PUTZ 3/00
Campus
Aus dem Senat
In seiner 69. Sitzung am 3. Februar 2000 hat sich der Senat der Universität Potsdam unter anderem mit folgenden Themen beschäftigt:
Kommission Lehrerbildung
Der Senat nahm die Bildung einer Rektoratskommission für Lehrerbildung zur Kenntnis (siehe dazu auch PUTZ-Beitrag auf Seite 5).
Förderung Behinderter
Zur Erarbeitung von Richtlinien zur Förderung Behinderter an der Universität Potsdam wurde mit Zustimmung der Senatoren eine Arbeitsgruppe gebildet, der auch Studierende mit Handikap angehören.
Wahlen für Präsidenten
Die Gremienmitglieder stimmten der Einsetzung einer Arbeitsgruppe zu, deren Aufgabe es ist, den Ausschreibungstext für die Präsidentschaftswahl im Sommer dieses Jahres zu for
mulieren. B.E.
Wieder LeibnizKolleg
Das nunmehr 4. Leibniz-Kolleg steht unmittelbar bevor. Stattfinden wird die Veranstaltung, deren. fachliche Federführung die Institute Biologie/Biochemie der Uni, das Max-Planck-Institut für Kolloid- und KGrenzflächenforschung sowie die InnoRegioInitiative Potsdam-Luckenwalde übernommen haben, am 09. und 11. Mai dieses Jahres. „Molekulare Maschinen- Eine neue Schnittstelle zwischen Physik und Biologie“ heißt das Thema, mit dem sich deren Teilnehmer beschäftigen werden. Den‘den gleichen‘ Titel tragenden Hauptvortrag hält am 11.05.2000 um 17.00 Uhr Prof. Dr. Hermann Eduard Gaub, Ludwig-MaximiliansUniversität München.
PUTZ
Flexibler und wirtschaftlicher
Neue Wege in der Haushaltsführung
Seit(dem. Januar? 2000 nimmt die Universität Potsdam an dem Brandenburger Modellversuch Haushaltsglobalisierung im_Hochschulbereich teil. An ihm beteiligen sich außer der Universität Potsdam die Fachhochschulen Wildau und Lausitz sowie die Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam. Globalisierungshaushalte sichern den Hochschulen größere finanzielle Entscheidungsspielräume. Haushaltsmittel wirtschaftlicher einzusetzen und zeitnaher auf veränderte Anforderungen reagieren zu können, sind weitere damit verbundene Chancen für die Hochschulen. Globalhaushalte sollen zu einer wirtschaftlichen Finanzmittelverteilung beitragen, erläutert Uni-Kanzler Alfred Klein.„Sie sind ein Instrument der Haushaltsflexibilisierung, welches auf die Lockerung des Haushaltsvollzugs sowie eine Dezentralisierung der Ressourcenverantwortung zielt.“ Bisher hatte die Uni Potsdam ein eigenes Kapitel im Haushaltsplan des Landes Brandenburg. Darin enthalten waren verschiedene, nach Einnahmen und Ausgaben getrennte Titel. „Mit diesen Mitteln mussten wir auskommen“, sagt die Dezernentin für Haushalt und Beschaffung, Ursula Swillims. Jetzt gibt es einen Landeszuschuss, der aus zwei Teilen besteht: Verwaltungszuschuss und Zuschuss für Investitionen. Die Uni Potsdam arbeitet auf der Grundlage der Kameralistik, einem bei staatswirtschaftlichen Abrechnungen gebräuchlichen System des Rechnungswesens. Auch wenn es modernere Buchungssysteme gäbe, erhalte man mit. deren Hilfe nicht mehr Geld, versichert die Dezernentin. Die Aufgabe der Universität besteht nun darin, einen Wirtschaftsplan zu erstellen, um den Nachweis über die Verwendung der Zuschüsse zu führen. Dieser Plan besteht
wiederum aus zwei Teilen, dem Erfolgs- und dem Finanzplan. Der Erfolgsplan enthält Einnahmen, wie Gebühren, Einnahmen aus Vermietungen, Verpachtungen oder beispielsweise Erträge aus Drittmitteln. Zum anderen gibt dieser Plan einen Überblick über Ausgaben wie Personal- und Sachaufwand. Im Finanzplan sind alle Investitionen aufgeführt.
Wie in den bisherigen Festlegungen auch enthält der Wirtschaftsplan Haushaltsvermer
Sieht in der Einführung der Haushaltsglobalisierung Vorteile für die Universität Potsdam: Ursula SwilLims. Foto: Fritze ke.„Diese: Vermerke lassen eine bestimmte Flexibilität zu“, so Ursula Swillims. Denn eigenverantwortliche Umschichtungen sind aufgrund der Globalisierungsvermerke in bestimmten Bereichen möglich.
Der Wirtschaftsplan wird durch weitere Unterlagen ergänzt, so die Produkt- und Leistungsbeschreibung. Hier sind alle Informationen enthalten, die zur Beurteilung der Kosten- und Leistungssituation der Hochschule notwendig sind: auszubildende Studierende, dafür benötigtes Personal, Ausgaben für Sachmittel, eingeworbene Drittmittel, Stellenübersicht und so weiter. „Der ‚entscheidende Unterschied zum alten Haushaltsplan besteht darin, dass wir im Rahmen eines Regelwerkes bestimmte Freiheiten haben wer
den“, sagt Ursula Swillims, Man verlange von der Universität allerdings ein sehr umfangreiches Berichtswesen. Dieses Regelwerk muss von den beteiligten Modellhochschulen akzeptiert werden. Noch ist die Entscheidung darüber nicht endgültig einvernehmlich getroffen. Eine Bedingung in diesem Regelwerk besteht in der Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung.
Die Uni Potsdam wird in den nächsten Jahren die Kostenrechnung auf der Basis der bestehenden HIS-Systeme einführen. Aus Sicht der Haushaltsdezernentin ist es wirtschaftlich, mit diesem System zu arbeiten. Denn es nutzt die Daten aus den anderen HISProgrammen(beispielsweise Studenten- und Personalverwaltung) und aus dem UniMittelbewirtschaftungssystem. Daraus werden dann Kosten ermittelt.
Insgesamt erlaubt der Modellversuch, unter anderem eine günstigere Möglichkeit der Rücklagenbildung. Nach dem| alten Haushaltsrecht mussten| 20 Prozent der Rücklagen ab-| gegeben werden. Die am Modellversuch beteiligten Hoch-| schulen haben nun die Mög-| lichkeit, diese 20 Prozent auf zehn Prozent.zu reduzieren.| Außerdem werden die Möglichkeiten der gegenseitigen| Deckungsfähigkeit vergrößert.| Bisher war genau vorgeschrie-| ben, welche Mittel für welche| anderen Zwecke ausgegeben_ werden durften. Diese Hand-| habung ist im Wirtschaftsplan weitgehender.
Durch die Einführung des} Wirtschaftsplanes gab es bei| der Abwicklung der Finanzen| an der Uni zunächst‘ große| Veränderungen. Alle Titel| mussten geändert werden.| Jetzt gibt es nur noch zwei Ti-| tel mit mehreren Unterkonten.| Trotz aller Anlaufschwierigkei-| ten ist offenkundig, dass die| Fakultäten durch die Neurege-| lungen eigenverantwortlicher| handeln können. B.E.|
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