Uni Aktuell
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Ratlosigkeit anerkennen
Podiumsdiskussion zu den Folgen des 11. September
Die Hand reichen und den Dialog führen, um fremde Kulturen zu verstehen und die eigene zu überdenken.
Amerikanische Katastrophenfilme haben vieles von dem vorweggenommen, was sich am 11. September in den USA ereignete. Der Unterschied zur
Realität besteht allerdings darin, dass die Filme meist positiv enden.
ines scheint Konsens zu sein: Spätestens
seit den Terroranschlägen reichen die bis
her benutzten Interpretationsschemata nicht mehr aus. Darin waren sich die Podiumsteilnehmer der Diskussionsrunde„Dialog der Kulturen? Krieg der Kulturen?“, zu der Wissenschaftler der Uni Potsdam eingeladen hatten, einig. Heute sind die in der Welt bestehenden Konflikte nicht mehr nur Auseinandersetzungen zwischen den klassischen Nationalstaaten. Sie reichen vielmehr weit über deren Grenzen hinaus und erfordern ein Umdenken bei der Gestaltung der internationalen politischen Beziehungen, meinte der Anglist Prof. Dr. Rüdiger Kunow. Warner gab es allerdings schon vor Jahren. Bereits 1993 sprach der Politologe Samuel Huntington davon, dass zukünftig kriegerische Auseinandersetzungen nicht mehr zwischen Nationen ausgetragen werden, sondern ein
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Zusammenstoß der Kulturen bevorsteht. Vor kulturellem Hochmut warnte der Historiker Prof. Dr. Manfred Görtemaker.„Wir tun gut daran, den Islam zu verstehen, bevor wir diese Kultur verurteilen.“ Rüdiger Kunow ist davon überzeugt, dass es darum geht, Dissonanzen auszuhalten. Es gebe Differenzen, so zwischen westlicher Kultur und Islam, die nicht auszugleichen sind. Er plädierte angesichts der aktuellen Ereignisse dafür,„eine gewisse Ratlosigkeit anzuerkennen“.
Die Amerikaner seien der Überzeugung, das Böse, also den Terror, nicht den Islam, besiegen zu können, schildert Manfred Görtemaker die Situation in Amerika. Man müsse in Deutschland lernen, bei Konflikten zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Er kritisierte, dass das Gewaltregime in Afghanistan in den vergan
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genen Jahren von der Weltöffentlichkeit hingenommen worden sei.„Wo waren denn bei uns die Demonstrationen gegen das Regime“, fragte er. Man habe die Augen vor den Gefahren verschlossen und sich auf die Wohlstandsinsel zurückgezogen.
Nicht ohne Widerspruch blieb die Auffassung des Philosophen Prof. Dr. Christoph Menke, wonach die westliche liberale Kultur als politische Kultur den anderen überlegen sei. Er begründete es damit, dass„Menschenrechte und Demokratie die besten Ideen sind, die wir haben“, auch wenn die westliche Kultur nicht frei von Verwerfungen und Unterdrückungsformen sei. Einig waren sich die Diskutanten darin, dass Forschung und Lehre viel stärker als bisher auf die Gebiete Internationale Beziehungen und Terrorismus ausgerichtet werden müssen. be