Heft 
(1.1.2019) 07
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UNI aktuell

Neue Strukturen

Im Januar dieses Jahres hat der Wissenschaftsrat sein Gutachten über die Evaluierung von vier Fakultäten Universität Potsdam vorgelegt.

Darin hat das Gremium die Uni aufgefordert, ihr Profil zu schär­fen und attraktiv ausgestattete Schwerpunkte zu schaffen. Auf der Grundlage von insgesamt 190 Professuren solle das Stu­dienangebot gestrafft werden und interdisziplinäre Aktivitäten in einer Reihe von Profilberei­chen gestärkt werden.

Seit dem ist universitätsweit über die weitere Entwicklung diskutiert worden. Vor allem auch die Fakultäten haben Stellungnahmen erarbeitet.

Auf dieser Grundlage und eige­nen Überlegungen hat das Rektorat ein Positionspapier zur Strukturentwicklung der Uni­

der

versität Potsdam erarbeitet. Dieses hat der Rektor der Universität kurz vor der

Sommerpause dem Senat und den Fakultäten mit der Aufforderung zur abschliessen­den Stellungnahme bis Ende Oktober dieses Jahres übergeben.

Insgesamt acht Profilbereiche sicht das Positionspapier zur Strukturentwicklung der Uni­versität vor. Es sind einzelnen die Bereiche Wirtschaft Institutionen Verwaltung, Kognitionswissen­schaft, Komplexe Systeme, Erdwissenschaften, Lebenswis­senschaften, Weiche Materie, der Bereich Kulturen im Vergleich und das Potsdamer Modell der Lehrerbildung ein­schließlich der Erziehungswis­senschaften.

Das Papier enthält ferner konkrete Vorschläge für die Schließung von Studiengängen. So ist das Rektorat der Auffas­sung, dass die Studiengänge Diplom Musikpädagogik /Musi­kalische Früherziehung, Lehr­amt Sonderpädagogik und Diplom Soziologie auslaufen sollten. Das Ziel des Rektorats ist es, für alle Fakultäten glei­chermaßen Perspektiven und Rahmenbedingungen für ihre Entwicklungsplanung, Struktur und Schwerpunktbildung aufzu­zeigen. Insgesamt Universitätsleitung,

dies im

hofft die dass es

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gelingt, auf der Grundlage des Papiers und den nun folgenden Stellungnahmen der Fakultäten bis zum Jahresende 2000 zu ein­vernehmlichen Entscheidungen zu gelangen.

Die Hochschulleitung beab­sichtigt am Ende dieses Prozesses mit den Fakultäten Zielvereinbarungen zur Umset­zung zu treffen.

Mit Sorge blickt das Rektorat der Universität Potsdam dabei auf die Landesregierung Bran­denburg. Der geplante struk­turelle Umbauprozess und die damit verbundene Beschrän­kung des Fächerspektrums der Hochschule beruht auf der Basis von 190 Professuren- so wie es das Wissenschaftsratsgutachten explizit gefordert hat.

Die Universitätsleitung betont, dass die vom Wissenschaftsrat geforderten 190 Professuren als Mindestausstattung für die Wahrnehmung der von der Universität erwarteten Ange­botsstruktur unerlässlich sind und dass die Universität für den erforderlichen Strukturumbau einen Stellenkorridor benötigt. Es ist unabdingbar für die weit­ere Entwicklung, dass das Land der Universität Potsdam diesen Bewegungsspielraum verbindlich gewährleistet. gl

IQ Brandenburg

Unter dem Label Q Brandenburg findet am 16. November 2000 der dies­jährigeTag der Wissenschaft und Forschung des Landes Brandenburg statt. Damit wird eine gute Tradition fort­gesetzt.

An ihm beteiligen sich so gut wie alle Hochschulen und wis­senschaftlichen Einrichtungen Brandenburgs. Angesprochen

werden damit insbesondere Schüler und Lehrer der Sekundarstufe II Branden­

burgs und Berlins. Auf dem Programm stehen Vorträge, eine Ausstellung und spezielle Workshops für Lehrer. Die Veranstaltung soll Einblicke in wissenschaftliche Forschungs­ergebnisse vermitteln und somit vor allem auch Spaß und Freude an Wissenschaft ver­mitteln.

DerTag der Wissenschaft und Forschung findet von 9.00 bis 17.00 Uhr auf dem Telegrafenberg in der bran­Arena burg schen Landeshauptstadt Potsdam statt. PUTZ

Fakultätsfest mit Feierstunde

Ehrendoktorwürde an Helmut Schmidt verliehen

Am 5. Juli verlieh die Wirt­schafts- und Sozialwissen­schaftliche Fakultät der Uni­Vversität Potsdam im Rahmen ihres Fakultätsfestes, bei dem die Absolventen und Promo­venden des Jahrgangs verab­schiedet wurden, die Ehren­

doktorwürde an Helmut Schmidt. Es war der 23. Ehrendoktortitel, den der

Altbundeskanzler erhielt, der erste allerdings, der ihm von einer deutschen Universität verliehen wurde.

Mit Helmut Schmidt, so hieß es in der Laudatio von Prof. Dr. Paul J. J. Welfens aus der gle­ichen Fakultät,wird eine Persönlichkeit geehrt, die über Viele Jahrzehnte Politik, vor allem nationale und interna­tionale Wirtschaftspolitik, mit Erfolg, Augenmaß und Reflexion betrieben hat; ein

Mit seinem 23. Ehrendoktortitel erhielt Helmut Schmidt nun den ersten Ehrendoktor einer deutschen

Universität. Foto: Fritze

Mann, der auch als Publizist ein einflussreicher Denker in und für Europa ist.

Zugleich, so hieß es weiter, habe sich Helmut Schmidt{als Wirtschafts- und Finanzminister wie als Bundes-kanzler in vor­

bildlicher Weise um eine fundierte, auch theoretische Erkenntnisse der Volks­

wirtschaftslehre einbeziehende Politik bemüht. Welfens äußerte die Hoffnung, dass der Altbundeskanzler die Dialog­Anstrengungen an der Wirt­schafts- und_Sozialwissen­schaftlichen Fakultät anregend und nachdenklich begleiten werde. In seiner Rede sprach Schmidt über dieWeltproble­me des 21. Jahrhunderts. Er sprach sich dabei für eine Begrenzung der Zuwanderung aus, die der Stabilisierung Europas diene. Mit Blick auf Deutschland kritisierte er die aufgeblähte Bürokratie und einen Rückstand im technisch­naturwissenschaftlichen Bereich.

Das Land brauche einen Vor­sprung im technologischen Sektor, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Schmidt forderte die europäis­chen Länder auf, ihren Weg der Einigung fortzusetzen und sich mit Blick auf die amerikanische Rüstungspolitik nicht ins amerikanische Schlepptau zu begeben.

Helmut Schmidt wurde am 23. Dezember 1918 in Hamburg geboren. Nach der Rückkehr aus britischer Kriegsgefangenschaft studierte er Volkswirtschaft und

Staatswissenschaft in seiner Heimatstadt. Seine politische Laufbahn

begann mit dem Beitritt zur SPD im März 1946 und führte ihn schließlich am 16. Mai 1974 ins Amt des Bundeskanzlers, dass er am 1. Oktober 1982 an Helmut Kohl übergeben musste. Seit 1983 ist Helmut Schmidt Mitherausgeber der ZEIT.

urs