Personalia
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Hochkommen oder Umkommen
Zwei Bücher über den Maler und Zeichner Horst Janssen
In der„feinen Hamburger Gesellschaft“ war er lange das skandalöse, in Latzhosen und Gummistiefeln gekleidete Genie, dass auch schon mal mit Messern um sich stach. Krisen geschüttelt, waren fürchterliche Angstzustände, Depressionen und der Alkohol, den er haßliebte, seine ständigen Begleiter. Intensivstes Delirium jedoch war das Zeichnen. Er hatte eine Verabredung mit dem Tod im Jahre 2020, doch der, wortbrüchig geworden, holte ihn früher ab. Horst Janssen, 1995 in Hamburg verstorbener Zeichner und Graphiker, war einer der bedeutendsten deutschen Künstler nach 1945. Sein Euvre ist immens, in jeder Hinsicht. Hatte Goethe seinen Eckermann, so verband Janssen jahrelang eine enge und sensible Freundschaft mit dem bekannten Publizisten, Historiker und Hitler-Biographen Joachim Fest. Fest nun spiegelt die exzentrische Lebensgeschichte Janssens anhand von Gesprächsnotizen, die er 1971 begann aufzuzeichnen und die erst mit dessen Tod endeten. Das mit Fotos, Skizzen und Zeichnungen reich illustrierte Erinnerungsbuch vol
Leserbrief:
ler Kommentare, Geschichten und Anekdoten ist auch ein tiefblickender Werkstattbericht; die erste hautnahe biographische Annäherung an einen„veritablen deutschen Dämon“, der sich bei guter Laune vor allem darum sorgte, hinter seinem Sarg könnten nicht genug Leute herlaufen. Auf den Seiten finden sich urkomische und zugleich bedrückende Momentaufnahmen eines in jeder Phase extrem und am Abgrund geführten Künstlerexistenz, ungeschönt und schonungslos gleichermaßen. Man kann dieses „Buch der Unruhe“ als Komödie der Eitelkeiten oder als aufschlussreichen Kommentar zum Thema„Suff und Kreativität“ lesen, als Dokument einer Verfallsgeschichte, als Pamphlet gegen die künstlerische Moderne ebenso wie gegen alles, was die Kunst psychologisieren möchte, als Lob der Verführung oder als Porträt eines Egomanen. Man kann auch darin wandeln wie in einer Galerie für Frauenbildnisse. Sein eigentliches Zentrum und Ereignis aber ist das Vertrauen zweier Menschen, die sich so gar nicht ähneln wollen und die sich wahrschein
Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt...
Beim traditionellen Absolventeninterview der Unizeitung(PUTZ 6/o1) stand die neue Urania-Chefin Karin Flegel Rede und Antwort. Angeregt durch dieses Gespräch schrieb PD Dr. Burkhard Schulz vom Interdisziplinären Forschungszentrum Dünne Organische und Biochemische Schichten und zugleich Vorsitzender des URANIA-Landesverbandes Brandenburg einen Leserbrief an die Redaktion. Im Folgenden einige Auszüge aus seiner Zuschrift:
Das im Interview formulierte Vorhaben, mehr Wissenschaftler anzusprechen und anzuregen, ihre aktuellen Forschungsergebnisse auch populärwissenschaftlich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, unterstütze ich sehr. Dies ist aus meiner Sicht im doppelten Sinne erforderlich: Zum einen
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ist die Akzeptanz vieler Wissenschaftsdisziplinen in der Bevölkerung immer noch gering(als Beispiele seien vor allem Chemie oder Molekularbiologie genannt), zum anderen spüre ich gerade auch als Potsdamer eine noch unzureichende Identifizierung der Bürger mit ihrer Universität. Man darf hier wohl zurecht das Bild vom Propheten und dem Berg benutzen und sinngemäß übertragen: Kommen die Potsdamer nicht zur Universität, kommen die Wissenschaftler zu den Potsdamern. Mit dem URANIA-Verein Potsdam ist ein Partner gegeben, der die Kompetenz zur Organisierung dieser Aktivitäten hat.
Gestatten Sie mir aber bitte, noch einige Ergänzungen zu ihrem Artikel zu machen. Trotz des angesprochenen Zieles, noch mehr Wissenschaftler für die Popularisierung ihrer Forschung zu gewinnen, ist festzustellen, dass bereits seit
lich nicht unbedingt suchten, aber trotzdem finden mussten.
Apropos: Selbst im Hohen Norden suchte Janssen die Nähe des Freundes, um von seiner im Jahre 1971 unternommenen„Skandinavischen Reise“ zu berichten. Nachzulesen ist das in den Briefen des gleichnamigen Reiseskizzentagebuch, das wegen seiner sehr schöner Aufmachung eine kleine bibliophile Kostbarkeit darstellt und ebenfalls beim Alexander Fest Verlag erschienen ist. tp
Joachim Fest: Horst Janssen. Selbstbildnis von fremder Hand Alexander Fest Verlag, 2001 ISBN 3-8286-0185-8
Preis: 44,79 DM
Horst Janssen: Skandinavische Reise Alexander Fest Verlag, 2001
ISBN 3-8286-0157-X
Preis: 38,00 DM
der Gründung des Potsdamer URANIA-Vereins Wissenschaftler der Universität Potsdam aktiv an seiner Entwicklung mitwirken. So waren ausnahmslos alle bisherigen Vereinsvorsitzenden mit der Universität verbunden. Auch ich hatte diese Funktion als Gründungsmitglied des Vereins einige Jahre inne.
Es sei auch erwähnt, dass Frau Flegel zu einem Teil ihrer hauptamtlichen Tätigkeit Geschäftsführerin des URANIA-Landesverbandes Brandenburg ist, dessen Vorsitzender ich seit mehr als acht Jahren bin. In diesen Funktionen bemühen wir uns intensiv, die Wissenschaftspropagierung in die Weiterbildungsaktivitäten des Landes Brandenburg einzubringen.
Ich möchte mich abschließend nochmals bei der Redaktion der Unizeitung für das Aufgreifen der Thematik bedanken.
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