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(1.1.2019) 12
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Demokratische Universität Potsdam

Studierendenvertretung der Uni plädiert fürNew Deal

Die Studierenden beteiligten sich an einer europa­

weiten Protestwoche vom 10. bis 14. Dezember 2001 gegen den Bildungsabbau. Dies ist auf einer Voll­

versammlung beschlossen worden.

Sparen, Sparen, Sparen heißt es seit langem in der Wissenschaftspolitik des Landes Brandenburg. Mit einer harschen Kritik an der Haushaltspolitik des Landes und der durch sie entstandenen gegen­wärtigen Situation an der Uni Potsdam traten kürzlich der Vorsitzende des Allgemeinen Studie­rendenausschusses der Uni(AStA), Till Meyer, und sein Geschäftsführer, Frank Richarz, an die Öffentlichkeit. Die Universität Potsdam brauche einen Neuanfang, lautete die klare Message. Die Gremienvertreter hielten dabei mit Analysen und Vorschlägen einer Neuorientierung nicht hinter den Berg. Das Wort von derDemokratischen Universität Potsdam machte die Runde.

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Foto: Fritze

eil die Lage der Hochschule nach An­\ X} sicht des AStAkatastrophal ist, for­dert er nun den Schulterschluss des Rektorats mit allen Gruppen der Uni. Dazu gäbe es hoffnungsvolle Gespräche mit Uni-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder.Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten, so das Statement von Frank Richarz. Entweder besinne man sich auf ein stär­keres Miteinander oder es breche ein messer­scharfer Krieg untereinander über die letzten Mittel aus. Das könne nicht im Sinne der Betrof­fenen sein. Richarz forderte mehr Mitsprache­recht für die Studierenden ein, auch ihre konkre­te Beteiligung an Finanzverhandlungen mit dem Ministerium.Es muss etwas passieren, betonte er. Deshalb wolle man noch vor Weihnachten die gesamte Studierendenschaft mobilisieren.

Die brenzlige Situation zeige demnach deut­licher denn je, was sich in den letzten Jahren an der Uni geändert habe. Durch die Neugestaltung des Landeshochschulgesetzes seien die universi­tären Gremien defacto entmachtet. Der AStA plä­diert deshalb für eine breitere Koalition aller Hochschulschichten. Damit dies auch funktio­niere, sei man für eine Aussprache über Vorstel­lungen, Visionen und Ziele für die Zukunft. Die Koalition habe jedoch eine Grundbedingung: die der Änderung universitärer Politik. Die Studie­rendenvertreter haben sogar konkrete Ideen dafür. Ein Reformrat müsse nach ihrer Meinung her, der die Beschlüsse des Rektorats und des Senates vorbereite. Demokratisch gewählt und zusammengesetzt. Und sie setzen noch eines drauf. Denn die Zerschlagung der präsidialen Hochschulstrukturen gehört ebenfalls zu ihrer Vision.Darum kommen wir nicht herum, so Richarz. Damit jedoch, das wissen die Studis, stünde man weit neben dem derzeit geltenden brandenburgischen Hochschulgesetz, dessen Novellierung sie deshalb fordern.

Potenziale ausschöpfen

Neben der Forderung nach einer verlässlichen Zielvereinbarung zumindest für die nächsten fünf Jahre drängen die Studierendenvertreter auf die Ausschöpfung der vorhandenen Potenziale der Uni.Unsere Universität vereint mehr hoch­gebildete, vielseitig begabte und motivierte Men­schen als jedes Unternehmen oder jede Institu­

Studiosi

www.uni-potsdam.de/portal /dezo1/studiosi

tion, so ihre Überzeugung. Dies sei zu nutzen. Studierende könnten in allen Bereichen des uni­versitären Alltags verstärkt eingesetzt werden, in Service, Lehre und Forschung. Aber auch die Sache hat einen Haken. Dafür müssten ein neu­er studentischer Tarifvertrag und Änderungen in den Studien- und Prüfungsordnungen auf den Tisch. Die AStA-Leute versprechen sich von dem Vorschlag gleich drei Vorteile: ein deutlicher Spar­effekt, Qualifikationsmöglichkeiten für die Kom­militonen und deren höhere Identifikation mit der eigenen Ausbildungsstätte. Wie eine effizien­tere Lehre angesichts des finanziellen Engpasses erfolgen könnte, verrieten sie den Pressevertre­tern auch. An die Stelle von Vorlesungen könnte demnach ein Paket von Online-Skripten und kursen sowie eine verstärkte Einzelbetreuung

treten. Pg

Wer mehr über die AStA-Vorstellungen zur Demokratischen Universität Potsdam nachle­sen möchte, findet sie im Internet unter der Adresse www.asta.uni-potsdam.de.

Gegen Bildungsabbau

Immatrikulieren Sie sich an der Uni Potsdam, Frau Wanka!" Diese nicht ganz ernst gemeinte Forderung richteten die Teilnehmer der am 4. Dezember im Auditorium maximum durch­geführten Studierendenvollversammlung an die Adresse der brandenburgischen Wissenschafts­ministerin. Sie empfahlen dabei einen der Stu­diengänge am Uni-Standort Golm. Die Germa­nistik etwa sei so ein Fach, das mit bis zu 200 Studis im Seminar offensichtliche Fehlentwick­lungen an der Hochschule verdeutliche. Kriti­siert wurde erneut die Haushaltspolitik des Lan­des Brandenburg und eine fehlende Lobby für die Wissenschaft. Zugleich aber appellierten die Redner am Pult an jeden einzelnen, mehr Ver­antwortung für die Uni zu übernehmen und mit Eigeninitiative zu helfen, so manches Problem zu lösen. Beschlossen wurde eine Protestresolu­tion, die sich an Uni-Rektorat und Landesregie­rung wendet. Darin enthalten ist auch die Zustimmung zur Beteiligung an einer von Stu­dierenden und Schülern durchgeführten euro­paweiten Protestwoche gegen Bildungsabbau, die vom 10. bis 15. Dezember andauerte. Potsda­mer Uni-Studenten haben in dieser Woche mit eigenen Aktionen aufgewartet. So gab es öffent­liche Vorlesungen an zentralen Plätzen der Stadt, zog man am ı2. Dezember in einem Demonstrationszug vor den Landtag, um sich

Gehör zu verschaffen. pg

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