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Kultur
Lust an Kunst
Heute vorgestellt:„Golmer Trio”
„Wir wollen für unsere Studenten nicht allein als Lehrende, sondern auch als ausübende Musiker erlebbar sein“, sagt Uta Meyer, Mezzosopranistin des Golmer Trios und künstlerische Mitarbeiterin am Institut für Musik und Musikpädagogik der Universität Potsdam.
Zur kammermusikalischen Gruppe gehören seit 1992 Iris Unger(Klavier), Uta Meyer (Gesang) und Andreas Bertheau(Gitarre). Gemeinsames Anliegen ist nicht allein, in einer seltenen Besetzung hohe virtuose Brillanz zu erreichen. Vielmehr soll Studierenden zwischen dem, was der Unterricht vermittelt und was dann auf einer Konzertbühne interpretiert wird, lebendig vorgeführt werden. Um die umfangreiche Konzertliteratur für Gesang und Gitarre vorzsutellen, findet unter der Leitung von Uta Meyer und Andreas Bertheau in diesem Semester ein Interpretationskurs statt, den man künftig in jedem Sommersemester anbieten will. Alle Mitglieder des Trios lehren am Institut für Musik und Musikpädagogik.
Iris Unger begann im Alter von acht Jahren mit dem Klavierunterricht. Sie legte ihr Staatsexamen Klavier 1996 an der Hochschule für Musik„Hanns Eisler“ in Berlin ab. Sie ist solistisch und kammermusikalisch tätig und spielte Aufnahmen beim Rundfunk ein.
Uta Meyer studierte an der Hochschule für Musik„Franz Liszt“ in Weimar und schloß als Diplommusikerzieherin ab. 1989 setzte sie ihr Studium an der Leipziger Musikhochschule fort und erwarb 1992 das Diplom als Sängerin. Neben ihrer künstlerischen Lehrtätigkeit tritt sie als klassische Liedinterpretin auf. Ein Lehrauftrag führte die Uni-Mitarbeiterin 1994 an die „Crane School of Music“, im amerikanischen Potsdam im Staate New York.
Der Gitarrist Andreas Bertheau studierte an der Hochschule für Musik in Leipzig und erhielt
dort 1990 das künstlerische und pädagogische Diplom. Seit 1990 unterrichtet er in Potsdam. Bertheau konzentriert sich vor allem auf Kompositionen des 18. und Originalwerke des 20. Jahrhunderts.
Das„Golmer Trio“ ist der Musikliteratur von der Renaissance bis zur Gegenwart verpflichtet. In der Werkauswahl finden sich Stücke von Girolamo Frescobaldi, Giovanni Gastoldi, Mauro Guiliani, Mario Castelnuovo-Tedesco ebenso Klavierwerke Franz Schu
Musizieren gemeinsam: Iris Unger, Andreas Bertheau, Uta Meyer(vl.n.r.)
A
Foto: Fritze
| berts oder Robert Schumanns,
eine Vorliebe gibt es für das Schaffen Henry Purcells und John Dowlands. Mehrfach trat das Trio innerhalb der von „Musik an St. Nicolai Potsdam“ initiierten Reihe„Musica corona“ auf.
Dr. Thomas Freitag, PÖK
OrchesterKonzerte
Die Reihe öffentlicher Auftritte des Orchesters der Universität Potsdam findet im nächsten Monat ihre Fortsetzung. Am 5. und 6. Juli 1999 geben die Musiker ab 19.30 Uhr im Auditorium maximum Am Neuen Palais Einblick in ihr Können. Gespielt werden Stücke von Barber, Schubert und Beethoven. Als Solist ist Peter Rainer, Konzertmeister der Brandenburgischen Philharmonie und Dozent an der Uni, auf der Violine zu hören. Karten gibt es in der Potsdam-Information, im Haus 3: Zimmer/0.310(Golm) oder in der Universitätsbuchhandlung Am Neuen Palais. Der Eintritt kostet 12,- DM, ermäßigt 8,- DM. PUTZ
Mitten durch den Park Sanssouci
Unter dem Titel„Klangwege im Park Sanssouci“ wurde am 12. Juni 1999 eine Klanginstallation entlang der Hauptallee des Parks von Künstlern und Musikern erschaffen.
Das Werk wurde von den Potsdamer Musikern und Komponisten Bringfried Löffler, künstlerischer Mitarbeiter am Institut für Musik und Musikpädagogik der Uni Potsdam, Michael Schenk und Lutz Andres zusammen mit dem Dresdner Ralf Berkes, der hier Musik studierte, gemeinsam konzipiert, künstlerisch erarbeitet und auch realisiert. Das musikalische Gesamtkunstwerk entstand als Auftragskomposition der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci e.V. Es ist eingebunden in die noch bis zum 27. Juni dieses Jahres veranstalteten Musikfestspiele, die in diesem Jahr unter der Thematik „Knobelsdorff- Italien— Antike“ stehen. Die„Klangwege“;, auf die sich die Besucher begeben konnten, führten vom Mohrenrondell, Oranierrondell zur großen Fontäne über Musen-, Entführungs- und schließlich zum kleinen Fontänenrondell, wobei Musik, Wort und eine Tanzskulptur
Realisierten die Klanginstallation: Ralf Berkes, Bringfried Löffler, Lutz
Andres und Michael Schenk(vl.n.r.)
auf einzigartige und intensive Weise miteinander. korrespondierten, dabei Knobelsdorffs Italien- und Antikerezeption spiegelten und verfremdeten. Entsprechend der geometrischen Besonderheiten des barocken Landschaftsgartens wurden musikalische Mittel und Instrumentarien eingesetzt: der auf die Oktave und die Zahl„83“ orientierte Grundtonbezug, Oktavunterteilungen in Tetrachorde und das Spiel mit der Zahl„4“, Geräusche aus Steinen, Muscheln, Hölzern und Glöckchen, dann geordnete Gitarren- und Panflötenklänge, Falsettstimme als Imitation des Kastratensingens im 18. Jahrhundert, Soundinstallationen, schließlich das erotisierende Wechselspiel zwi
schen Marimbaphon/Key
Foto: Liebe
board und Violine im Entführungsrondell. Trotz der Fülle zahlensymbolischer, mythologischer und philosophischer Kontexte konnte das Werk seine Transparenz und Überschaubarkeit behalten. Dr. Thomas Freitag, PÖK
Vorstellung
Die von den Fachschaften Geschichte, Germanistik und Anglistik der Universität Potsdam durchgeführte Semester-Filmund Vortragsreihe im Filmmuseum sieht für den Juli eine weitere und damit letzte Veranstaltung vor. Dabei handelt es sich um die Aufführung„Der große Kolberg“(Regie Veit Harlan, 1945) am 05. 07.’99. Beginn ist um 19.30 Uhr. PUTZ
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