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(1.1.2019) 10
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Forschung

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Quarz wird weich wie Kaugummi

Deutsche Mineralogische Gesellschaft tagte an Uni

erkehrsleitplakate in den Straßen der \/ City mit Richtungspfeilen und der Auf­schrift DMG(Deutsche Mineralogische Gesellschaft) informierten die Potsdamer darü­ber, dass ihre Stadt erneut Zentrum wissen­schaftlicher Auseinandersetzung ist. Das Geo­forschungszentrum, das Alfred-Wegener-Insti­tut und das Uni-Institut für Geowissenschaften hatten dies organisiert. Vom 10. bis 13. Septem­ber kamen an der Universität Potsdam mehr als 400 Mineralogen, Geologen und andere Exper­ten aus deutschen Geoforschungszentren wie Heidelberg, Mainz, Tübingen, Freiberg, Claus­thal-Zellerfeld, aber auch aus Österreich, der Schweiz, Frankreich, Polen, Tschechien, Russ­land, Brasilien und China zusammen. Das wis­senschaftliche Programm umfasste 21 Themen­kreise und führte zu einem intensiven Erkennt­nis- und Erfahrungsaustausch. International namhafte Mineralogen wie Michael A. Carpen­ter aus den USA oder Jan Kramers aus der Schweiz warteten mit neuen Forschungsergeb­nissen und perspektivischen Überlegungen zur Wissenschaftsentwicklung auf.

Die Tagung umfasste mehrere inhaltliche Schwerpunkte. So wurden Ergebnisse von Untersuchungen an Marsmeteoriten vorgestellt, die bisheriges Wissen über die Entwicklung des Sonnensystems oder die Existenz von Wasser auf unserem Nachbarplaneten vertiefen. Neue Erkenntnisse über das Klima der Vergangenheit, gewonnen aus demKlimaarchiv Sedimentge­stein, brachten auch auf dieser DMG-Konferenz weitere Impulse für sicherere regionale und glo­bale Klimaprognosen. Großes Interesse fanden Darlegungen zur Entschlüsselung spektakulärer Diamantenfunde im Erzgebirge und zu der Frage, warum der als sehr hart bekannte Quarz ab einer Tiefe von 12 Kilometern bereits bei 270 bis 300 Grad Celsius weich und plastisch ver­formbar wird. Ebenfalls interessiert verfolgten die Konferenzteilnehmer Ausführungen über neue Methoden der Geochronologie zur Bestim­mung des Alters, der verschiedenen Entwick­lungsstufen des Gesteins. Und natürlich galt die ungeteilte Aufmerksamkeit wieder den Indus­triemineralogen, die sich beispielsweise mit der Verwertung von Müllverbrennungsschlacken,

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Ein Bergkristall aus der Sammlung der Uni-Mineralogen. Er könnte in Tiefen von

etwa 12 Kilometern weich werden.

der Anwendung oxidischer Minerale als Elektro­den in Brennstoffzellen befassten.

Mich persönlich hat an dieser Jahrestagung besonders beeindruckt, wie es uns doch immer besser gelingt, die geologischen Erscheinungen und Prozesse in eigentlich unerreichbaren Tie­fen der Erdkruste und die bedeutende Rolle von Wasser auf der Erde bis in Tiefen von mehr als 100 Kilometern zu erkennen. Das Wasser ist hier

in Mineralgitter eingebaut, erklärt Dr. Uwe Altenberger vom Bereich Mineralogie des Insti­tuts für Geowissenschaften, der gemeinsam mit Prof. Dr. Roland Oberhänsli und mit Prof. Dr. Peter Möller vom Geoforschungszentrum die Konferenz ausgerichtet hat.

Altenbergersbesondere Eindrücke kom­men nicht von ungefähr, widerspiegeln sie doch Forschungsschwerpunkte der Potsdamer Uni­Mineralogen. Diese befassen sich unter anderem mit Wassereinlagerungen in die Kristallgitter der Gesteine als Ursache für Gesteinsschmelzen und-erweichungen.

Ferner geht es um so genannte Hochdruck­gesteine, in denen es beispielsweise auch zur Ausbildung von Diamanten kommen kann. Sol­che Gesteine sind in der Regel beim Unterschie­ben einer Erdplatte unter eine andere in bis zu 150 Kilometern Tiefe extremen Drücken ausge­setzt worden, gelangten dann aber zum Teil wie­der nach oben an die Oberfläche. Den Hoch­druckgesteinen galt eine Tagungsexkursion ins polnische Eulengebirge.Wir haben auf der Kon­ferenz über denLeidensweg solcher Gesteine

berichtet, der mit komplexen Mineralreaktionen, Aufschmelzungen und Bewegungsvorgängen verbunden ist, erläutert Uwe Altenberger. Der Potsdamer Geoforscher hat allerdings selbst über ein ganz anderes Uni-Projekt referiert, über Denkmalschutz als mineralogisches Anliegen. Sein Referat befasste sich mit unansehnlichen Verfärbungen in Sandsteinen des Brandenbur­ger Tores in Berlin. Auch eine Exkursion in den Neuen Garten und auf den Pfingstberg war mineralischen Ursachen von Gebäudeschäden und Sanierungsmöglichkeiten gewidmet.

Armin Klein

Japan-Studien

Die Japan Foundation Tokyo hat ihre Wissen­schaftsförderprogramme für das japanische Fiskaljahr von April 2002 bis März 2003 aus­geschrieben. Dabei handelt es sich nicht nur um die Förderung von Japanstudien und des japanischen Sprachunterrichts, sondern auch um die Gewährung von Forschungs- sowie Arbeitsaufenthalten. Die Programme sind für die Geistes- und Sozialwissenschaften, Jura und Wirtschaftswissenschaften sowie Kunst geeignet. Einen Überblick gibt eine eigens vom Japanischen Kulturinstitut in Köln herausge­gebene Informationsschrift.

Tel.: 0221/9405580 Red.

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Foto: Klein