Heft 
(1.1.2019) 03
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Campus

PUTZ 3/00

Globalisierung ‚auch Chance

In der Zeit vom 16.-18. März 2000 fand an der Uni­= versität Potsdam der 8. Bun­deskongress für Politische Bildung statt.

MDas Thema lauteteInterna­_tionalisierung von Wirtschaft und Politik- Herausforderun­gen an die Politische Bildung. Veranstaltet wurde das Treffen von der Bundeszentrale für po­litische Bildung und der Deut­schen Vereinigung für Politi­sche Bildung in Kooperation mit der Universität Potsdam und der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.

Über 500 Kongressteilnehmer | arbeiteten und diskutierten in zwölf Sektionen und 19 Workshops über die Wechsel­_wirkungen von politischer Bil­dung, Mediengesellschaft, Wirtschaft und Politik und ver­suchten, neue Handlungsstra­tegien zu finden.

Hintergrund bildet der Um­stand, dass sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Weltwirt­schaft in einem Umbruch be­findet. Großunternehmen fu­sionieren, agieren mit enormer Wirtschaftskraft weltweit und beeinflussen so nationale Volkswirtschaften. In Europa finden parallel dazu Verände­rungen der politischen und in­stitutionellen Rahmenbedin­gungen statt. Dagegen ist der Transformationsprozess der mittel- und osteuropäischen Zentralverwaltungswirtschaf­ten zu Marktwirtschaften noch nicht abgeschlossen.

Globalisierung muss heute auch als Chance für die Zu­kunft der Jugendlichen ver­standen werden. Politische Bil­dung in Schule und Erwachse­nenbildung hat es sich deshalb zur neuen Aufgabe gemacht, den veränderten Lebenswelten mit zukunftsorientierten Lern­und Vermittlungsstrategien zu begegnen. Die Tagung wid­Mete sich intensiv dieser ganz aktuellen Herausforderung.

Constanze Blödner

Denken untersucht Erste DFG- Forschergruppe an Uni

Schon in ihrer Gründungs­phase hat die Universität Potsdam die Kognitionswis­senschaft, also die Untersu­chung der menschlichen Denkleistungen, zu einem ihrer erklärten Profilbereiche gemacht. Besonders hervor­zuheben ist dabei die Vernet­zung von natur- und geistes­wissenschaftlichen Ansätzen.

So untersuchen die Wissen­schaftler Jin einem der For­schungsprojekte mit den neue­sten in ider nichtlinearen Physik ent­wickelten Me­thoden die Reaktionen des Gehirns auf verschie­dene Typen von sprachli­chen Mehr­deutigkeiten.

Die Themen:

stellung

Konfligie­

rende Regeln greift aktuelle Trends in Psychologie, Sprach­wissenschaft und Informatik bei der Untersuchung mensch­licher geistiger Leistungen auf. Nicht nur bei bewussten Ent­scheidungen, sondern auch bei unbewussten Prozessen, wie zum Beispiel dem Sprachver­stehen, scheint das menschli­che Denken von verschiedenen generellen Strategien bestimmt zu sein, die einander im Ein­zelfall widersprechen können. Die Forschergruppe der Uni wird sich besonders intensiv mit der Frage beschäftigen, wie diese Konflikte in der Kogni­tion gelöst werden. Beispiels­weise vertritt die Sprachwissen­schaft aufbauend auf Erkennt­nissen zur Lautstruktur die These, dass Konflikte zwischen sprachlichen Regeln mit einer lexikographischen Strategie aufgelöst werden: Das jeweils stärkste relevante Prinzip setzt sich durch. Unter der Bezeich­nungTake the Best-Strate­gie ist dies auch in der Psycho­logie in Forschungen zur be­grenzten Rationalität aktuell.

Neben der Frage, unter wel­chen Bedingungen das Gehirn diese[Strategie Jeinsetzt,ästellt sich Jauch das Problem wie sich Konfliktlösungsstrategien in ein allgemeines Modell des menschlichen Denkens einpas­sen. Die Potsdamer Psycholo­gie wird sich dieser Frage am Beispiel der Fähigkeit von Menschen zum logischen Denken zuwenden. In enger Zusammenarbeit mit der Sprachwissenschaft wird die Informatik neue Methoden zur maschinel­Jen Verarbei: tung von konf­Jligierenden Regeln und von Regelprä­ferenzen ent­wickeln.

Konfligie: rende Regeln ist eine For: schergruppe, die von der Deutschen Forschungsge­meinschaft(DFG) neu bewil­ligt wurde. Die DFG stellt der Universität Potsdam bis läng­stens 2006 pro Jahr einen Be­trag von jeweils mehr als einer Million Mark für die For­schungen in der Kognitions­wissenschaft zur Verfügung. Damit können zwölf neue Ar­beitsplätze für junge Wissen­schaftler in Potsdam finanziert werden. Es ist der Uni damit erstmals gelungen, erfolgreich als Trägerhochschule eine For­schergruppe bei der DFG zu beantragen. An der interdiszi­plinären Forschergruppe sind mehr als 25 Wissenschaftler aus den Bereichen Linguistik, Informatik, Physik und Psy­chologie beteiligt. Die For­schergruppe vertieft die Bezie­hungen der Universität Pots­dam zum Max-Planck-Institut für neuropsychologische For­schung. Alle Arbeitsgruppen sind international mit den je­weils führenden Hochschulen in Nordamerika und Europa vernetzt.

Foto: Tribukeit

PUTZ

Physiker an Uni Potsdam

Im Grenzbereich zwischen Physik, Chemie und Biologie bewegen sich jene Wissen­schaftler, die sich Mitte März zur Frühjahrstagung der Deut­schen Physikalischen Gesell­schaft(DPG) an'der Uni Pots; dam trafen. Schwerpunktthe­men waren_Materialober­flächen mit besonderem che­mischen und physikalischen Charakter sowie Studien ein­zelner Biomoleküle. Am Kon­gress der beiden Fachverbände Chemische Physik und Poly­merphysik nahmen rund 400 Forscher teil. Den Eröffnungs­vortrag über die Untersuchun­gen einzelner(Bio-)Moleküle hielt Steven Chu- Der US; Amerikaner ist seit 1997 Inha­ber des Nobelpreises für Phy­sik. PUTZ

Heuschrecken im Mittelpunkt

Genau 62 verschiedene Heu­schreckenarten leben im Land Brandenburg. Mit ihnen und ihren Verwandten weltweit be­fasste sich die 6.4 Jahresver­sammlung der Deutschen Ge­sellschaft für Orthopterologie. Das Thema lautete Standider Heuschreckenforschung in Mitteleuropa. Zu der Veran­staltung an der Uni Potsdam kamen rund 100 Biologen aus Deutschland und aus Europa. Auf dem Programm standen unter anderem Fragen der Art­bestimmung, Systematik, des Zusammenhangs von Ökolo­gie und Lebensraum oder der Bestandserfassung. PUTZ

Kooperation jetzt vereinbart

Die Zusammenarbeit der Uni Potsdam mit dem Verein Wei­terqualifizierung im Bildungs­bereich(WiB) e.V. ist gere­gelt. Am 27. 01. 2000 unter­zeichneten Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder und der Geschäftsführer des WiB, Prof. Dr. Bernhard Muszynski, ei­nen Kooperationsvertrag. PUTZ

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