PUTZ 3/00
Wissenschaft aktuell|
Biegsame Bildschirme und Biosensoren
Doktoranden diskutieren über den Stoff, aus dem das Plastik ist
Sie kommen aus verschiedenen deutschen Städten und aus unterschiedlichen Disziplinen. Eines haben alle gemeinsam: sie wollen promovieren. Manche von ihnen über Polymere, den Stoff, aus dem das Plastik ist. Mit der Einkaufstüte, der stabilen Kaffeetasse oder der Karte für den Geldautomaten haben sie dabei jedoch wenig im Sinn. Wenn Nachwuchswissenschaftler aus ganz Deutschland Anfang Mai zum 4. Doktorandentreffen am Interdisziplinären Forschungszentrum Dünne Organische und Biochemische Schichten der Uni Potsdam(IFZ DOBS) kommen, dann geht es um High-Tech. Um Materialien der Zukunft, denen Fachleute in ausgewählten Bereichen sogar zutrauen, den Halbleitern die Show zu stehlen.
Polymere, die komplizierten Moleküle aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen sowie variierenden anderen Bestandteilen, sind zunehmend in den Mittelpunkt.des Interesses gerückt. In den vergangenen Jahren wurde es nicht nur möglich, die Polymere in geordneten Schichten zu arrangieren. Auch die Eigenschaften dieser so genannten nanostrukturierten Materialien können heute untersucht werden. Im Idealfall lagert sich MoJlekül für Molekül genau in der gleichen Ausrichtung auf einer speziell präparierten Unterlage, dem Substrat, an. Es entsteht eine hoch geordnete Schicht, mit einem ganz bestimmten Eigenschaftsprofil.
Wie gut leitet die Schicht einen Strom? Ist sie durchlässig für Licht? Hat sie eine besonders feste Oberfläche, die kaum zerkratzt werden kann? Die Antworten auf all diese Fragen sind durch die Wahl der Polymere, durch ihre Anordnung und Ausrichtung bestimmt.
Mögliche Anwendungen solcher funktionalisierten organischen Nanostrukturen, die auch bei Professor Ludwig Brehmer, Professur Physik
16
Kondensierter Materie, in Potsdam untersucht werden, sind vielfältig. Sie reichen von optischen Schaltern und Datenspeichern mit enormen Kapazitäten— wenn pro Molekül ein Bit geschrieben werden kann— bis hin zu organischen Leuchtdioden. Mit diesen
wären nicht nur Anzeigen für Handys oder andere elektronische Geräte realisierbar. Auch großflächige Bildschirme sind
In Reinraum beginnt die Karriere der Polymere.
im Gespräch.„Dort könnten die nanostrukturierten Polymerschichten eine ernsthafte Konkurrenz zu den Flüssigkristallbildschirmen werden“, sagt Burkhard Schulz, der Koordinator des IFZ DOBS, und verweist auf die Vorteile. Die Bildschirme wären preiswerter, dünn und vor allem flexibel,
Anzeige
könnten also in verschiedene Formen gebogen werden. Zur Zeit arbeiten die Forscher daran, mit den Polymerleuchtdioden das gesamte Farbspektrum abzudecken.
Auch Biomoleküle, wie Enzyme oder Eiweiße, können nanostrukturierte Schichten bilden. Sie sind Kandidaten zur Herstellung von Biosensoren, wie sie bei Professor Frieder Scheller am Institut für Bio
Foto: zg.
chemie und Molekulare Physiologie entwickelt werden. Ein mit einer geordneten Schicht von Enzymen belegtes Substrat kann beispielsweise zur Ermittlung des Blutzuckergehalts eingesetzt werden: Einerseits bestimmen Art, Menge und Ausrichtung der Enzyme, wie Strom oder Licht
durch das Substrat geleitet werden. An
|
|
darunterliegende|
dererseits können die Enzyme|
in einer„Schlüssel-Schloß-Reaktion“ mit dem Blutzucker reagieren. Ihr Einfluß auf die elektrische Leitfähigkeit des Systems wird dadurch verändert, eine Messung des Zuckergehalts möglich. Kom biniert mit einer mikroskopisch kleinen Pumpe könnnte ein solcher Biosensor die Insulinversorgung eines Diabetikers regulieren. Doch ehe Ulrich Wickert in Lebensgröße das Neuste vom Tage verkündet oder die Insulinpumpe zuverlässig gesteuert wird, müssen grundlegende Fragen geklärt und die Struk turbildung der organischen Moleküle verstanden werden. Ein Gebiet, das ohne Interdisziplinarität nicht existenzfähig ist. Chemiker und Biologen liefern das Wissen über die Moleküle und deren Synthese. Physiker verfügen über das Know-How, wie man geordnete Schichten herstellt und deren Eigenschaften überprüft. urs
Der Doktoranden-Workshop findet vom 3. bis zum 5. Mai 2000 statt und steht unter dem Thema„Funktionalisierte organische Nanostrukturen“. Weitere Auskünfte: Tel.: 03328- 46 508.
EG, 2 Zim.
EG; 2 Zim.
Noch 3 Wohnungen frei
in einem renovierten 6-Familienhaus in Potsdam-Bornstedt, Potsdamer Straße 86 nur 3 km bis zur Universität und 3,5 km bis zur Fachhochschule Wohngemeinschaften möglich, Einbauküche, Kabelanschluß, Gas-Zentralheizung mit Warmwasserversorgung, Bushaltestelle direkt am Haus.
1 OG, 2 Zim. Einbauküche, Dusche/WC, Abstellr in Wohn. (zzgl. Nebenkosten Vorauszahlg. 150,- DM) Eiinbauküche, Dusche/WC, kompl, möbiliert (zzgl. Nebenkosten Vorauszahlg. 150,- DM) Einbauküche, Dusche/WC
(zzgl. Nebenkosten Vorauszahlg. 150,- DM)
Keine Provision: Renova, Theleyer Weg 1, 66606 St. Wendel, Telefon 06851/70496, Fax 06851/6058 Anzusehen nach telefonischer Vereinbarung mit Herrn Mattys: Telefon: 0331/29601-0
|
48m? 570,- DM 43 m? 550.- DM
48 m? 480,- DM