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(1.1.2019) 12
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Leibniz-Preisträger 2002

Prof. Dr. Reinhold Kliegl von der Universität Potsdam erhält den höchstdotierten deutschen Förderpreis

Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungs­gemeinschaft(DFG) hat heute die Preisträger im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm der DFG für das Jahr 2002 bestimmt. Elf Wissenschaftler werden mit dem höchstdotierten deutschen Förderpreis ausgezeichnet. Unter ihnen ist auch Professor Reinhold Kliegl(48) vom Institut für Psychologie der Universität Potsdam.

it dem Förderpreis werden Wissen­I tößlerinnen und Wissenschaftler

für herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet. Die Förderung soll die Arbeitsmöglichkeiten der Preisträger und ihrer Arbeitsgruppen verbessern und die Mitar­beit besonders qualifizierter jüngerer Wissen­schaftler sowie die Zusammenarbeit mit Wissen­schaftlern aus dem Ausland erleichtern. Die bereitgestellten Mittel- im Fall von Professor Reinhold Kliegl handelt es sich um ein Preisgeld von 1,5 Millionen Mark(775.000 Euro)- geben

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den Forschern die Möglichkeit, sich weitgehend frei von administrativem Aufwand auf ihre Arbeit konzentrieren zu können.

Reinhold Kliegl studierte Psychologie an der Universität Regensburg und an der University of Colorado in Boulder, USA. Den Ph.D. erhielt er 1982 von der University of Colorado und wurde 1992 an der Freien Universität Berlin habilitiert. Nach zehn Jahren am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und zeitweise an der School of Technology des Georgia Tech in Atlanta ist Reinhold Kliegl seit 1994 Professor für Psychologie an der Universität Potsdam. Er ist Direktoriumsmitglied des Interdisziplinären Zentrums für Kognitive Studien in Potsdam und gehört zu den Herausgebern von zwei interna­tional hoch angesehenen Fachzeitschriften.

Das Interesse des Wissenschaftlers gilt dem_

kognitiven Altern und kreist um die Frage, wie Alterungsprozesse erklärbar sind und inwieweit man den Altersveränderungen durch Training kognitiver Leistung entgegentreten kann. Er konnte mit Hilfe einer differenzierten Methodo­logie zeigen, dass Alternseffekte nicht auf einen globalen Mechanismus, wie etwa die generelle Verlangsamung des Denkens, zurückzuführen sind, sondern in unterschiedlichen Bereichen kognitiver Teilleistungen jeweils spezifisch ver­laufen. Mit einer alsTesting the Limits bekannt gewordenen Methode gelang ihm beispielsweise der Nachweis der Trainingsresistenz gesunder älterer Menschen für das Namensgedächtnis. Reinhold Kliegls Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von experimentellen Analysen kognitiver Veränderungen im Alter, grundlagen­orientierter formaler Modellbildung und einer innovativen Erhebungs- und Analysemethodik aus. Dabei hat er mehrfach neue Forschungsme­thoden entwickelt, die differenziertere Beschrei­bungen und Erklärungen für scheinbar lange bekannte Phänomene ermöglichen.

Die feierliche Verleihung der Preise im Leib­niz-Programm für das Jahr 2002 durch den DFG-Präsidenten Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winn­acker findet am 6. März in der Berlin-Branden­burgischen Akademie der Wissenschaften in

Berlin statt. gl

Uni Aktuell

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Neujahrsempfang

Am 24. Januar 2002 laden der Rektor und die Universitätsgesellschaft der Universität Potsdam zum Neujahrsempfang ein. Den Festvortrag hält in diesem Jahr der Präsident der Hochschulrek­torenkonferenz, Prof. Dr. Klaus Landfried. Auch Preisverleihungen stehen wieder auf dem Pro­gramm, so werden der mit 2500 dotierte Preis der Universitätsgesellschaft und der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der DAAD-Preis 2001 für hervorragende Leis­tungen ausländischer Studierender verliehen. Im Anschluss an den Festakt bleibt Zeit zum Anstoßen und für Gespräche am Rande. Red.

Zeit: Ort:

24. Januar 2002, 15.00 Uhr Uni-Komplex Am Neuen Palais, Haus 8, Auditorium maximum

Neue Kontakte

Die Universität Potsdam kooperiert seit Jahren mit neun Hochschulen und Forschungsinstitu­ten der Region St. Petersburg; doch bislang noch nicht mit der international renommierten Staat­lichen Universität von St. Petersburg. Dank intensiver Bemühungen Potsdamer Wissen­schaftler konnten am 19. November 2001 die seit langem bestehenden Forschungskontakte auf eine vertragliche Grundlage gestellt werden. Der Hochschulpartnerschaftsvertrag die Zusammenarbeit in Lehre und Forschung ins­

regelt

besondere in den mathematisch-naturwissen­schaftlichen Bereichen. Neue Felder der Zu­sammenarbeit eröffnen sich beispielsweise im Bereich der Informatik und bei der Verwirkli­chung eines Programms für die Zusatzqualifi­

zierung deutschstämmiger Aussiedler. Darüber hinaus wurde ein Vertrag zwischen der Wirt­schafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und der Petersburger School of Management der russischen Universität unterschrieben.

Red.

Jh a" In Freuten sich über das Zustandekommen eines Koope­rationsvertrages, die Rektoren der Potsdamer und der Staatlichen Universität St. Petersburger, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder(l.) und Prof. Dr. Vladimir Troyan.

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