Studiosi
PUTZ 5/01
Tatort Campus
Studentinnen fühlen sich nicht immer sicher
Ende April wurde eine junge Frau auf dem Universitätsgelände Griebnitzsee vergewaltigt. Leider kein Einzelfall: Mehrfach berichteten Studentinnen von Belästigungen, aggressiver Anmache bis hin zu Tätlichkeiten. Die Täter sind vermutlich nicht Studenten, sondern Männer aus den umliegenden Wohngebieten, die den Studentinnen gezielt auflauern. Und dazu gibt es genug Gelegenheiten. Die Studentenwohnheime liegen abgelegen und sind nur durch längere und schlecht beleuchtete Wege zu erreichen. Im Park Babelsberg führen einsame. Pfade zu den verstreuten Häusern, Bäume und Sträucher bieten Tätern ein ideales. Versteck. Und zum Studentendorf in Griebnitzsee führt vom S-Bahnhof nur ein abgelegener Waldweg, will man den Weg durch die abends unbeleuchtete Baustelle vermeiden. Auch die Unterführung am S-Bahnhof gilt als unsicherer Ort.
Nach einem offenen Brief an den Bürgermeister von Potsdam, Matthias Platzeck, und an die Leitung der Universität haben die Studierenden kürzlich darüber diskutiert, wie mit der Problematik weiter umgegangen werden soll. Vor allem geht es ihnen um Sicherheit und Bewegungsfreiheit für die Studentinnen. Vielversprechend klingt die Idee, einen Begleitservice auf die Beine zu stellen, der beunruhigten Frauen einen sicheren Heimweg garantiert.
Anruf genügt
Miriam von Maydell, die Frauenreferentin des AStA, hofft nun, dass sich viele Freiwillige dafür melden. Der AStA stellt dem jeweils Diensthabenden unter ihnen ein Handy zur Verfügung, dessen Nummer jede Frau wählen könnte, wenn sie von der S-Bahn oder der Bushaltestelle abgeholt werden möchte. Das funktioniert natürlich umso besser, je mehr Studenten mitmachen, sagt von Maydell.
Aber auch von der Universität und vom Studentenwerk erwarten die Studierenden nun einen stärkeren Einsatz für ihre Sicherheit: Eine einfache Maßnahme gegen Voyeure oder Spanner wären beispielsweise Rollläden für alle ZimmerJim Erdgeschoss. Damit könnten
Studentinnen ihre Privatsphäre besser schützen.”Die Betroffenen können sich doch Gardinen anbringen”, lautete dazu der erste
Kommentar aus dem
dafür müsste extra ein langes Kabel verlegt werden. Er rät den Studentinnen dazu, sich selbst mit Handys auszurüsten. Die Beleuchtung soll allerdings spätestens ab nächsten Herbst verbessert werden, versichert Pohl.
Zettel-Kästen
Die Frauenreferentin des AStA möchte die Beschwerden von Studentinnen sammeln und bei
Nur am Tag idyllisch: Einsamer Weg zum S-Bahnhof Griebnitzsee.
Studentenwerk, den aber die
Studierenden kritisch bewerteten. Vor allem aber müssten die
Wege zwischen den Haltestellen des Nahverkehrs und den Wohnheimen besser beleuchtet werden. Als zusätzliche Maßnahme wäre auch die Installation einer Notrufsäule denkbar. Letzteres ser jedoch zu aufwendig, meint Dr. Volker Pohl vom Dezernat für Bauangelegenheiten der Uni, denn
Foto: Fritze
Bedarf Kontakte ‚zwischen betroffenen Studentinnen und Beratungseinrichtungen vermitteln. Außerdem stellt der AStA an allen Mensen Zettel-Kästen auf, in die Studentinnen auch anonym Briefe stecken können, in denen sie von Belästigungen und Aggressionen berichten. ar
Kontakt: asta@rz.uni-potsdam.de oder Tel.: 0331/977-1225
Gremienwahlen
Die Entscheidung darüber, wer als Interessenvertreter A der
Studierenden. künftig in den
fünf. Fakultätsräten sowie im Senat sitzen wird und wie sich das künftige Studierendenparlament(StuPa) zusammensetzt, rückt näher... Am) 26.27.“und 28. Juni dieses Jahres können Studis aller“ Fakultäten vom Recht der Stimmabgabe Gebrauch machen.
Die von 9.00 bis 15.00 Uhr geöffneten Wahllokale befinden sich{für(die Juristische sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät auf dem Uni-Komplex KGriebnitzsee, Haus 1, Eingangsfoyer; für die Philosophische, Humanwissenschaftliche sowie MathematischNaturwissenschaftliche Fakultät in Golm, Haus 14, Kleiner‘ Senatssaal Auf Sdem UniGelände Am Neuen Palais wird im Haus 8, Kleiner Konferenzraum, ebenfalls eine Urne bereitstehen(nur Briefwahl).
Die—universitätsöffentlichen Auszählungen durch. die studentischen und universitären Wahlausschüsse erfolgen am 29. Juni 2001 ab 15.00 Uhr Am Neuen Palais, dann im Kleinen Sitzungssaal und im Senatssaal, beides. Haus-9.
Im Senat und in den Fakultätsräten werden jeweils zwei Studis das von den Kommilitonen erhaltene Mandat wahrnehmen. Für das Studierendenparlament, dem höchsten beschlussfassenden Organ aller Studierenden,, sind insgesamt 27 Mitglieder zu bestimmen. Es legt die Grundlinien der aktuellen Politik fest, beschließt den Haushalt, wählt die zehn Referenten im. Allgemeinen Studierendenausschuss(AStA) und kontrolliert dieses Gremium.
Die Amtszeit aller Gewählten dauert. vom 1. Oktober 2001 bis 30. September 2002. Weitere Auskünfte zu den Wahlen erteilen Marina Zimmermann, Tel.: 977-1673, beziehungsweise Thomas Duwe über Tel.:977-1225.
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