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(1.1.2019) 12
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Studiosi

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sprächsklima und die Ansprechbarkeit aller Lehrkräfte, selbst die Weitergabe ihrer Privatte­lefonnummer, ist eine starke Seite des Instituts, die hoffentlich auch bei steigenden Studenten­zahlen erhalten werden kann.

Unklar und kritikwürdig bleibt allerdings die Überfrachtung mit Inhalten in der Studienord­nung. Gerade als Anfängerstudent sucht man nach Orientierung und Zusammenhängen. Fin­den könnte man diese, würden in allen Prosemi­naren Bezüge zueinander hergestellt und würde zudem eingeflochten, an welcher Stelle in die­sem Wissenschaftsgebiet gerade gearbeitet wird. Eine Entlastung der Studienordnung ist erfor­derlich. Arbeiten an ausgewählten Problemen und Anknüpfen von Kontextwissen, dazu ein vorlesungsartiger Überblick über den Gesamt­zusammenhang würden mehr Zeit für eigenver­antwortliches Lesen und Lernen ermöglichen. Bitte Qualität statt Quantität als Zielstellung set­zen und Leistungen fordern, aber nicht überfor­dern und gängeln. Also runter mit den Schein­forderungen und weg mit Belegen für fakultati­ve Kurse oder Vorlesungen.

Rückmeldung nicht im verwaltungstechni­schen Sinne- sondern von Lehrkraft an Student und umgekehrt, ist ein nächstes Stichwort. Wie

oft liegt etwas unausgesprochenes in der Luft oder herrscht Unklarheit über Inhalte? Wie oft gibt es Referate, bei denen alle mit den Augen rollen und zum Schluss nur pflichtbewusst auf die Tische klopfen? Lehren und Lernen müssen ständig gelernt werden. Aber dazu gehört auch, Kritik einzufordern und zu üben, auf positive

und negative Ansätze hinzuweisen sowie Verbes­serungen anzuregen. Die derzeitigen Evaluie­rungsbögen sind dafür zu umständlich. Einfa­cher wäre vorab eine interne Auswertung: kleine Handzettel an die Dozenten mit Diskussion in der nachfolgenden letzten Veranstaltung. Für Referate sollte von Beginn an feststehen, dass eine Auswertung nicht nur inhaltlich sondern auch formal erfolgt, ohne den lampenfiebernden Referenten in Grund und Boden zu stampfen. Dass eine Rückmeldung auch dort vonnöten ist, wo es um das Schreiben wissenschaftlicher Hausarbeiten geht, kann hier nur angeregt, nicht näher vertieft werden. Denn oft sind zwar die Inhalte geklärt, also das Was. Es fehlt aber am Wie, an Strategien im Umgang mit wissen­schaftlicher Materie und beim Schreiben.

Was die Praxisrelevanz des Studiums betrifft, so erscheint mir das Angebot der Fachdidaktik auf dem richtigen Wege zu sein: schulrelevante Themen und schuleingebundene Seminare sind die gesunde Mischung.

Die Erziehungswissenschaft

Die wissenschaftliche Auslegung von eher leben­digen Vorgängen wie pädagogischer Interaktion von Lehrern und Schülern oder von lebenswelt­lichen Problemen im Unterricht führte dazu, dass ich mich leider nach manchem Seminar fra­gen musste, was ich denn nun eigentlich als Sinn und Fazit mitnehmen kann.

Der Lehrerberuf ist eine Art Managertätigkeit verschiedener gleichzeitiger Dinge: fachliche, gruppenrelevante, persönliche, außerunterricht­liche. Hier bedarf es mehr Training. Besonders wichtig scheint vor allem der Umgang mit der eigenen Persönlichkeit. Lehrer lernen heißt zum Großteil Arbeit an sich selbst. Mehr als zuvor ist wohl die Lehrerpersönlichkeit an sich entschei­dend im Umgang mit Schülern. Rückmeldung an Studierende in allen relevanten Lehrveran­staltungen ist deshalb das A und O. Gerade unter angehenden Pädagogen sollten(nichtin­halts-bezogene) Auswertungen zu Referaten, Seminargestaltung und Eignung als Lehrerper­son an der Tagesordnung sein.

Nötig ist aus meiner Sicht auch eine bessere Balance zwischen purer Berufsorientierung und einer reinen Wissenschaftlichkeit. Das meiste an Erfahrung habe ich aus diversen Praktika mit­nehmen können. Deren geforderte hohe Anzahl scheint derzeit der einzig spürbare Vorteil des

Potsdamer Modells. Christian Knappe

Geschäftsideen gefragt

Der von den Hochschulen der Länder Berlin und Brandenburg getragene Businessplan­Wettbewerb Berlin-Brandenburg ist in seine siebte Runde gestartet. Bis zum 23. Mai 2002 haben die Teilnehmer nun Zeit, ihre Grün­dungsidee in einem tragfähigen Gründungs­konzept zu entwickeln, sie von der Produktbe­schreibung bis zur Finanzplanung darzustel­len. Dabei stehen die Jungunternehmer in spe nicht allein da. Über 100 Unternehmen und Institutionen begleiten sie bei der Erstellung ihres Konzepts. Beim Wettbewerb ist keine Branche ausgeschlossen. Einzige Bedingung ist, dass die Gründung in Berlin oder Branden­burg geplant sein muss. Einsendeschluss für die erste Etappe der Aktion ist der 17. Januar 2002. Ansprechpartner für Interessenten ist das Wettbewerbsbüro in der Investitionsbank Berlin, Hotline 030/21252121. Detaillierte Informationen gibt es aber auch im Internet unter der Adresse http://www.b-p-w.de. Red.

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