Neun Juniorprofessuren von der Uni beantragt
Junge Wissenschaftler sollen durch Juniorprofessuren die Chance
zur Profilierung erhalten.
Ein Kernpunkt der Reform des Hochschuldienstrechtes ist die Einführung von Juniorprofessuren. Mit ihr sollen junge Nachwuchswissenschaftler frühzeitig die Möglichkeit erhalten, zur eigenen Profilierung selbstständig und eigenverantwortlich zu forschen und zu lehren. Im Vorgriff auf die beabsichtigte Reform fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung(BMBF) in einem Pilotprogramm 2001/2002 die Erstausstattung von herausragend qualifizierten Nachwuchswissenschaftlern und Leitern von Forschernach
wuchsgruppen.
]
erste Juniorprofessuren bereit gestellt, wobei jede Professur 150000,00 DM für die Erstausstattung erhält. Das brandenburgische Wissenschaftsministerium will 15 Stellen im Rahmen des Pilotprojektes Juniorprofessur für die drei Universitäten des Landes einrichten. Prorektor Prof. Dr. Bernd Walz sieht mit der Einrichtung der Juniorprofessuren für die Uni Potsdam„die Möglichkeit, die Profilbereiche der Universität zu stärken und jungen hervorragenden Nach
nsgesamt sollen 3000 Juniorprofessuren mit 360 Millionen Mark gefördert werden. Allein 2001 werden ı2 Millionen Mark für
wuchswissenschaftlern die Chance zur frühzeitigen eigenen Profilierung zu geben“. Er betont aber auch„den Pilotcharakter dieser ersten Berufungsrunde für Juniorprofessoren, denn der ‚Juniorprofessor’ wird sich im universitären Alltag erst noch bewähren müssen“. Die Uni erhofft sich durch die Einrichtung der Juniorprofessuren auch eine Verjüngung des Hochschullehrerpersonals und eine Erhöhung des Anteils von Frauen unter der Professorenschaft. Die Hochschule reichte im September 2001 einen Antrag auf Einrichtung von neun Juniorprofessuren beim Bundesministerium ein, sieben Professuren hat ihr das brandenburgische Wissenschaftsministerium inzwischen bewilligt. Geplant ist die Einrichtung von Juniorprofessuren in allen fünf Fakultäten. Direkt nach der Antragsgenehmigung sollen die Ausschreibungen erfolgen. Es sollen Nachwuchswissenschaftler berufen werden, deren herausragende Promotion nicht länger als fünf
4
Jahre zurückliegt und die weitere exzellente wissenschaftliche Leistungen erbracht haben. Die ersten Ruferteilungen sind im Wintersemester 2001/2002 zu erwarten.
Mit der Einführung der Juniorprofessuren an der Uni Potsdam sind aber auch Fragen und Probleme verbunden. Sie ergeben sich aus der
Auch der Anteil von jungen Frauen an der Professorenschaft soll mit Juniorprofessuren erhöht werden
rechtlichen Übergangssituation, denn noch ist die Dienstrechtsreform nicht in Kraft getreten. Diese neue Personalkategorie ist noch nicht im Hochschulrahmengesetz und in den nachgeordneten Gesetzen verankert. Finanziert werden auch nur die Erstausstattungen. Die Mittel für die laufenden Ausgaben muss die Uni zusätzlich erbringen. Das stellt die Fakultäten vor große finanzielle Belastungen, wobei sich die Universitätsleitung jedoch bemühen wird, Lösungen gemeinsam mit dem Land und den Fakultäten zu finden. be
Informationen zur Vorbereitung der Einführung der Juniorprofessuren an der Universität Potsdam finden sich im Intranet unter:
http: //www.uni-potsdam.de /unintern/
Y EB E 8
5
2
Uni Aktuell
www.uni-potsdam.de/portal /campus
Plattner-Neubau eingeweiht
Aus dem provisorischen Domizil am Luftschiffhafen ist das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik(HPI), ein AnInstitut der Universität Potsdam, jetzt ausgezogen. Am ı2. Oktober 2001 begann offiziell der Lehrbetrieb im neu errichteten Institutskomplex am Uni-Standort Griebnitzsee. Auf 9000 Quadratmetern sind Verwaltungs- und Lehrveranstaltungsräume untergebracht. Auch das Institut für Informatik der Uni Potsdam hat jetzt seinen Sitz auf dem Campus am Griebnitzsee. Der Bau der Gebäude wurde nur möglich durch die private Stiftung Hasso Plattners in Höhe von insgesamt 100 Millionen DM. Portal wird in der November-Ausgabe ausführlicher berichten. be
Sprache, Literatur und Kultur
Angesichts der Grenzlage Brandenburgs als ausrichtendem Bundesland bildeten für den XIII. Deutschen Slavistentag im Rahmenprogramm Kultur und Sprache Polens den Schwerpunkt. Kürzlich trafen sich 400 Teilnehmer an der Uni Potsdam zum Slavistentag. Auf dem Programm standen Vorträge zu den Themenbereichen Literaturund Sprachwissenschaft sowie Kulturgeschichte. Zwei Sektionen waren der Fachdidaktik und, mit Blick auf die sorbische Minderheit in Brandenburg, der Sorabistik gewidmet. Die Themen aus der Literaturwissenschaft und Kulturgeschichte umfassten neben der literarischen Repräsentation von Geopolitik, Religion und Mythos auch Fragen der Gegenwartsliteraturen, der Literaturtheorie sowie der sakralen Grundlagen slavischer Kultur in älteren Kirchentexten. Zu den Tagungsschwerpunkten der Linguistik gehörten unter anderem die Gebiete Grammatik, Textlinguistik und Pragmatik. Auch das Gebiet der Werbesprachen wurde diskutiert.„Neue Medien und Slavistik“ hieß eine weitere linguistische Arbeitsgruppe. Die Sektion der Fachdidaktik tagte zu Themen wie interkulturelle Kommunikation und Vermittlung von Grammatik und kulturellen Gegenständen im Schulunterricht. Red.
Portal 01/01