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(1.1.2019) 05
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PUTZ 5/01

Zehn Jahre Universität Potsdam

Eine Million Bücher ohne Zentralbibliothek

Zehn Jahre Universität Potsdam sind auch zehn Jahre Universitätsbibliothek Potsdam, selbstredend mit einigem Für und Wider.

Positiv zu vermerken ist in jedem Fall, dass sich unseren Benutzern eine Bib­liothek präsentiert, die ein modernes Serviceangebot. bietet, die mit 1.000.000 Bänden eine respektable Bestandsgröße erreicht hat und die selbstverständlich allen Aspekten der elektronischen Informationsver­sorgung Rechnung trägt. Grenzen werden zunehmend, insbesondere was die innovativen Elemente angeht, durch die Etatentwicklung ge­setzt, und hierbei geht der sehr skeptische Blick hin zum Jahr 2003, wenn die Aufbauförderung ausläuft. Leider sind die biblio­thekarischen Bedingungen in der Universität nach wie vor alles andere als einheitlich. Einer nahezu perfekten Bereichsbibliothek Babelsberg steht das weiterhin ungelöste Problem der fehlenden Bibliothekszentrale gegenüber. Zwei(!) gescheiterte Neubauprojekte sprechen ihre eigene Sprache und haben die Universitätsbibliothek in dieser Hinsicht zum Schlusslicht der Bibliotheksentwicklung in den neuen Bundesländern werden lassen.

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Barbara Schneider-Kempf/Leitende Betriebsdirektorin der Universitätsbibliothek

Uni entfaltet Sogwirkung

Potsdams Universität hat in den ver­gangenen Jahren ihr Profil deutlich ausgeprägt. Hervorgegangen aus der Pädagogischen Hochschule und der einstigenKaderschmiede der DDR ist es ihr gelungen, die Kooperation zwischen Hochschule und Forschungs­einrichtungen auf eine qualitativ neue Stufe zu heben..Das ist praktizierte Strukturpolitik und für die Landes­hauptstadt und ihr Umland ein erheb­licher, Standortvorteil. Am eindruck­vollsten vollzieht sich für mich diese Kooperationsbeziehung im Wissen­schaftszentrum Golm. Am Standort der einstigen Stasi-Hochschule sind in enger Nachbarschaft von Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Fakultät, Forschungseinrich­tungen der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft Voraussetzungen für herausragende Forschungsleistungen, Wissens­und Technologietransfer geschaffen worden. Es hat sich bundesweit und auch international herumgesprochen, dass Potsdams Uni an allen Fakultäten hervorragendes wissenschaftliches Potenzial, engagierte Mitarbeiter und Studierende hat. Die Uni entfaltet eine Sogwirkung. Und: Die Entwicklungsmöglichkeiten der Uni sind noch nicht ausgeschöpft.

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Foto:

Rainer Speer/ Chef der Staatskanzlei

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1995: Still ruht das Schloss.

Foto: Archiv

Im Ausland attraktiv

Foto: Tribukeit

Ein festes Job-Angebot zuguns­ten einer damals ungewissen per­sönlichenZukunft an der Universität Potsdam auszuschla­gen, diese, aus ‚einem Gefühl heraus getroffene Entscheidung war richtig, auch wenn mein Optimismus aus der Anfangszeit mittlerweile gebremst ist.

mich, dass die Uni Potsdam im Ausland zuneh­mend als attraktiver Studien­und Forschungsstandort wahr­genommen wird, dass insbeson­dere für viele Doktoranden die Uni Potsdam ganz oben auf der Wunschliste steht. Aber ich sehe auch die Gefahr, dass durch eine halbherzige Landespolitik, die mit dem Wortinternational vorzugsweise Branden­burger Universität in Verbin­dung bringt, Erreichtes nicht gesichert. werden ‚kann, dass Wissenschaftlern, die immer wieder um Stellenstreichungen und Haushaltskürzungen debat­tieren müssen, nicht genügend

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Zeit bleibt, sich den Studien­interessen ihrer Studierenden zu widmen. Das Auslandsstudium ist noch weit davon entfernt, für die Mehrzahl der Studierenden universitäre Normalität zu sein. Das zu ändern, bedarf es auch in den nächsten Jahren noch großer Anstrengungen.

Dr. Regina Neum/Leiterin des Akademischen Auslandsamtes der Universität Potsdam

1996: Schwere Kuppelei mit vielen Zeugen. Foto: Fritze

Fressemmenungen d un ‚versität Potsdam

7 line unter: nn http ıllwww.uni-potsdam. de/u/pressmitt/index.htm