kultur/Personalia
PUTZ 7/00
s sei unwichtig, neue ormen zu schaffen, mit enen man seine Originalität eweise. Man müsse als iensch wachsen, selbstkriisch und ehrlich, damit hätte an genug zu tun. Die Kunst ei da lediglich Mittel zum weck, könne einem dabei elfen und spiegele letztlich ur diesen Prozess.
“Ais Künstler weiß ich, was ch kann und was nicht, aber
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oft Monate.
afarov ist Maler. Oft stießen eine Arbeiten auf Unverständis oder gar Ablehnung.“Vor eunzig Jahren wären sie aktuell gewesen”, katalogisierte ihn ein tuttgarter Kunstprofessor. Als er sich 1999 an der Hochschule der Künste zu Berlin bewarb, im dort sein in St. Petersburg egonnenes und in Stuttgart ortgesetztes Kunststudium zu beenden, sprach man ihm kurzcrhand Begabung überhaupt ab. Hinter ihm lagen da immerhin schon ein in Russland erwordenes Diplom als Mal- und Zeichenlehrer sowie mehrere Ausstellungen. Selbst die StuttSarter Staatsgalerie besitzt einige Bilder von ihm. Einen resignativen Eindruck macht Boris Safarov trotzdem nicht, aber ‘twas isoliert fühlt er sich schon. Seine künstlerischen Kontakte beschränken sich auf seine Heimat. Dort findet er bis heute ine Mentoren, Kollegen und Wegbegleiter, deren Urteil er schätzt. Von seinen ehemaligen Lehrern, die heute seine Freunde sind und in St. Petersburg arbeiten und leben, richt er oft.
oris Safarov kommt von der realistischen Schule. An seinen Bildern arbeitet er
ust an Kunst:
eute vorgestellt: Boris Safarov
als Mensch...?” Dieses an den russischen Filmemacher Andrej Tarkowski erinnernde humanistische Credo des 1968 in Odessa(Ukraine) geborenen und seit drei Jahren in Deutschland lebenden Boris Safarov, der in Potsdam Kunsterziehung und Russistik für Lehramt studiert, klingt fremd, beinah anachronistisch und deshalb aufhorchen.
lässt
Foto: Pösl
Wohl nicht zufällig trägt die zur Zeit im Internationalen Begegnungszentrum der Wissenschaften Potsdam(IBZ) zu sehende und vom Akademischen Auslandsamt unterstützte Ausstellung den Titel“To be or not to be”, die die Suche des Menschen Safarov nach dem Künstler Safarov ebenso thematisiert wie die Frage, ob seine Bilder in der hiesigen(Kunst) Landschaft ihren Platz finden können.
Safarov arbeitet sehr lange an seinen Bildern, oft mehrere Monate. Dies hat zweifellos viel mit seiner Lebenssituation zu tun, die hektisch und angefüllt mit zahlreichen familiären und beruflichen Verpflichtungen ist (kaum ein Studentenjob, der ihm fremd wäre). Neben seinem Studium leitet er mehrere Malkurse in einer Köpenicker Waldorf-Freizeitschule oder gibt für Kinder Kurse in Keramik. Vor allem aber ist es das Prozesshafte jeglichen künstlerischen Schaffens, dieses“so lange wie möglich im Bilde leben”, das er, wie einst Paul Klee, als magisch und einzigartig empfindet. Die vergehende Zeit
sei es, die die inhaltliche Wirkung der Bilder bestimme. Jede halbe Stunde zähleida: Mosaikartig, Stück für Stück setzen sie sich zusammen, oft mit für ihn selbst unbekanntem Ausgang. In diesem Zusammenhang nennt er Pavel Filonov und seine analytische Malerei der 20er und 30er Jahre in Russland. Dessen Bilder seien oft wie Kristalle, die zersplittern. Zu den aktuell bevorzugten Themen zählen Mann und Frau, Liebe, Familie, Körper und Sex. Seit der Geburt seines Sohnes Nikita vor knapp zwei Jahren rückte das von Safarov geliebte Thema“Kinder” wieder verstärkt in den Mittelpunkt. Waren es früher eher realistische oder fotorealistische Arbeiten, so sind es jetzt betont farbig-dekorative, denen Vieldeutigkeit immanent ist.“Ich komme von der realistischen(Schule also Akt dund Porträt. Sehr lange habe ich mit Bleistift gearbeitet, quasi wie die Alten Meister, die zuerst von allem eine präzise Zeichnung machen. Erst graphisch, dann malerisch, diese gespaltene oder verdoppelte Energie, je änach dem, wie man das sehen will, das ist mir sehr nah.” Botticelli;/die Maler der Frührenaissance nennt er in diesem Zuge.“Es ist schön, dass die Ausbildung, idie jich genossen habe und meine damit verbundene Technik Shierin Potsdam von.den Lehrkräften überwiegend geachtet und verstanden wird. Da gibt es bei allen Differenzen ein ähnliches Grundverständnis”, so Safarov. Er mag viele Maler der Moderne, aber beeinflusst haben ihn nicht die ganz großen und bekannten, eher solche, von denen kaum jemand weiß.
So zum Beispiel Rocco Kent, amerikanischer Realist, Naturmaler und ein Vorläufer Hoppers, der wegen seiner kommunistischen Gesinnung in Amerika und im Westen bis heute so gut wie totgeschwiegen wird.“Bei uns in der ehemaligen Sowjetunion wurde er natürlich gepriesen und man mochte ihn. Irgendwann hat er uns über 800 seiner Werke geschenkt, und wir haben uns gefreut. Wenn das kein Grund ist, voller Ideen zu sein”, scherzt Safarov, dessen Ironie auch leichte Verunsicherung verrät.
Thomas Pösl/PÖK
Preisträger
Dr. Matthias Rogg, Lehrbeauftragter für Neuere und Neueste Geschichte am Historischen Institut der Universität Potsdam, erhielt am 28. September 2000 in Aachen auf dem Deutschen Historikertag den Werner-Hahlweg-Preis für Militärgeschichte und Wehrwissenschatten Den Preis wird din Erinnerung an den Militärhistoriker Dr. Werner Hahlweg im Rhythmus von zwei Jahren verliehen. Mit der Auszeichnung soll dem wissenschaftlichen Nachwuchs Anreiz und Förderung gegeben werden.
Insgesamt wurden in diesem Jahr fünf Preise(imit Weiner Gesamtdotierung von 22.500 DM vergeben. Matthias Rogg erhielt den ersten Preis für seine Dissertation, die sich mit dem Bild des Soldaten im 16. Jahrhundert befasst. B.E.
To be or not to be
Im Internationalen Begegnungszentrum der Wissenschaften Potsdam(IBZ) ist noch bis zum 30. Oktober 2000 eine Ausstellung mit Bildern von Boris Safarov unter dem Titel To be or not to be” zu sehen. Gezeigt werden 23 Arbeiten, Malerei und Graphik. Sie entstanden in der Zeit von 1986 bis
1999. Die Exposition im IBZ, Jakob-von-Gundling-Straße 6, ist wochentags von 9.00 bis 15.00 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Eintritt ist frei.