Heft 
(1.1.2019) 12
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Abstimmen und vernetzen

Netzwerk Jüdischer und Rabbinischer Studien gegründet

Seit dem 15. November 2001 gibt es an der Universität Potsdam ein Kompetenznetz für Jüdische Studien/Rabbinische Studien. Möglich wurde das Projekt durch die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Das Ministerium finanziert den Aufbau des Kom­petenznetzes mit Personal- und Sachmitteln für drei Jahre mit insgesamt 1,5 Millionen DM.

ie Intensivierung der Zusammenarbeit De: bereits bestehenden Initiativen und

Institutionen im Raum Brandenburg­Berlin, die sich mit Jüdischen Studien beschäfti­gen, ist das Anliegen des Kompetenznetzes.Wir wollen ein Netzwerk von Information und Kom­munikation mit internationaler Anerkennung und Ausstrahlung schaffen, erläutert der wis­senschaftliche Koordinator und Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch­jüdische Studien an der Universität Potsdam (MMZ), Prof. Dr. Julius H. Schoeps, das Anlie­gen. Beteiligt sind deshalb unter anderem der interdisziplinäre Studiengang Jüdische Studien, das GraduiertenkollegMakom: Ort und Orte im Judentum an der Universität Potsdam, das

Vertraglich verbunden

Das Abraham Geiger Kolleg, das erste Rabbiner­seminar Deutschlands nach dem zweiten Welt­krieg, und die Universität Potsdam verbindet jetzt ein Kooperationsvertrag. Unterschrieben wurde er am 23. November 2001. Grundlage der Kooperation ist die StiftungsprofessurReli­gionswissenschaft mit dem Schwerpunkt rabbi­nische Studien, die vom Stiftungsfonds Deut­sche Bank im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft fünf Jahre finanziert und danach in den Bestand der Professuren der Uni Potsdam übernommen wird. Formen der Zusammenar­beit sollen, in Abstimmung mit demKollegium für Jüdische Studien/School of Jewish Studies und der Philosophischen Fakultät, vor allem gemeinsame wissenschaftliche Veranstaltungen, Lehraufträge, Gastvorlesungen und die Förde­rung des wissenschaftlichen Nachwuchses sein. Das Abraham Geiger Kolleg wurde im Novem­ber des vergangenen Jahres eröffnet. Am 1. Ok­tober 2001 nahm es seine Arbeit auf, und mit dem Semesterbeginn startete der Lehrbetrieb.

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MMZ, das Abraham Geiger Kolleg und das Deut­sche Kulturforum östliches Europa.

Ziel des Projektteams ist es, die wissenschaft­liche Arbeit der beteiligten Partner in Lehre und Forschung aufeinander abzustimmen und stär­ker zu vernetzen. Dazu gehört, den Bereich ost­europäisch-jüdische Geschichte und Kultur im Curriculum der Jüdischen und Rabbinischen Studien stärker zu verankern. Des Weiteren soll die Internationalität dieser Studien im Hinblick auf neue Entwicklungen im östlichen Europa größeres Gewicht erhalten.

DieJüdischen Studien werden um ein zusätzliches StudienangebotRabbinische Stu­dien erweitert.Wir werden natürlich die vor­handenen Ressourcen an der Uni Potsdam, bei­spielsweise im Bereich der Sprachausbildung und der osteuropäischen Geschichte, einbezie­hen, so Schoeps. Angestrebt wird auch die Ver­breiterung des Lehrangebots durch die verstärk­te Einbindung außeruniversitärer Institutionen, die Erweiterung von Kooperationen mit anderen_ Hochschulen in der Region Brandenburg-Berlin und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, wie der Hebräischen Universität Jeru­

salem und der Universität Tel Aviv. be

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Zusammenarbeit besiegelt: Rabbiner Prof. Dr. Allen Howard Podet, Gründungsrektor des Abraham Gei­ger Kollegs, und Uni-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder.

Anlässlich der Unterzeichnung des Koopera­tionsvertrages stellte sich Allen Howard Podet mit einem akademischen Einführungsvortrag vor. Er sprach zum ThemaThe Application of Structural Analysis to an Historical Problem: The Bellum Judaicun?. be

Uni Aktuell

www.uni-potsdam.de/portal/dezo1/uniaktuell

Abgelehnt

Der Bundesrat hat die geplante Hochschulleh­rer-Dienstrechtsreform in der bisher vorliegen­den Fassung abgelehnt. Das zuvor bereits von Bundeswissenschaftsministerin Edelgard Bul­mahn durch den Bundestag gebrachte Gesetz muss nun in den Vermittlungsausschuss. Damit gibt es jetzt für Bund und Länder die Aufgabe nachzubessern.:Die Entscheidung kam nicht unerwartet. Der Deutsche Hoch­schulverband sowie zahlreiche Vertreter von Wissenschaft und Wirtschaft hatten schon in der Vergangenheit trotz grundsätzlicher Über­einstimmung mit den Zielen der Hochschul­lehrer-Dienstrechtsreform die beabsichtigte konkrete Umsetzung hart kritisiert.

Auch Prof. Dr. Helmut Lecheler, Lehrstuhlin­haber für Öffentliches Recht und Europarecht an der Freien Universität Berlin gehörte zu denjenigen, die Bedenken zur Reform äußer­ten. In einem für den Deutschen Hochschul­verband erstelltem Gutachten hatte der Rechts­wissenschaftler die avisierte Dienstrechtsre­form als nicht verfassungskonform und gegen geltendes Beamtenrecht verstoßend, beurteilt. Das Gutachten zur Hochschuldienstrechtsre­form kann unter Tel.: 0228/90-266-66 ange­fordert werden. Red.

Bücherhilfe

Im Oktober 2001 wurde unter dem TitelEx Libris Wissen schaffen das erste Spenden­projekt zugunsten aller deutschen Hochschu­len gestartet. Aus Gründen massiver Unterfi­nanzierung und wegen überproportionaler Kostensteigerungen können in den Universi­tätsbibliotheken immer weniger dringend benötigte wissenschaftliche Literatur und Information zur Verfügung gestellt werden. Diesen Prozess zu stoppen, ist das Ziel des gemeinnützigen VereinsWissen Schaffen e.V. Mit einem prominenten Kuratorium im Hintergrund hofft die Aktion auf das Engage­ment der sieben Millionen deutschen Akade­miker, die im Falle einer Spende selbst wählen können, welche Hochschule und Fachbiblio­thek die Zuwendung erhalten soll. Gleichzei­tig soll damit langfristig eine bundesweite Kommunikationsplattform errichtet werden, über die Freunde und Ehemalige Kontakt zu ihrer Hochschule aufnehmen können. Red.

Rückfragen zur Aktion sind unter Tel.:(040)

220 40 64 oder 227 15 54 oder per E-Mail unter presse@wissenschaffen.de verfügbar.

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