Uni Aktuell
Mehr als tausend Worte
Die Rolle der Medien vor, während und nach dem 11. September
Prof. Dr. Lothar Mikos kennt niemanden, der am 11. September 2001 nicht Verwandte, Freunde und Bekannte angerufen hat, um sie zum Fernsehen zu ermuntern. Diese Beobachtung erklärt der Medienwissenschaftler von der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen damit, dass Bilder weit emotionaler wirken als das gesprochene Wort.
"x m Falle der Terroranschlä- Prof. Dr. Peter Drexler von [= habe es nicht Wenige der Uni die Erziehung . gegeben, die so Unglaubli- zum kritischen Umgang ches sahen, dass sie sich mit den Medien. Niedazu erst viel später äußern mandem könne die Entkonnten. Erwiesen sei, dass scheidung abgenomreale Bilder nachhaltiger men werden, aus der wirkten, als fiktive Bilder in Vielzahl der Medien ausFernseh- oder Spielfilmen. zuwählen und kritisch Die Teilnehmer an der von damit umzugehen. Man der Philosophischen Fakul- müsse sich fragen, wie tät der Uni organisierten‘ Medien an der HerstelPodiumsdiskussion“Krieg lung von Realität beteiligt der Kulturen?— Krieg der Bil- sind, diese reduzieren der?“ waren sich einig, dass und wie sie ihre Informadarin die große Verantwortung tionspflicht wahrnehmen. aller Medien besteht. Medien- Für Lothar Mikos ist in wissenschaftler, Zeitungsma- diesem Zusammenhang cher sowie Lehrer und Schü- auffällig, dass bei der Senler, die am Modellversuch dung von Bildern aus
„Medien und Kommunikation“ der Voltaire Gesamtschule Potsdam beteiligt waren, diskutierten über die Rolle der Medien vor, während und nach den Ereignissen des 11. September.
Von der Information zum Wissen
Der Lehrer Dieter Urban plädierte dafür,„die Medien in den Lebensentwurf einzubauen, sich aber nicht von ihnen bestimmen zu lassen“. Man müsse von der Information zum Wissen gelangen. Den Pädagogen komme die Aufgabe zu, Stellung zu beziehen, ohne zu missionieren. In diesem Zusammenhang forderte
Afghanistan immer betont wird, es gäbe keine unabhängige Bestätigung für diese Aussagen. Seit dem 12. September werde die weltweite:Berichterstattung wesentlich von den Kommunikationsberatern der amerikanischen Regierung bestimmt. So würde von Opfern aus Afghanistan immer nur im Zusammenhang mit amerikanischen Opfern berichtet. Klar sei, dass jedes Medium manipuliere, aber eine relativ umfassende Information dennoch durch die Nutzung verschiedener Angebote gegeben ist.
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Alles im Blick der Kamera?
Fotos: Fritze