PUTZ 5/01
Zehn Jahre Universität Potsdam
Eine Million Bücher ohne Zentralbibliothek
Zehn Jahre Universität Potsdam sind auch zehn Jahre Universitätsbibliothek Potsdam, selbstredend mit einigem Für und Wider.
Positiv zu vermerken ist in jedem Fall, dass sich unseren Benutzern eine Bibliothek präsentiert, die ein modernes Serviceangebot. bietet, die mit 1.000.000 Bänden eine respektable Bestandsgröße erreicht hat und die selbstverständlich allen Aspekten der elektronischen Informationsversorgung Rechnung trägt. Grenzen werden zunehmend, insbesondere was die innovativen Elemente angeht, durch die Etatentwicklung gesetzt, und hierbei geht der sehr skeptische Blick hin zum Jahr 2003, wenn die Aufbauförderung ausläuft. Leider sind die bibliothekarischen Bedingungen in der Universität nach wie vor alles andere als einheitlich. Einer nahezu perfekten Bereichsbibliothek Babelsberg steht das weiterhin ungelöste Problem der fehlenden Bibliothekszentrale gegenüber. Zwei(!) gescheiterte Neubauprojekte sprechen ihre eigene Sprache und haben die Universitätsbibliothek in dieser Hinsicht zum Schlusslicht der Bibliotheksentwicklung in den neuen Bundesländern werden lassen.
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Barbara Schneider-Kempf/Leitende Betriebsdirektorin der Universitätsbibliothek
Uni entfaltet Sogwirkung
Potsdams Universität hat in den vergangenen Jahren ihr Profil deutlich ausgeprägt. Hervorgegangen aus der Pädagogischen Hochschule und der einstigen“Kaderschmiede” der DDR ist es ihr gelungen, die Kooperation zwischen Hochschule und Forschungseinrichtungen auf eine qualitativ neue Stufe zu heben..Das ist praktizierte Strukturpolitik und für die Landeshauptstadt und ihr Umland ein erheblicher, Standortvorteil. Am eindruckvollsten vollzieht sich für mich diese Kooperationsbeziehung im Wissenschaftszentrum Golm. Am Standort der einstigen Stasi-Hochschule sind in enger Nachbarschaft von Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Fakultät, Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft Voraussetzungen für herausragende Forschungsleistungen, Wissensund Technologietransfer geschaffen worden. Es hat sich bundesweit und auch international herumgesprochen, dass Potsdams Uni an allen Fakultäten hervorragendes wissenschaftliches Potenzial, engagierte Mitarbeiter und Studierende hat. Die Uni entfaltet eine Sogwirkung. Und: Die Entwicklungsmöglichkeiten der Uni sind noch nicht ausgeschöpft.
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Rainer Speer/ Chef der Staatskanzlei
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1995: Still ruht das Schloss.
Foto: Archiv
Im Ausland attraktiv
Foto: Tribukeit‘
Ein festes Job-Angebot zugunsten einer damals ungewissen persönlichen“Zukunft‘ an der Universität Potsdam auszuschlagen, diese, aus ‚einem Gefühl heraus getroffene Entscheidung war richtig, auch wenn mein Optimismus aus der Anfangszeit mittlerweile gebremst ist.
mich, dass die Uni Potsdam im Ausland zunehmend als attraktiver Studienund Forschungsstandort wahrgenommen wird, dass insbesondere für viele Doktoranden die Uni Potsdam ganz oben auf der Wunschliste steht. Aber ich sehe auch die Gefahr, dass durch eine halbherzige Landespolitik, die mit dem Wort“international” vorzugsweise Brandenburger Universität in Verbindung bringt, Erreichtes nicht gesichert. werden ‚kann, dass Wissenschaftlern, die immer wieder um Stellenstreichungen und Haushaltskürzungen debattieren müssen, nicht genügend
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Zeit bleibt, sich den Studieninteressen ihrer Studierenden zu widmen. Das Auslandsstudium ist noch weit davon entfernt, für die Mehrzahl der Studierenden universitäre Normalität zu sein. Das zu ändern, bedarf es auch in den nächsten Jahren noch großer Anstrengungen.
Dr. Regina Neum/Leiterin des Akademischen Auslandsamtes der Universität Potsdam
1996: Schwere Kuppelei mit vielen Zeugen. Foto: Fritze
— Fressemmenungen d un ‚versität Potsdam
7 line unter: nn http ıllwww.uni-potsdam. de/u/pressmitt/index.htm