PUTZ 3/01
Kultur
Eine Oper zum Jubiläum
Orpheus und Euridike
“Merken sie nicht, dass sie viel zu laut spielen und sowohl Chor als auch Solistin nicht hören können?” schallt es durch die obere Mensa am Neuen Palais. Es ist Montagabend, die erste gemeinsame Probe von Unichor und-orchester. Gleichzeitig auch die letzte vor den wohlverdienten
Semesterferien, an die die meisten vielleicht schon denken.
ein Werkstattbericht
Oktober 1762 in Wien uraufgeführter Oper ist in der Unterwelt angesiedelt. Orpheus beklagt den Tod seiner Geliebten Euridike. In wildem Aufbegehren fordert er sie von den Göttern zurück. Da erscheint ihm Amor mit der Botschaft, Orpheus dürfe in die Unterwelt hinabsteigen und Kurydike zurückbringen. Jedoch dürfe er sie nicht ‚ansehen, solange sie sich noch im Schattenreich be
lehre/Technik gebaut. Monika Gora wurde Bühnenbildnerin in München und Salzburg. Nach einem Engagement am Essener Theater ist sie jetzt freischaffend tätig und kennt Lars Wernecke bereits aus gemeinsamer Arbeit.
Die Soloparts
Orpheus wird vom gebürtigen Potsdamer Martin Wölfel gesungen, der in Dresden Gesang studierte und einer regen Kon
Vom kleinen Modell zur großen Oper? Initiator und Dirigent Kristian Commichau und die Bühnenbildnerin Monika Foto: zg.
Gora arrangieren en miniature.
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Universität Potsdam im Juni dieses Jahres hat sich Kristian Commichau, Professor für Chor- und Ensembleleitung am Institut für Musikpädagogik der Potsdamer Universität, etwas Besonderes einfallen lassen. Warum sollen Unichor und-orchester nicht endlich einmal gemeinsam auftreten? Warum nicht zu diesem besonderen Anlass eine Oper aufführen? Wäre“Orpheus und Euridike” von Christoph Willibald Gluck dafür nicht genau das Richtige? Nach anfänglichen Bedenken einzelner Chormitglieder macht sich eine Welle der Euphorie breit. In Kostümen auf der Bühne spielen und singen, auswendig und auf italienisch, erscheint vielen doch als aufregendes Unterfangen.
Die Handlung Die Handlung von Glucks am 5.
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finden. Orpheus jedoch, wenig Herr über seine Leidenschaften, sieht Euridike an, woraufhin diese ein zweites Mal stirbt. Verzweifelt darüber, will sich Orpheus nun selbst töten. Da erscheint Amor erneut. Die Götter haben ein Einsehen. Euridike wird noch einmal zum Leben erweckt. In großer Freude ziehen die Liebenden in die Welt der Menschen zurück. Regie führt Lars Wernecke, der sein Handwerk an der Grazer Hochschule für Musik ‚und Darstellende Kunst gelernt hat, wo er auch eine Gastprofessur bekleidete: Neben seiner‘ Tätigkeit als Regisseur am Essener Schauspielhaus war er unter anderem Assistent von Peter Konwitschny, Michael Bogdanov und Jürgen Bosse.
Das Bühnenbild hat Monika Gora entworfen und wird von Studenten in den Werkstätten des‘ Instituts‘ für Arbeits
zerttätigkeit im In- und Ausland nachgeht.‘Den Part der‘ Euridike singt Hedwig WesthoffDüppmann, die bereits vielen aus dem Weihnachtsoratorium bekannt ist. Sie studiert derzeit Gesang in Hamburg. Als Interpretin Alter Musik ist sie überaus gefragt, gehört auf diesem Gebiet mehreren Ensembles an und besitzt Erfahrungen aus zahlreichen Konzerten, Rundfunk- und CD-Produktionen. Neben den Studenten und Studentinnen, die in Chor und Orchester mitwirken, singt den dritten Solopart der Oper ebenfalls eine Studentin. Ulrike Barth bringt den Amor zu Gehör und studiert Diplommusikpädagogik in Potsdam mit Schwerpunkt Gesang.
Im April erfolgt die Fortsetzung der‘ Proben. dann unter‘ der Leitung des Regisseurs. Damit beginnt die arbeits- und zeitintensivste. Phase.‘ Neben dem
wöchentlichen Üben stehen noch zahlreiche Probenwochenenden auf dem Plan, bevor Orpheus& Euridike im Rahmen der Jubiläumsfeier-lichkeiten Ende Juni/Anfang Juli an vier Tagen im Auditorium maximum Am Neuen Palais zur Aufführung kommt. Und natürlich hoffen die Akteure auf ein breites Interesse von Studierenden, Mitarbeitern und externen Gästen.
Verena Brauer/
Universitätschor
“Orpheus und Euridike” wird am 28. und 30. Juni sowie 1. und 2. Juli 2001 jeweils um 19.30 Uhr im Auditorium maximum auf dem UniKomplex Am Neuen Palais, Haus 8 zu schen sein.
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