Heft 
(1.1.2019) 12
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Uni Aktuell

Mehr als tausend Worte

Die Rolle der Medien vor, während und nach dem 11. September

Prof. Dr. Lothar Mikos kennt niemanden, der am 11. September 2001 nicht Verwandte, Freunde und Bekannte angerufen hat, um sie zum Fernsehen zu ermuntern. Diese Beobachtung erklärt der Medienwissenschaftler von der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen damit, dass Bilder weit emotionaler wirken als das gesprochene Wort.

"x m Falle der Terroranschlä- Prof. Dr. Peter Drexler von [= habe es nicht Wenige der Uni die Erziehung . gegeben, die so Unglaubli- zum kritischen Umgang ches sahen, dass sie sich mit den Medien. Nie­dazu erst viel später äußern mandem könne die Ent­konnten. Erwiesen sei, dass scheidung abgenom­reale Bilder nachhaltiger men werden, aus der wirkten, als fiktive Bilder in Vielzahl der Medien aus­Fernseh- oder Spielfilmen. zuwählen und kritisch Die Teilnehmer an der von damit umzugehen. Man der Philosophischen Fakul- müsse sich fragen, wie tät der Uni organisierten Medien an der Herstel­PodiumsdiskussionKrieg lung von Realität beteiligt der Kulturen? Krieg der Bil- sind, diese reduzieren der? waren sich einig, dass und wie sie ihre Informa­darin die große Verantwortung tionspflicht wahrnehmen. aller Medien besteht. Medien- Für Lothar Mikos ist in wissenschaftler, Zeitungsma- diesem Zusammenhang cher sowie Lehrer und Schü- auffällig, dass bei der Sen­ler, die am Modellversuch dung von Bildern aus

Medien und Kommunika­tion der Voltaire Gesamt­schule Potsdam beteiligt waren, diskutierten über die Rolle der Medien vor, wäh­rend und nach den Ereignis­sen des 11. September.

Von der Information zum Wissen

Der Lehrer Dieter Urban plä­dierte dafür,die Medien in den Lebensentwurf einzubau­en, sich aber nicht von ihnen bestimmen zu lassen. Man müsse von der Information zum Wissen gelangen. Den Pädagogen komme die Aufga­be zu, Stellung zu beziehen, ohne zu missionieren. In die­sem Zusammenhang forderte

Afghanistan immer betont wird, es gäbe keine unab­hängige Bestätigung für diese Aussagen. Seit dem 12. September werde die weltweite:Berichterstat­tung wesentlich von den Kommunikationsberatern der amerikanischen Re­gierung bestimmt. So würde von Opfern aus Afghanistan immer nur im Zusammenhang mit amerikanischen Opfern berichtet. Klar sei, dass jedes Medium manipulie­re, aber eine relativ umfassende Information dennoch durch die Nut­zung verschiedener Ange­bote gegeben ist.

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Alles im Blick der Kamera?

Fotos: Fritze