Heft 
(1.1.2019) 01
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PUTZ 1-2/00

Studiosi

Für Ungarin gute Chancen

Abschluss am Studienkolleg

Potsdamer Studis geehrt

Deutscher Studienpreis verliehen

Zu den einundvierzig Absol­venten, die im Januar dieses Jahres ihr Abschlusszeugnis des Studienkollegs erhielten, gehört die 24-jährige Eva Schrott aus Budapest. Sie besuchte in ihrer ungari­schen Heimat die Fachmit­telschule für Gesundheitswe­sen.

Eigentlich war es aber schon immer mein Ziel, in Deutsch­land Ernährungswissenschaft zu studieren. Mit dem Stu­dium dieser in Ungarn gegen­wärtig noch wenig bekannten Fachrichtung rechnet sich Eva Schrott gute Berufschancen aus.In Zukunft werden in meiner Heimat die Probleme rund um die Ernährung eine wichtige Rolle spielen. Dann will ich gut vorbereitet sein und vielleicht in der Forschung arbeiten.

Die Aufnahme eines Studiums in Deutschland erfordert eine Hochschulzugangsberechti­gung. Deshalb bewarb sich Eva Schrott im Sommerseme­ster 1999 am Studienkolleg. Den ersten Schock bekam

ich, als ich die vielen jungen Leute beim Aufnahmetest sah, leider aber niemanden aus Un­garn. Wie alle anderen war ich schrecklich aufgeregt, aber nachdem ich die Aufgaben ge­lesen hatte, wusste ich, dass ich eine Chance haben werde. Die unterschiedlichen Natio­nalitäten der Teilnehmer im

Fachkurs zur Vorbereitung auf die naturwissenschaftlichen Studiengänge machte eine Ver­ständigung in Deutsch not­wendig.Das hat sich für die Verbesserung unserer sprachli­chen Leistungen gelohnt.

Eva lobt das offene Verhältnis zwischen Lehrkräften und Stu­dierenden am Studienkolleg, die freundschaftliche Atmos­phäre unter den Studierenden und die kompetente fachliche Vorbereitung auf das Hoch­schulstudium in Deutschland. Weniger gut findet sie den häufigen Wechsel der Lehr­kräfte, der die Kontinuität der Ausbildung nicht gerade un­terstützt.

Dr. Ortrud Heßke/ Studienkolleg

Fünf Studenten der Mathe­matisch-Naturwissenschaft­lichen Fakultät haben am Wettbewerb um denDeut­schen Studienpreis der Kor­ber-Stiftung teilgenommen und waren erfolgreich. Die Juroren vergaben an das Team einen mit 5.000 DM dotierten dritten Preis für die Arbeit mit dem Titel Das Oderhochwasser 1997. Chance oder Risiko für die Region?.

Bei den Mitte Januar Geehrten handelt es sich um Miriam Dühnforth, Gudrun Richter, Anne Schmitt, Christian Kuh- licke und Jens Höhne, die alle Geologie, Geographie oder Geoökologie an der Alma ma- ter belegen beziehungsweise wie im Falle Schmitt dies ge­rade beendeten. Die Uni-Stu­denten hatten sich unter rund 500 Teilnehmern durchge­setzt. Ihre jetzt ausgezeichnete Arbeit gehört zu insgesamt 53 Beiträgen, die preisgekürt wur­den. Das Spektrum der im Rahmen der Ausschreibung durchgefuhrten Forschungs­projekte reichte von der Be­wertung des deutschen Ren­tensystems über Messungen der Strahlenbelastung in Tschernobyl bis zur Ermitt­lung der Einstellung der Be­völkerung zu genetisch verän­derten Lebensmitteln. Immer aber stand eine starke Praxiso­rientierung im Vordergrund.

Gefahr verdrängt

Auch die Potsdamer hielten sich an das Prinzip, als sie den Umgang mit den Folgen und die Wahrnehmung des Hoch­wasserrisikos bei den Men­schen in der Oder-Region un­tersuchten. Ihr eher verblüf­fendes Ergebnis: Trotz der durch die Betroffenen ge­machten Erfahrungen setzen sie sich nicht in dem zu erwar­tenden Maße mit der vom Fluss ausgehenden Gefahr aus­einander. Und das, obwohl nach Ansicht der Autoren dazu Grund genug wäre. Immerhin habe der Mensch durch Ein­deichung und Entwässerung

Die Ungarin Eva Schrott (Mitte) gehört zu den einundvierzig Absolventen des Studienkollegs, die im Januar ihre Abschlusszeugnisse erhielten.

Foto: Fritze

massiv in den Wasserhaushalt der Oder eingegriffen, vermel­den auch historische Quellen wiederholt Hochwasserkata­strophen. Heute kann, so die Aussage des Teams, die Gefahr durch Frühwarnsysteme und Niederschlagswerte aus Satelli­tendaten zwar schneller als in der Vergangenheit erkannt werden, das hohe Risiko bei Extremereignissen jedoch bleibt. Damit stelle sich weiter die Frage nach dem Umgang mit der Situation und schließ­lich nach der Art der Bewälti­gung eingetretener Schäden wie auch einzuleitender Maß­nahmen zu deren Vorbeu­gung. Das derzeitige Hauptau­genmerk liege offensichtlich beim wenn auch nicht immer originalgetreuen Wiederaufbau des zerstörten Geländes und der Stärkung des technischen Hochwasserschutzes. Ganz iin Gegensatz zu kurz nach der Katastrophe 1997 laut gewor­denen Rufen. Damals machten Forderungen nach einer inten­siveren Berücksichtigung der Land- und Flächennutzung und damit im Zusammenhang nach einer Vergrößerung des Raumes für den Fluss die Runde.

P.G.

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