PUTZ 3/00
Uni auf CeBIT 2000 in Hannover Auch in diesem Jahr war die
Universität Potsdam auf der CeBIT in Hannover vertre
ten. Ende Februar 2000 zeigte der Bereich Numerische Mathematik For
schungsergebnisse zur„Automatischen Erkennung von Frakturschriften“.
Auf der Basis modernster Methoden der Bildverarbeitung entwickelten die Mathematiker ein. Verfahren, das gescannte Dokumente mit altdeutschen Schriften weitgehend automatisiert in einen Volltext umwandelt. Mit dieser Methode ist eine effiziente Erfassung altdeutscher Schriften, wie Bücher, Lexika, Zeitschriften, möglich. Durch die digitale Vorverarbeitungsstufe werden auch bei mittelmäßigen und schlechten Vorlagen sehr gute Erkennungsergebnisse erzielt. Die Kosten der Volltexterfassung bibliophiler Schriften können damit gesenkt werden. Seltene und wertvolle Schriften des 17.-bis 19. Jahrhunderts liegen häufig nur noch in wenigen, meist unzugänglichen Exemplaren vor. Durch die Digitalisierung als Vorstufe des Verfahrens ist es nun möglich, diese Texte einem breiten Interessentenkreis zugänglich zu machen.
Eine Textrecherche oder Volltextsuche als Voraussetzung für ein effizientes und schnelles Arbeiten mit diesen Texten ist allerdings noch nicht möglich, da die Konvertierung in ein allgemein. verbreitetes Textformat fehlt. Um dieses zu ermöglichen, setzten die Wissenschaftler der Uni Potsdam den entscheidenden Schritt für die Bearbeitung dieser Schriften- die automatische Volltexterfassung des gesamten Textes. Dieses neue Texterkennungsverfahren(OCR-Verfahren) für Frakturschriften wurde in enger Zusammenarbeit mit der WiSenT GmbH, ein Aus
gründungsunternehmen der Universität Potsdam, entwickelt.
PUTZ
Schallmauer erreicht
Eine Million Bücher im Bestand
Grund zur Freude gab es kürzlich in der Potsdamer Uni-Bibliothek. Der Anlass: Eine soeben erreichte Bestandszahlgröße von respektablem Umfang. In den Regalen der Hochschul-Einrichtung steht jetzt das einmillionste Buch.
Bei der Lektüre handelt es sich um dasi Lehrbuch, Unternehmenspolitik“, das gleich zwölffach zur Ausleihe bereit liegt. Die Autoren Alfred Kieser und Walter A. Occhsler führen darin auf rund 350 Seiten in grundlegende Themengebiete und Problemkreise der Unternehmenspolitik ein. Interessant dürfte die Publikation
DE
1.000 000. BUCH
„Unternehmenspolitik“ lautet der Titel des einmillionsten Buches der Universitätsbibliothek.
Foto: Fritze
deshalb insbesondere für Studierende der_Betriebswirtschaftsichre sein, die sich im Grundstudium befinden.
Auch Barbara Schneider-Eßlinger, Leiterin der Uni-Bibliothek, freut sich über| das Durchbrechen jener„Schallmauer“ im Buch-Bestand.„Es bedeutet den Sprung hin zu einer Größenordnung, die einer Uni-Bibliothek gut zu Gesicht steht“, sagt sie dazu. Dass man heute diesen Umfang überhaupt präsentieren kann, ist kein Zufall. Hinter SchneiderEßlinger und ihrem Team liegt eine Zeit harter Fleißarbeit. Während der Jahre des Aufbaus der Dienstleistungseinrichtung hat ein jährlicher Zugang von immerhin bis zu 50000 Medieneinheiten für
wenig Langeweile gesorgt. „Die mussten ersteinmal von den Mitarbeitern aufgenommen und eingeordnet werden“ Sresümiert‘(die| Biblio; theksleiterin im nachhinein. Doch das bisher eingeschlagene Tempo scheint nun aus dem Takt zu geraten. Denn die zur Verfügung stehenden Mittel werden knapper. In den letzten sieben Jahren sind jährlich drei Millionen Mark und mehr von Bund und Land gekommen. Jetzt müssen zweieinhalb Millionen Mark reichen, das Förderungsende ist schon absehbar. Um dennoch weiter auszubauen, besinnt man sich auf neue Wege. In Zukunft soll nun stärker als bisher das elektronische Angebot— zwar auch nicht umsonst - Aufmerksamkeit erhalten. Das spart aufwendige Literaturbeschaffungen. Die Leser können den Zugriff auf Literatur-Ressourcen vornehmen, obwohl diese nicht vor Ort einzusehen sind. Sogenannte Dokumentlieferdienste kosten allerdings Geld. Der Nutzer bezahlt in der Regel 5,- DM.
Rund eine halbe Million Ausleihen im Jahr registrieren die Bibliotheksmitarbeiter inzwischen. Und damit nicht genug. Der Zuspruch geht weit darüber hinaus. Schließlich finden Wissensdurstige manches ausschließlich im Präsenzbestand. „Die Lesesäle sind voll“, konstatiert Schneider-Eßlinger. Doch das bedeute keineswegs, dass Visionen für die Zukunft fehlten. Dazu zähle beispielsweise ein elektronischer Lesesaal in modernem Ambiente oder ein noch. gemischteres Publikum. Geplant sei bereits jetzt, sich vermehrt Schülern höherer Klassen aus Potsdams Schulen zuzuwenden. Schneider-Eßlinger hat noch viel vor, auch wenn im Jahr 2002 dic Aufbaumittel für ihr Haus wegfallen.„Dann“, meint sie, „kommen neue Herausforderungen auf uns zu“, Und weiß: Mit der zweiten Million Bücher wird es schwieriger.
P.G.
Campus 3
Uni auf Hannover Messe 2000
Über die Herstellung, Charakterisierung und Anwendung organischer und biochemischer Funktionsmaterialien informierte das Inter
disziplinäre Forschungszen-_
trum Dünne Organische und Biochemische Schichten der Uni Potsdam auf der Hannover Messe im März dieses Jahres.
Hergestellt in dünnen Schich-|
ten oder an Grenzflächen deponiert, bilden diese Stoffe Nanostrukturen, Strukturen, deren Bestandteile rund 1000 mal kleiner sind als die Dicke eines menschlichen Haares. Bei der Herstellung und Untersuchung der nanostrukturierten Substanzen können die Wissenschaftler aus Synthesechemie, Festkörperphysik, Biochemie und Mikrotechnologie, die im Forschungszentrum Zusammenarbeiten, auf einige außergewöhnliche Verfahren zurückgreifen. Dazu gehört die Organische Molekularstrahlabscheidung, mit der nanostrukturierte Materialien hergestellt werden können. Für Deutschland einmalig ist die Möglichkeit, mit verschiedenen Methoden organische Substanzen unter Hochdruck zu untersuchen. Die Wissenschaftler des Zentrums entwickelten außerdem neue bioanalytische den.
Eingesetzt werden die neuen Verfahren und Materialien bei der Entwicklung innovativer Zukunftstechnologien. Dazu zählen beispielsweise die Biotechnologie einschließlich der Entwicklung von Biosensoren und Bio-Chips oder die Optoelektronik mit der Einführung hochleistungsfähiger Systeme zur optischen Datenübertragung und-speicherung.
Andere Einsatzmöglichkeiten finden sich in der Nano-elektronik sowie in der Mikrosystemtechnik. In diesen Bereichen besteht ein Technologietransfer aus der Hochschule in die Industrie.
PUTZ
organische|
Metho
4 )
d 8 | |