UNI aktuell
PUTZ 3/01
Eckpunkte zur Uni-Struktur
Rektorat legt Vorschläge auf den Tisch
Auf der Grundlage der Empfehlungen des Wissenschaftsrates und auf der Grundlage eigener Überlegungen hat das Rektorat der Universität Potsdam den Fakultäten ein Eckpunktepapier zur Struktur- und Entwicklungsplanung vorgelegt. Mit diesem sollen langfristig die Bedingungen dafür geschaffen werden, ‚dass an der Uni Potsdam auch in Zukunft national und international konkurrenzfähige Forschung und Lehre betrieben werden kann. Die Umsetzung dieser Strukturund Entwicklungsplanung kann insgesamt nur gelingen, wenn auch das Land Brandenburg das Eckpunktepapier als ein langfristig wirkendes Planungsinstrument anerkennt. Das bedeutet, dass das Land die Voraussetzungen für die Umsetzung der Konzeption schaffen muss, indem es den notwenigen Umbaukorridor anerkennt. Erst recht: gefährdet jede weitere Stellenkürzung ‚oder. Reduzierung des Finanzrahmens der Universität Potsdam die erfolgreiche Umsetzung der Planungen. Die Universitätsleitung betont, dass die vom Wissenschaftsrat geforderten 190 Professuren als Mindestausstattung für die Wäahrnehmung der von‘ der Universität erwarteten Angebotsstruktur unerlässlich sind. Das Rektorat hofft, auf der Grundlage dieses Planungspapieres. mit dem Land Brandenburg eine Zielvereinbarung unterzeichnen zu können.
Rahmenbedingungen
Die Universität Potsdam wurde 1991. gegründet. In ihrem Gründungskonzept war ein Ausbau auf 263. Professuren festgelegt... Aufgrund von Stellenreduzierung, die das Land Brandenburg der Universität abverlangte, ist die Professorenzahl inzwischen strukturell auf 190 abgesenkt worden. Im Ergebnis sind Verwerfungen in der Struktur entstanden, die jetzt bereinigt werden sollen. Als stellenmäßigen Rahmen legt das Rektorat
ein Ausbauziel von 190 plus zwei Professuren(für die neuen Fachgebiete Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik sowie Bioinformatik) fest. Innerhalb der Struktur von 190 Stellen sollen insgesamt 17 Profes
sorenstellen umgewidmet werden, so dass die Universität mittelfristig, also etwa in einem Zeitraum von acht Jahren die neue Struktur umgesetzt haben wird.
Das jetzt vorliegende Eckpunktepapier soll Konkurrenzfähigkeit in Lehre und Forschung sichern. Dabei ist allerdings auch das Land Brandenburg gefordert. Es muss die nötigen Rahmenbedingungen schaffen.
Foto: Archiv
Insgesamt acht Profilbereiche sieht das Eckpunktepapier zur Strukturentwicklung der Universität vor. Es sind dies im Einzelnen die Bereiche Erdwissenschaften, Erziehungswissenschaften/Lehrerbildung, Kognitionswissenschaft, Komplexe Systeme, Kulturen im Vergleich, Lebenswissenschaften, Weiche Materie, Wirtschaft.— Institutionen— Verwaltung.
Im Rahmen des geplanten Umbaus sollen wesentliche, auf dieses‘ Profil“ zugeschnittene Fachgebiete durch die Einrichtung neuer Professuren aufgebaut oder gestärkt werden. Die Überlegungen zur künftigen Struktur haben auch die Überprüfung der Studiengänge zur Folge, so dass am Ende auch Entscheidungen über die Einstellung von Studiengängen falJen. So_ stehen die Diplom: Soziologie, der Magisterstudiengang. Griechisch,; die
Bohemistik im Rahmen der Slavistik, die Sonderpädagogik, der Diplom-Studiengang Musikerziehung und der Lehramtsstudiengang Musik für die Sekundarstufe I und Primarfach zur Disposition. Darüber hinaus sind die Fakultäten aufgefordert, ihre Studiengänge kritisch zu überprüfen und auch über die Einrichtung innovativer Studiengänge wie Bachelor-, Master- oder Weiterbildungsstudiengänge nachzudenken.
Zielvereinbarungen
Mit dem Eckpunktepapier erhalten die Universität: als Ganze und die Fakultäten als Einzelne eine klare Vorstellung über die weitere Entwicklung, die in Zielvereinbarungen zwischen Rektorat und Fakultäten festgeschrieben werden sollen. Das Rektorat geht davon aus, dass die Zielvereinbarungen voraussichtlich für einen Zeitraum von sechs Jahren festgelegt werden, wobei auch an eine zweimal dreijährige Frist gedacht wird.
Instrumente für Steuerung
Der Prozess der Struktur- und Entwicklungsplanung soll durch eine. Reihe| von. internen Steuerungsinstrumenten unterstützt werden. Das Rektorat beabsichtigt, die Profilbereiche der Hochschule besonders zu fördern. Dabei ist unter anderem an die Zuwendung zusätzlicher sächlicher oder personeller Ressourcen gedacht. Die hochschulinternen Zielvereinbarungen definieren nicht nur die mittelfristigen Ziele. Sie sind auch ein Steuerungsinstrument, aus dem Konsequenzen aus der Zielerreichung abgeleitert werden können. Sie sehen die Zuweisung der Haushaltsmittel als Gegenleistung vor.
Die Verteilung der finanziellen Mittel soll in noch stärkerem Maße als bisher nach modernen Modellen der formelgebundenen Mittelverteilung erfolgen. Dabei sollen sowohl Leistungskriterien als auch Belastungskriterien Berücksichtigung finden.
Serviceleistungen für andere Fakultäten stärker gefördert werden und auch
sollen
Berücksichtigung bei der Mittelverteilung finden.
Wie weiter?
Das Eckpunktepapier zur
Struktur- und Entwicklungsplanung ist Fakultäten vorgelegt worden und soll nun mit ihnen diskutiert werden, bevor es verabschiedet wird. Das Rektorat ist bei den jetzt anstehenden Verhandlungen bestrebt, mit den Fakultäten der Universität zu einem möglichst breit getragenen Modell zu gelangen, wobei sicherlich eine Reihe von Differenzen nicht aufgelöst werden können. Diese werden im Wesentlichen dort bestehen, wo sich schmerzhafte Einschnitte in die Struktur nicht vermeiden lassen. Spätestens zum Ende des Sommersemesters soll die abschließende Positionierung des Rektorats zur künftigen Struktur der Universität verabschiedet werden.
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gl
Das Eckpunktepapier zur Struktur- und Enrtwicklungsplanung ist im Rektorat bei Büroleiter Peter Brestrich erhältlich. Tel.: 977-1789, EMail: bresti@rz.uni-potsdam.de.. Es ist für Uni-Angehörige auch im WWW abrufbar unter: http: //www.uni-potsdam.de/u/rektorat/up-struktur2001.pdf
Immastopp
Das Rektorat hat bereits jetzt bis zur endgültigen Entscheidung über die Einstellung von Studiengängen einen ab Wintersemester 2001/2002 geltenden Immatrikulationsstopp für den Diplomstudiengang Musik und den Lehramtsstudiengang der Bildungsgänge Sekundarstufe I und Primarstufe an allgemeinbildenden. Schulen im Fach Musik sowie für die Sonderpädagogik verfügt.
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