Campus
PUTZ 9/99
Mittelverteilung
gerecht und transparent
In der PUTZ-Ausgabe vom November dieses Jahres berichtete der Kanzler der Universität, Alfred Klein, wie dramatisch die Haushaltsentwicklung für die Universität in den nächsten Jahren sein wird. Nachteilig, so betonte der Kanzler, wirke sich die negative Haushaltsentwicklung insbesondere auf den Etat im Bereich der für die Qualität von Lehre und Forschung maßgebenden Ausstattung bei Sachmitteln aus.
Nur etwa zehn Prozent des Gesamtbudgets der Universität Potsdam, das sich auf etwa 146 Millionen DM beläuft, können für Sachmittel verwendet werden. Da selbst diese Mittel von Jahr zu Jahr knapper werden, war es naheliegend, ein möglichst gerechtes und transparentes Modell für die Vergabe der Haushaltsmittel zu entwickeln. Der Entwurf eines solchen Modells hat das Rektorat erarbeitet und der Kommission für Entwicklungsplanung und Finanzen(EPK) beziehungsweise seiner Unterkommission, der Arbeitsgruppe Haushalt, vorgelegt. Nach einer intensiven Diskussion haben die EPK-Mitglieder am 22. November dem Modell einstimmig zugestimmt. Der Senat hat dieses Modell in seiner Sitzung am 9. Dezember zur Kenntnis genommen.
Mit Hilfe dieses Finanzmittelverteilungsmodells werden nun die Mittel für Lehre und Forschung auf die fünf Fakultäten der Universität Potsdam sowohl nach belastungs- beziehungsweise volumenorientierten Kriterien als auch nach Leistungskriterien verteilt. Insgesamt fußt das Modell auf fünf Säulen:
20 Prozent der zu verteilenden Mittel gehen in die Grundausstattung. Diese bemißt sich nach der Zahl der Professoren und der Hälfte der Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter, wobei die einzelnen Fächer verschiedenen Preisclustern
zugeordnet sind, denen wiederum unterschiedlichen Fachgewichtungsfaktoren zugeordnet sind.
40 Prozent der Verteilungsmasse fließen in eine sogenannte Zusatzausstattung für Lehre: Sie(ergibt sich(jes zur
Das detaillierte Finanzmittelverteilungsmodell ist in der Pressestelle erhältlich (Tel.: 0331/977-1474).
Hälfte aus der Zahl der Studierenden in der Regelstudienzeit und der Zahl der Absolventen. Für Leistungen in der Forschung wird eine zusätzliche Ausstattung von 30 Prozent vorgehalten. Errechnet wird die Vergabe dieser Mittel an die Fakultäten auf Grund des Anteils an Drittmitteleinnahmen der Hochschule.
Fünf Prozent der Verteilungsmasse steht für Leistungen zur Förderung des wissenschaftli
Besondere Leistungen in Lehre und Forschung sowie in der Frauen- und Nachwuchsförderung können künftig belohnt werden.
chen Nachwuchses zur Verfügung. Für die Förderung zur Erhöhung des Frauenanteils bei Hochschullehrern und Wissenschaftlichen Mitarbeitern wird eine zusätzliche Ausstattung von fünf Prozent bereit gestellt, die auch auf der Grundlage des im Senat beschlossenen„Anreizsystems Frauenförderung“ der Universität Potsdam vergeben werden.
Mit dem Verteilungsmodell, dass in etwa auch dem Brandenburger Landesverteilungsmodell entspricht, hat die Uni Potsdam zugleich auch ein Anreizsystem zur Förderung von Lehre, Forschung, Nach
[N
Foto: Fritze
wuchs- und Frauenförderung geschaffen.
Insgesamt fanden bei der Diskussion um die Einführung des Finanzmittelverteilungsmodells natürlich auch Besonderheiten der Fakultäten Berücksichtigung. So sind beispielsweise zur Differenzierung des unterschiedlichen Sachmittelbedarfs der Fächer die einzelnen Fachgewichtungsfaktoren sowohl im Bereich der Grundausstattung als auch bei der Zusatzausstattung Lehre einbezogen worden. Und im Bereich der Zusatzausstattung Forschung sind der Juristischen Fakultät befristet Sonderkonditionen eingeräumt
worden, da diese historisch wenig Drittmittel einnimmt.
Inhaltlich überzeugt die Modellrechnung insbesondere durch die Transparenz. Ein einziges Verteilungsmodell (statt drei zuvor) wird genutzt, um die Finanzmittel für Lehre und Forschung auf die Fakultäten zu verteilen. gl
Stiftung perfekt
Die Hasso-Plattner-Stiftung ist errichtet. Am 6. Dezember unterzeichneten Prof. Hasso Plattner und der brandenburgische Wissenschaftsminister Wolfgang Hackel das Stiftungsgeschäft zur Errichtung der Hasso-Plattner-Stiftung für Softwaresystemtechnik.„Diese Öffentlich-private Partnerschaft im Hochschulbereich ist bundesweit bisher einmalig“, unterstrich Hackel. Das_Hasso-Plattner-Institut (HPI), dessen Tätigkeit die Stiftung sichern wird, ist ein An-Institut der Universität Potsdam. Es bietet eine Ausbildung für SoftwaresystemIngenieure an. Plattner stiftet ein Kapitel von fünf Millionen DM und stellt die Finanzierung des Hasso-Plattner-Instituts über zwanzig Jahre mit einem jährlichen Betrag von fünf Millionen DM sicher.
PUTZ
erschienen
Das neue Heft des Journals zur Lehrerbildung,„kentron“, ist gerade erschienen. Themenschwerpunkt ist diesmal das am 29. Juni 1999 in Kraft getre: tene Lehrerbildungsgesetz. Weiter gibt es unter anderem einen Überblick über Veranstaltungen zum| Thema Lehrerbildung im Wintersemester 1999/2000. Zu beziehen ist„kentron“ über die Zentralstelle für Lehrerbildung, Dr. Roswitha Lohwaßer, Universitätskomplex Golm, Haus 14, Raum 538, Tel.: 0331/9772561:
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