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(1.1.2019) 03
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PUTZ 3/00

Uni auf CeBIT 2000 in Hannover Auch in diesem Jahr war die

Universität Potsdam auf der CeBIT in Hannover vertre­

ten. Ende Februar 2000 zeigte der Bereich Numeri­sche Mathematik For­

schungsergebnisse zurAu­tomatischen Erkennung von Frakturschriften.

Auf der Basis modernster Me­thoden der Bildverarbeitung entwickelten die Mathematiker ein. Verfahren, das gescannte Dokumente mit altdeutschen Schriften weitgehend automa­tisiert in einen Volltext um­wandelt. Mit dieser Methode ist eine effiziente Erfassung alt­deutscher Schriften, wie Bücher, Lexika, Zeitschriften, möglich. Durch die digitale Vorverarbeitungsstufe werden auch bei mittelmäßigen und schlechten Vorlagen sehr gute Erkennungsergebnisse erzielt. Die Kosten der Volltexterfas­sung bibliophiler Schriften können damit gesenkt werden. Seltene und wertvolle Schrif­ten des 17.-bis 19. Jahrhun­derts liegen häufig nur noch in wenigen, meist unzugängli­chen Exemplaren vor. Durch die Digitalisierung als Vorstufe des Verfahrens ist es nun mög­lich, diese Texte einem breiten Interessentenkreis zugänglich zu machen.

Eine Textrecherche oder Voll­textsuche als Voraussetzung für ein effizientes und schnel­les Arbeiten mit diesen Texten ist allerdings noch nicht mög­lich, da die Konvertierung in ein allgemein. verbreitetes Textformat fehlt. Um dieses zu ermöglichen, setzten die Wis­senschaftler der Uni Potsdam den entscheidenden Schritt für die Bearbeitung dieser Schrif­ten- die automatische Volltex­terfassung des gesamten Tex­tes. Dieses neue Texterken­nungsverfahren(OCR-Verfah­ren) für Frakturschriften wurde in enger Zusammenarbeit mit der WiSenT GmbH, ein Aus­

gründungsunternehmen der Universität Potsdam, ent­wickelt.

PUTZ

Schallmauer erreicht

Eine Million Bücher im Bestand

Grund zur Freude gab es kürzlich in der Potsdamer Uni-Bibliothek. Der Anlass: Eine soeben erreichte Be­standszahlgröße von respek­tablem Umfang. In den Re­galen der Hochschul-Ein­richtung steht jetzt das ein­millionste Buch.

Bei der Lektüre handelt es sich um dasi Lehrbuch, Unterneh­menspolitik, das gleich zwölf­fach zur Ausleihe bereit liegt. Die Autoren Alfred Kieser und Walter A. Occhsler führen darin auf rund 350 Seiten in grundlegende Themengebiete und Problemkreise der Unter­nehmenspolitik ein. Interes­sant dürfte die Publikation

DE

1.000 000. BUCH

Unternehmenspolitik lautet der Titel des einmillionsten Buches der Universitätsbibliothek.

Foto: Fritze

deshalb insbesondere für Stu­dierende der_Betriebswirt­schaftsichre sein, die sich im Grundstudium befinden.

Auch Barbara Schneider-Eßlin­ger, Leiterin der Uni-Biblio­thek, freut sich über| das Durchbrechen jenerSchall­mauer im Buch-Bestand.Es bedeutet den Sprung hin zu ei­ner Größenordnung, die einer Uni-Bibliothek gut zu Gesicht steht, sagt sie dazu. Dass man heute diesen Umfang über­haupt präsentieren kann, ist kein Zufall. Hinter Schneider­Eßlinger und ihrem Team liegt eine Zeit harter Fleißarbeit. Während der Jahre des Auf­baus der Dienstleistungsein­richtung hat ein jährlicher Zu­gang von immerhin bis zu 50000 Medieneinheiten für

wenig Langeweile gesorgt. Die mussten ersteinmal von den Mitarbeitern aufgenom­men und eingeordnet wer­den Sresümiert(die| Biblio; theksleiterin im nachhinein. Doch das bisher eingeschla­gene Tempo scheint nun aus dem Takt zu geraten. Denn die zur Verfügung stehenden Mit­tel werden knapper. In den letzten sieben Jahren sind jähr­lich drei Millionen Mark und mehr von Bund und Land ge­kommen. Jetzt müssen zwei­einhalb Millionen Mark rei­chen, das Förderungsende ist schon absehbar. Um dennoch weiter auszubauen, besinnt man sich auf neue Wege. In Zukunft soll nun stärker als bisher das elektronische Ange­bot zwar auch nicht umsonst - Aufmerksamkeit erhalten. Das spart aufwendige Litera­turbeschaffungen. Die Leser können den Zugriff auf Litera­tur-Ressourcen vornehmen, obwohl diese nicht vor Ort einzusehen sind. Sogenannte Dokumentlieferdienste kosten allerdings Geld. Der Nutzer bezahlt in der Regel 5,- DM.

Rund eine halbe Million Aus­leihen im Jahr registrieren die Bibliotheksmitarbeiter inzwi­schen. Und damit nicht genug. Der Zuspruch geht weit darü­ber hinaus. Schließlich finden Wissensdurstige manches aus­schließlich im Präsenzbestand. Die Lesesäle sind voll, kon­statiert Schneider-Eßlinger. Doch das bedeute keineswegs, dass Visionen für die Zukunft fehlten. Dazu zähle beispiels­weise ein elektronischer Lese­saal in modernem Ambiente oder ein noch. gemischteres Publikum. Geplant sei bereits jetzt, sich vermehrt Schülern höherer Klassen aus Potsdams Schulen zuzuwenden. Schnei­der-Eßlinger hat noch viel vor, auch wenn im Jahr 2002 dic Aufbaumittel für ihr Haus wegfallen.Dann, meint sie, kommen neue Herausforde­rungen auf uns zu, Und weiß: Mit der zweiten Million Bücher wird es schwieriger.

P.G.

Campus 3

Uni auf Hannover Messe 2000

Über die Herstellung, Cha­rakterisierung und Anwen­dung organischer und bio­chemischer Funktionsmate­rialien informierte das Inter­

disziplinäre Forschungszen-_

trum Dünne Organische und Biochemische Schichten der Uni Potsdam auf der Han­nover Messe im März dieses Jahres.

Hergestellt in dünnen Schich-|

ten oder an Grenzflächen de­poniert, bilden diese Stoffe Nanostrukturen, Strukturen, deren Bestandteile rund 1000 mal kleiner sind als die Dicke eines menschlichen Haares. Bei der Herstellung und Un­tersuchung der nanostruktu­rierten Substanzen können die Wissenschaftler aus Synthese­chemie, Festkörperphysik, Bio­chemie und Mikrotechnologie, die im Forschungszentrum Zu­sammenarbeiten, auf einige außergewöhnliche Verfahren zurückgreifen. Dazu gehört die Organische Molekular­strahlabscheidung, mit der na­nostrukturierte Materialien hergestellt werden können. Für Deutschland ein­malig ist die Möglichkeit, mit verschiedenen Methoden orga­nische Substanzen unter Hochdruck zu untersuchen. Die Wissenschaftler des Zen­trums entwickelten außerdem neue bioanalytische den.

Eingesetzt werden die neuen Verfahren und Materialien bei der Entwicklung innovativer Zukunftstechnologien. Dazu zählen beispielsweise die Bio­technologie einschließlich der Entwicklung von Biosensoren und Bio-Chips oder die Opto­elektronik mit der Einführung hochleistungsfähiger Systeme zur optischen Datenübertra­gung und-speicherung.

Andere Einsatzmöglichkeiten finden sich in der Nano-elek­tronik sowie in der Mikrosy­stemtechnik. In diesen Berei­chen besteht ein Technologie­transfer aus der Hochschule in die Industrie.

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organische|

Metho­

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