Campus
PUTZ 3/00
Globalisierung ‚auch Chance
In der Zeit vom 16.-18. März 2000 fand an der Uni= versität Potsdam der 8. Bundeskongress für Politische Bildung statt.
MDas Thema lautete„Interna_tionalisierung von Wirtschaft und Politik- Herausforderungen an die Politische Bildung“. Veranstaltet wurde das Treffen von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung in Kooperation mit der Universität Potsdam und der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.
Über 500 Kongressteilnehmer | arbeiteten und diskutierten in zwölf Sektionen und 19 Workshops über die Wechsel_wirkungen von politischer Bildung, Mediengesellschaft, Wirtschaft und Politik und versuchten, neue Handlungsstrategien zu finden.
Hintergrund bildet der Umstand, dass sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Weltwirtschaft in einem Umbruch befindet. Großunternehmen fusionieren, agieren mit enormer Wirtschaftskraft weltweit und beeinflussen so nationale Volkswirtschaften. In Europa finden parallel dazu Veränderungen der politischen und institutionellen Rahmenbedingungen statt. Dagegen ist der Transformationsprozess der mittel- und osteuropäischen Zentralverwaltungswirtschaften zu Marktwirtschaften noch nicht abgeschlossen.
Globalisierung muss heute auch als Chance für die Zukunft der Jugendlichen verstanden werden. Politische Bildung in Schule und Erwachsenenbildung hat es sich deshalb zur neuen Aufgabe gemacht, den veränderten Lebenswelten mit zukunftsorientierten Lernund Vermittlungsstrategien zu begegnen. Die Tagung widMete sich intensiv dieser ganz aktuellen Herausforderung.
Constanze Blödner
Denken untersucht Erste DFG- Forschergruppe an Uni
Schon in ihrer Gründungsphase hat die Universität Potsdam die Kognitionswissenschaft, also die Untersuchung der menschlichen Denkleistungen, zu einem ihrer erklärten Profilbereiche gemacht. Besonders hervorzuheben ist dabei die Vernetzung von natur- und geisteswissenschaftlichen Ansätzen.
So untersuchen die Wissenschaftler Jin einem der Forschungsprojekte mit den neuesten in ider nichtlinearen Physik entwickelten Methoden die Reaktionen des Gehirns auf verschiedene Typen von sprachlichen Mehrdeutigkeiten.
Die Themen:
stellung
„Konfligie
rende Regeln“ greift aktuelle Trends in Psychologie, Sprachwissenschaft und Informatik bei der Untersuchung menschlicher geistiger Leistungen auf. Nicht nur bei bewussten Entscheidungen, sondern auch bei unbewussten Prozessen, wie zum Beispiel dem Sprachverstehen, scheint das menschliche Denken von verschiedenen generellen Strategien bestimmt zu sein, die einander im Einzelfall widersprechen können. Die Forschergruppe der Uni wird sich besonders intensiv mit der Frage beschäftigen, wie diese Konflikte in der Kognition gelöst werden. Beispielsweise vertritt die Sprachwissenschaft aufbauend auf Erkenntnissen zur Lautstruktur die These, dass Konflikte zwischen sprachlichen Regeln mit einer „lexikographischen“ Strategie aufgelöst werden: Das jeweils stärkste relevante Prinzip setzt sich durch. Unter der Bezeichnung„Take the Best“-Strategie ist dies auch in der Psychologie in Forschungen zur begrenzten Rationalität aktuell.
Neben der Frage, unter welchen Bedingungen das Gehirn diese[Strategie Jeinsetzt,ästellt sich Jauch das Problem wie sich Konfliktlösungsstrategien in ein allgemeines Modell des menschlichen Denkens einpassen. Die Potsdamer Psychologie wird sich dieser Frage am Beispiel der Fähigkeit von Menschen zum logischen Denken zuwenden. In enger Zusammenarbeit mit der Sprachwissenschaft wird die Informatik neue Methoden zur maschinelJen Verarbei: tung von konfJligierenden Regeln und von Regelpräferenzen entwickeln.
„Konfligie: rende Regeln“ ist eine For: schergruppe, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft(DFG) neu bewilligt wurde. Die DFG stellt der Universität Potsdam bis längstens 2006 pro Jahr einen Betrag von jeweils mehr als einer Million Mark für die Forschungen in der Kognitionswissenschaft zur Verfügung. Damit können zwölf neue Arbeitsplätze für junge Wissenschaftler in Potsdam finanziert werden. Es ist der Uni damit erstmals gelungen, erfolgreich als Trägerhochschule eine Forschergruppe bei der DFG zu beantragen. An der interdisziplinären Forschergruppe sind mehr als 25 Wissenschaftler aus den Bereichen Linguistik, Informatik, Physik und Psychologie beteiligt. Die Forschergruppe vertieft die Beziehungen der Universität Potsdam zum Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung. Alle Arbeitsgruppen sind international mit den jeweils führenden Hochschulen in Nordamerika und Europa vernetzt.
Foto: Tribukeit
PUTZ
Physiker an Uni Potsdam
Im Grenzbereich zwischen Physik, Chemie und Biologie bewegen sich jene Wissenschaftler, die sich Mitte März zur Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft(DPG) an'der Uni Pots; dam trafen. Schwerpunktthemen waren_Materialoberflächen mit besonderem chemischen und physikalischen Charakter sowie Studien einzelner Biomoleküle. Am Kongress der beiden Fachverbände Chemische Physik und Polymerphysik nahmen rund 400 Forscher teil. Den Eröffnungsvortrag über die Untersuchungen einzelner(Bio-)Moleküle hielt Steven Chu- Der US; Amerikaner ist seit 1997 Inhaber des Nobelpreises für Physik. PUTZ
Heuschrecken im Mittelpunkt
Genau 62 verschiedene Heuschreckenarten leben im Land Brandenburg. Mit ihnen und ihren Verwandten weltweit befasste sich die 6.4 Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Orthopterologie. Das Thema lautete Standider Heuschreckenforschung in Mitteleuropa“. Zu der Veranstaltung an der Uni Potsdam kamen rund 100 Biologen aus Deutschland und aus Europa. Auf dem Programm standen unter anderem Fragen der Artbestimmung, Systematik, des Zusammenhangs von Ökologie und Lebensraum oder der Bestandserfassung. PUTZ
Kooperation jetzt vereinbart
Die Zusammenarbeit der Uni Potsdam mit dem Verein Weiterqualifizierung im Bildungsbereich(WiB) e.V. ist geregelt. Am 27. 01. 2000 unterzeichneten‘ Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder und der Geschäftsführer des WiB, Prof. Dr. Bernhard Muszynski, einen Kooperationsvertrag. PUTZ
3