Abstimmen und vernetzen
Netzwerk Jüdischer und Rabbinischer Studien gegründet
Seit dem 15. November 2001 gibt es an der Universität Potsdam ein Kompetenznetz für „Jüdische Studien/Rabbinische Studien“. Möglich wurde das Projekt durch die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Das Ministerium finanziert den Aufbau des Kompetenznetzes mit Personal- und Sachmitteln für drei Jahre mit insgesamt 1,5 Millionen DM.
ie Intensivierung der Zusammenarbeit De: bereits bestehenden Initiativen und
Institutionen im Raum BrandenburgBerlin, die sich mit Jüdischen Studien beschäftigen, ist das Anliegen des Kompetenznetzes.„Wir wollen ein Netzwerk von Information und Kommunikation mit internationaler Anerkennung und Ausstrahlung schaffen“, erläutert der wissenschaftliche Koordinator und Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäischjüdische Studien an der Universität Potsdam (MMZ), Prof. Dr. Julius H. Schoeps, das Anliegen. Beteiligt sind deshalb unter anderem der interdisziplinäre Studiengang Jüdische Studien, das Graduiertenkolleg„Makom: Ort und Orte im Judentum“ an der Universität Potsdam, das
Vertraglich verbunden
Das Abraham Geiger Kolleg, das erste Rabbinerseminar Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg, und die Universität Potsdam verbindet jetzt ein Kooperationsvertrag. Unterschrieben wurde er am 23. November 2001. Grundlage der Kooperation ist die Stiftungsprofessur„Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt rabbinische Studien“, die vom Stiftungsfonds Deutsche Bank im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft fünf Jahre finanziert und danach in den Bestand der Professuren der Uni Potsdam übernommen wird. Formen der Zusammenarbeit sollen, in Abstimmung mit dem„Kollegium für Jüdische Studien/School of Jewish Studies“ und der Philosophischen Fakultät, vor allem gemeinsame wissenschaftliche Veranstaltungen, Lehraufträge, Gastvorlesungen und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sein. Das Abraham Geiger Kolleg wurde im November des vergangenen Jahres eröffnet. Am 1. Oktober 2001 nahm es seine Arbeit auf, und mit dem Semesterbeginn startete der Lehrbetrieb.
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MMZ, das Abraham Geiger Kolleg und das Deutsche Kulturforum östliches Europa.
Ziel des Projektteams ist es, die wissenschaftliche Arbeit der beteiligten Partner in Lehre und Forschung aufeinander abzustimmen und stärker zu vernetzen. Dazu gehört, den Bereich osteuropäisch-jüdische Geschichte und Kultur im Curriculum der Jüdischen und Rabbinischen Studien stärker zu verankern. Des Weiteren soll die Internationalität dieser Studien im Hinblick auf neue Entwicklungen im östlichen Europa größeres Gewicht erhalten.
Die„Jüdischen Studien“ werden um ein zusätzliches Studienangebot„Rabbinische Studien“ erweitert.„Wir werden natürlich die vorhandenen Ressourcen an der Uni Potsdam, beispielsweise im Bereich der Sprachausbildung und der osteuropäischen Geschichte, einbeziehen“, so Schoeps. Angestrebt wird auch die Verbreiterung des Lehrangebots durch die verstärkte Einbindung außeruniversitärer Institutionen, die Erweiterung von Kooperationen mit anderen_ Hochschulen in der Region Brandenburg-Berlin und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, wie der Hebräischen Universität Jeru
salem und der Universität Tel Aviv. be
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Zusammenarbeit besiegelt: Rabbiner Prof. Dr. Allen Howard Podet, Gründungsrektor des Abraham Geiger Kollegs, und Uni-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder.
Anlässlich der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages stellte sich Allen Howard Podet mit einem akademischen Einführungsvortrag vor. Er sprach zum Thema„The Application of Structural Analysis to an Historical Problem: The Bellum Judaicun?”. be
Uni Aktuell
www.uni-potsdam.de/portal/dezo1/uniaktuell
Abgelehnt
Der Bundesrat hat die geplante Hochschullehrer-Dienstrechtsreform in der bisher vorliegenden Fassung abgelehnt. Das zuvor bereits von Bundeswissenschaftsministerin Edelgard Bulmahn durch den Bundestag gebrachte Gesetz muss nun in den Vermittlungsausschuss. Damit gibt es jetzt für Bund und Länder die Aufgabe nachzubessern.:Die Entscheidung kam nicht unerwartet. Der Deutsche Hochschulverband sowie zahlreiche Vertreter von Wissenschaft und Wirtschaft hatten schon in der Vergangenheit trotz grundsätzlicher Übereinstimmung mit den Zielen der Hochschullehrer-Dienstrechtsreform die beabsichtigte konkrete Umsetzung hart kritisiert.
Auch Prof. Dr. Helmut Lecheler, Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht und Europarecht an der Freien Universität Berlin gehörte zu denjenigen, die Bedenken zur Reform äußerten. In einem für den Deutschen Hochschulverband erstelltem Gutachten hatte der Rechtswissenschaftler die avisierte Dienstrechtsreform als nicht verfassungskonform und gegen geltendes Beamtenrecht verstoßend, beurteilt. Das Gutachten zur Hochschuldienstrechtsreform kann unter Tel.: 0228/90-266-66 angefordert werden. Red.
Bücherhilfe
Im Oktober 2001 wurde unter dem Titel„Ex Libris— Wissen schaffen“ das erste Spendenprojekt zugunsten aller deutschen Hochschulen gestartet. Aus Gründen massiver Unterfinanzierung und wegen überproportionaler Kostensteigerungen können in den Universitätsbibliotheken immer weniger dringend benötigte wissenschaftliche Literatur und Information zur Verfügung gestellt werden. Diesen Prozess zu stoppen, ist das Ziel des gemeinnützigen Vereins„Wissen Schaffen e.V.“ Mit einem prominenten Kuratorium im Hintergrund hofft die Aktion auf das Engagement der sieben Millionen deutschen Akademiker, die im Falle einer Spende selbst wählen können, welche Hochschule und Fachbibliothek die Zuwendung erhalten soll. Gleichzeitig soll damit langfristig eine bundesweite Kommunikationsplattform errichtet werden, über die Freunde und Ehemalige Kontakt zu „ihrer“ Hochschule aufnehmen können. Red.
Rückfragen zur Aktion sind unter Tel.:(040)
220 40 64 oder 227 15 54 oder per E-Mail unter presse@wissenschaffen.de verfügbar.
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