Heft 
(1.1.2019) 09
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Campus

PUTZ 9/99

Mittelverteilung

gerecht und transparent

In der PUTZ-Ausgabe vom November dieses Jahres be­richtete der Kanzler der Uni­versität, Alfred Klein, wie dramatisch die Haushalts­entwicklung für die Univer­sität in den nächsten Jahren sein wird. Nachteilig, so be­tonte der Kanzler, wirke sich die negative Haushaltsent­wicklung insbesondere auf den Etat im Bereich der für die Qualität von Lehre und Forschung maßgebenden Ausstattung bei Sachmitteln aus.

Nur etwa zehn Prozent des Gesamtbudgets der Universität Potsdam, das sich auf etwa 146 Millionen DM beläuft, können für Sachmittel verwendet wer­den. Da selbst diese Mittel von Jahr zu Jahr knapper werden, war es naheliegend, ein mög­lichst gerechtes und transpa­rentes Modell für die Vergabe der Haushaltsmittel zu ent­wickeln. Der Entwurf eines solchen Modells hat das Rek­torat erarbeitet und der Kom­mission für Entwicklungspla­nung und Finanzen(EPK) be­ziehungsweise seiner Unter­kommission, der Arbeits­gruppe Haushalt, vorgelegt. Nach einer intensiven Diskus­sion haben die EPK-Mitglieder am 22. November dem Modell einstimmig zugestimmt. Der Senat hat dieses Modell in sei­ner Sitzung am 9. Dezember zur Kenntnis genommen.

Mit Hilfe dieses Finanzmittel­verteilungsmodells werden nun die Mittel für Lehre und Forschung auf die fünf Fakul­täten der Universität Potsdam sowohl nach belastungs- bezie­hungsweise volumenorientier­ten Kriterien als auch nach Lei­stungskriterien verteilt. Insge­samt fußt das Modell auf fünf Säulen:

20 Prozent der zu verteilenden Mittel gehen in die Grundaus­stattung. Diese bemißt sich nach der Zahl der Professoren und der Hälfte der Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter, wobei die einzelnen Fächer verschiedenen Preisclustern

zugeordnet sind, denen wie­derum unterschiedlichen Fach­gewichtungsfaktoren zugeord­net sind.

40 Prozent der Verteilungs­masse fließen in eine soge­nannte Zusatzausstattung für Lehre: Sie(ergibt sich(jes zur

Das detaillierte Finanzmit­telverteilungsmodell ist in der Pressestelle erhältlich (Tel.: 0331/977-1474).

Hälfte aus der Zahl der Studie­renden in der Regelstudienzeit und der Zahl der Absolventen. Für Leistungen in der For­schung wird eine zusätzliche Ausstattung von 30 Prozent vorgehalten. Errechnet wird die Vergabe dieser Mittel an die Fakultäten auf Grund des Anteils an Drittmitteleinnah­men der Hochschule.

Fünf Prozent der Verteilungs­masse steht für Leistungen zur Förderung des wissenschaftli­

Besondere Leistungen in Lehre und Forschung sowie in der Frauen- und Nachwuchsförderung können künftig belohnt werden.

chen Nachwuchses zur Verfü­gung. Für die Förderung zur Erhöhung des Frauenanteils bei Hochschullehrern und Wissenschaftlichen Mitarbei­tern wird eine zusätzliche Aus­stattung von fünf Prozent be­reit gestellt, die auch auf der Grundlage des im Senat be­schlossenenAnreizsystems Frauenförderung der Univer­sität Potsdam vergeben wer­den.

Mit dem Verteilungsmodell, dass in etwa auch dem Bran­denburger Landesverteilungs­modell entspricht, hat die Uni Potsdam zugleich auch ein An­reizsystem zur Förderung von Lehre, Forschung, Nach­

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Foto: Fritze

wuchs- und Frauenförderung geschaffen.

Insgesamt fanden bei der Dis­kussion um die Einführung des Finanzmittelverteilungsmo­dells natürlich auch Besonder­heiten der Fakultäten Berück­sichtigung. So sind beispiels­weise zur Differenzierung des unterschiedlichen Sachmittel­bedarfs der Fächer die einzel­nen Fachgewichtungsfaktoren sowohl im Bereich der Grund­ausstattung als auch bei der Zusatzausstattung Lehre ein­bezogen worden. Und im Be­reich der Zusatzausstattung Forschung sind der Juristi­schen Fakultät befristet Son­derkonditionen eingeräumt

worden, da diese historisch wenig Drittmittel einnimmt.

Inhaltlich überzeugt die Mo­dellrechnung insbesondere durch die Transparenz. Ein einziges Verteilungsmodell (statt drei zuvor) wird genutzt, um die Finanzmittel für Lehre und Forschung auf die Fakul­täten zu verteilen. gl

Stiftung perfekt

Die Hasso-Plattner-Stiftung ist errichtet. Am 6. Dezember un­terzeichneten Prof. Hasso Plattner und der brandenbur­gische Wissenschaftsminister Wolfgang Hackel das Stif­tungsgeschäft zur Errichtung der Hasso-Plattner-Stiftung für Softwaresystemtechnik.Diese Öffentlich-private Partnerschaft im Hochschulbereich ist bun­desweit bisher einmalig, un­terstrich Hackel. Das_Hasso-Plattner-Institut (HPI), dessen Tätigkeit die Stiftung sichern wird, ist ein An-Institut der Universität Potsdam. Es bietet eine Aus­bildung für Softwaresystem­Ingenieure an. Plattner stiftet ein Kapitel von fünf Millionen DM und stellt die Finanzie­rung des Hasso-Plattner-Insti­tuts über zwanzig Jahre mit ei­nem jährlichen Betrag von fünf Millionen DM sicher.

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erschienen

Das neue Heft des Journals zur Lehrerbildung,kentron, ist gerade erschienen. Themen­schwerpunkt ist diesmal das am 29. Juni 1999 in Kraft getre: tene Lehrerbildungsgesetz. Weiter gibt es unter anderem einen Überblick über Veran­staltungen zum| Thema Lehrerbildung im Winterseme­ster 1999/2000. Zu beziehen istkentron über die Zentral­stelle für Lehrerbildung, Dr. Roswitha Lohwaßer, Univer­sitätskomplex Golm, Haus 14, Raum 538, Tel.: 0331/977­2561:

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