgen Dittberner seine ehrenamtliche Tätigkeit als Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Der 56jähri- ge Politikwissenschaftler an der Universität Potsdam hat sich nach Meinung von Wissenschaftsminister Steffen Reiche in mitunter unbequemer Weise für die Förderung der Stiftung und ihrer Gedenkstätten eingesetzt. Mit dem Weggang des Wissenschaftlers verändert sich künftig auch die Vörstandsstruktur der Einrichtung. Als neuer Mann an der Spitze des Gremiums fungiert vorerst kommissarisch Günter Morsch, Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen. PUTZ-Redakteurin Petra Görlich befragte dessen Vorgänger nach einigen Arbeitsschweipunkten in Vergangenheit und Zukunft.
PUTZ: Hinter Ihnen liegt eine vierjährige Amtszeit als Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Wie sieht Ihr ganz persönliches Fazit aus?
Dittberner: Es war eine einmalige und nunmehr abgeschlossene Aufgabe, die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten aufzubauen. Ich hatte so nach dem Aufbau des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur - wo ich als Staatssekretär Amtschef war - zum zweiten Mal die Gelegenheit, eine Institution zu gründen, Pionierarbeit zu leisten. Gremien wurden geschaffen, Dienststellen gegründet und Mitarbeiter eingestellt. Wenn die Stiftung heute im In- und Ausland bekannt ist und weitgehend einen guten Ruf genießt, so rechne ich mir das als ein befriedigendes Ergebnis meiner Arbeit an. Rein menschlich betrachtet, waren die Veranstaltungen zum 50. Jahrestag der Befreiungen im April 1995, aus deren Anlaß über 3000 ehemalige Häftlinge nach Brandenburg kamen, das bewegendste Ereignis meiner Amtszeit. Damals herrschte eine fast heitere Atmosphäre, und das bei der Geschichte der Konzentrationslager!
PUTZ: Die historischen Stätten befinden sich zum TM in miserablem baulichen Zustand. In welchem Umfang ist eine finanzielle Unterstützung für Sanierung und Ausbau nötig? Dittberner: Die jetzt fest in einem Rahmeninvestitionsplan von Bund und Land zugesagten 30 Mio. DM reichen allein für den Erhalt der Originalgebäude in Sachsenhausen und Ravensbrück nicht aus. Andererseits ist die Zusage für Investitionsmittel in den nächsten zehn Jahren bei Zeiten der Geldknappheit zunächst ein Anfang. Wenn die wichtigsten Substanzerhaltungsmaßnahmen realisiert werden sollen, müssen da aber noch etwa 15 Mio. DM hinzukommen. PUTZ: Schon vor einem Jahr plädierten Sie für die engere Kooperation zwischen Berliner und Brandenburger Gedenkstätten unter dem Dach einer gemeinsamen Stiftung. Fand dieses Modell Zustimmung? Dittberner: Das Modell fand nicht nur keine Zustimmung - das hätte ich gern ertragen. Mich irritiert, daß es gar nicht diskutiert worden ist. Bei der Gedenkstättenarbeit ist es leider auch nicht besser als in anderen Berei-
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rungsvermögen,
Organisa- tionsbezogen- heit und Abschottung einzelner Einrichtungen gegen Neuerungen gibt es auch hier. Aber mit dem Werden der Hauptstadt Pwf Dr ßrgen Dlttbemer Berlin wird auch
der Anspruch an die Gedenkstätten in Berlin-Brandenburg steigen und der Druck, daß sie alle - von der Wannseevilla bis nach Ravensbrück - enger kooperieren müssen, höher. Dann wird die notwendige Diskussion kommen. Da bin ich ganz sicher,
PUTZ: Wo bestehen aus Ihrer Sicht Möglichkeiten der fachlichen Zusammenarbeit zwischen den Gedenkstätten beider Regionen? Dittberner: In Berlin-Brandenburg kann man an authentischen Orten viel erfahren über die Planung des Holocaust, über dessen bürokratische Verwaltung, über grausamen Vollzug und auch über Widerstand. Die Gedenkstättenbesucher haben Anspruch auf ein abgestimmtes Angebot. Die Zusammenarbeit muß sich deshalb auf alle Gebiete erstrecken, also auf die Konzeption selbst, die Forschungen, Pädagogik, Museologie und Bauplanungen. Gemeinsame touristische Anstrengungen gehören ebenfalls dazu. PUTZ: Sie haben an der Universität Potsdam eine Professur für Politikwissenschaft inne. Inwieweit bleiben Sie damit Ihrer gerade beendeten Tätigkeit verbunden? Dittberner: Sehr. Die Politikwissenschaft in Deutschland muß sich stärker noch der Frage widmen, wie der Verfall der politischen Kultur im Deutschland der dreißiger Jahre zu erklären ist und was heute als notwendig erscheint, um ähnliche Prozesse frühzeitig zu erkennen beziehungsweise zu stoppen. Unsere Geschichte erteilt den Sozialwissenschaften geradezu die Aufgabe, das zu entwickeln, was ich eine „Lehre zum Erhalt der politischen Kultur“ nenne.
PUTZ: Vielen Dank für das Gespräch.
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ABSOLVENTEN-RANKING OHNE ABSOLVENTEN?
Reaktionen auf Bewertung der Juristischen Fakultät durch „mm"
In seiner Februar-Ausgabe griff das in Hamburg erscheinende „manager maga- zin“ („mm“) ein ganz besonderes Thema auf: die Bewertung der juristischen Fakultäten Deutschlands aus der Sicht von Praktikern. Insgesamt 1214 Vertreter aus Wütschaft, Justiz und Wissenschaft wurden im Aufträge von „mm“ seitens der Untemeh- mensberatung Westerwelle & Partner nach ihrer Meinung bezüglich der Absolventen und ihrer Ausbildungsqualitäten befragt. Sie gäben ihre „subjektive Bewertung“ ab und plazierten die Juristische Fäkultät der Universität Potsdam an letzter Stelle (Platz 36). Da die ersten Absolventen der Universität Potsdam ihre zweite juristische Staatsprüfung jedoch erst Mitte dieses Jahres ablegen werden, sie der Praxis folglich noch überhaupt nicht zur Verfügung stehen können, ist die Entrüstung ob einer solch „vorgezogenen“ Beurteilung derzeit groß. Nachfolgend sind einige der ersten schriftlichen Reaktionen abgedruckt. Hg.
„Mit großer Bestürzung haben nicht nur meine Kollegen und ich, sondern vor allem auch die gegenwärtigen und potentiellen Studenten unserer Fakultät das 'Image der juristischen Fakultäten im Vergleich’ zur Kenntnis genommen. Die Plazierung unserer Fakultät als Schlußlicht des Image-Vergleichs hat die Studenten nicht nur außerordentlich verunsichert und belastet, sondern ihre künftigen Berufsaussichten auch erheblich vermindert.
Die Hochschullehrer dieser Fakultät nehmen die Publikation sehr ernst, vor allem wegen des bekannten Sprichwortes „Semper aliquid haeret“. Wir wissen sehr wohl, daß an unserer jungen Fakultät, vor allem wegen der Finanzsituation, noch nicht alles optimal ist, etwa im Bereich der Leseplätze der Präsenzbibliothek. Allerdings meinen wir, daß das manager magazin mit seinem auf rein subjektiven Kriterien beruhenden Vergleich der journalistischen Verantwortung insbesondere der jungen Generation gegenüber nicht gerecht wird. Für ein sachlich richtiges und auch nachvollziehbares Ranking steht ein breites Spektrum objektiver Kriterien zur Verfügung, das mm leider nicht verwendet hat.
Wie unseriös dieser als Rankmg bezeichne- ter Image-Vergleich ist, erweist sich an zwei Beispielen. Zum einen entsprechen die Ergebnisse im ersten juristischen Staatsexamen mit einer Durchfallquote von ca. 27 Prozent exakt dem Durchschnitt in den Ländern, in denen der schriftliche Tfeil der Prüfung ebenfalls als reines Klausurenexamen
PUTZ 2/97