Heft 
(1.1.2019) 05
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Titel

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Schwangerschaft hielt ich mich schon zum über­wiegenden Teil aus gesundheitlichen Gründen in Magdeburg auf. Hilfe und Beratung erhielt ich beispielsweise von der Kirche und der Sozialstel­le. Von Seiten der Fakultät oder dem Studenten­sekretariat kamen keine Tipps oder Hinweise, wie ein Studium mit Kind funktionieren könn­te. Ich habe den Eindruck gewonnen, es war die­sen Institutionen eigentlich auch egal. Ein Bei­spiel dafür habe ich in sehr guter Erinnerung. Ich meldete mich im Sommer 2001 für das Win­tersemester 2001/2002 an, selbstverständlich überwies ich auch die Einschreibegebühr. Da meine Schwangerschaft keinen normalen Ver­lauf nahm, entschloss ich mich, das Studium nicht weiterzuführen. Ich teilte in einem Brief der Universität mit, dass ich das Studium wegen der Schwangerschaft nicht fortsetzen kann, mich exmatrikulieren lasse und um Rückzahlung der Einschreibegebühr bitte. Als Antwort erhielt ich lediglich eine formale Absage, dass eine Rück­zahlung nicht vorgesehen sei. Ich hätte dieses Geld aber für das Kind dringend benötigt. Die­ses formale Denken empfand ich damals als kin­derfeindlich. Ich war sehr enttäuscht.

Sie beabsichtigen, zwei Jahre Erziehungsurlaub zu nehmen. Besteht der Wunsch, im Anschluss daran das Studium wieder aufzunehmen?

Oberst: Die Überlegung, das Studium wieder aufzunehmen, war schon da. Das würde aber einen Umzug unserer kleinen Familie nach Pots­dam zur Folge haben. Wenn man dabei aber bedenkt, was Wohnungen in Potsdam kosten, ist es einfach zu teuer. Mein Lebensgefährte been­det in absehbarer Zeit seine Ausbildung und hat dann gute Aussichten auf einen Arbeitsplatz in Magdeburg. Ich möchte mit Eric auch nicht in ein Wohnheim ziehen und mit meinem Partner eine Wochenendbeziehung führen. Das Kind wollen wir gemeinsam großziehen. Vielleicht studiere ich auch hier an der Fachhochschule. Die Zeit wird es zeigen.

Angenommen, Sie könnten die Uhr zurückzu­drehen. Würden Sie eine andere Entscheidung treffen?

Oberst: Wenn ich die Uhr zurückdrehen könnte, dann bis vor Beginn meines Studiums. Ich hätte mit meinem Partner vorher eine Lösung finden sollen, was unseren Lebensmittel­punkt betrifft. Potsdam oder Magdeburg. Ich hät­te ja auch in Magdeburg die Möglichkeit gehabt, mich in eine andere Studienrichtung einzu­schreiben. Wenn ich die Uhr nur ein Jahr zurückdrehen könnte, ich würde alles genauso noch einmal machen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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Wo finde ich Rat und Hilfe?

Sowohl regional als auch überregional gibt es eine Vielzahl von Bera­tungsstellen, Stiftungen und Vereinen, die für Studierende mit Kindern nützlich sein können. Ob es Pro Familia, die Beratungsstellen für Fami­lienplanung in den Gesundheitsämtern, kirchliche Einrichtungen sind ­sie alle bieten Service für Ratsuchende. Im Folgenden seien nur einige der

vielen möglichen Anlaufstellen genannt. In Deutschland:

Verband alleinstehender Mütter und Väter e.V. (VAMV)

Von-Groote-Platz 20

53173 Bonn

Tel.: 0228/3520995

Der VAMV vertreibt unter anderem die Themen­mappeAlleinerziehende StudentInnen und die SchriftSo schaffe ich es allein.

In Potsdam:

Studentenwerk Potsdam

Friedrich-Ebert-Str. 4

14467 Potsdam

Im Amt für Ausbildungsförderung(Tel.: 3706-300) und in der Sozialberatungsstelle(Tel.: 3706-250) erfolgen Beratungen, die auf den konkreten Fall zugeschnitten sind.

Bereich Jugend, Soziales und Wohnen Erziehungsgeldstelle

Bürocontainer ı, Friedrich-Ebert-Str. 79/81 14469 Potsdam

Tel.: 0331/289-2664

Stadtverwaltung Potsdam

Wohnungsamt

Bürocontainer 1, Friedrich-Ebert-Str. 79/81 14469 Potsdam

Tel.: 0331/289-2670

Hier sind Wohnberechtigungsscheine erhältlich.

Stadtverwaltung Potsdam Wohngeldstelle

Haus ı, Friedrich-Ebert-Str. 79/81 14469 Potsdam

Tel.: 0331/289-3901

Arbeitsamt Potsdam Familienkasse

Schlaatzweg ı

14473 Potsdam Tel.: 0331/8802729 Hier gibt es das Kindergeld.

StiftungMutter und Kind

Schutz des ungeborenen Lebens

Postfach 200490

53134 Bonn

Zweck der Stiftung ist es, Mittel zur Verfügung zu stellen, um werdenden Müttern in Not- und Kon­fliktsituationen durch finanzielle Unterstützung die Fortsetzung der Schwangerschaft zu erleichtern.

Frauen in der Lebensmitte e.V.

Alleestr. 11

14469 Potsdam

Tel.: 0331/2705959

Frauen in der Lebensmitte hat auch einen Babysitterdienst.

In der Uni:

Gleichstellungsbeauftragte Am Neuen Palais/Haus 6 14469 Potsdam

Tel.: 0331/977-1211

Zentrale Studienberatung

Am Neuen Palais/Haus 8

14469 Potsdam

Tel.: 0331/977-1016,-1488,- 1682

AStA

Am Neuen Palais/Haus 6

14469 Potsdam

Tel.: 0331/977-1225

Eine Kontaktbörse für Studierende mit Kind gibt es hier noch nicht, wohl aber eine Beratung in den Sprechzeiten der Referenten für Gleichstellung und Internationales sowie Soziales und Kultur. Annika Philipps und Kaan Sanli weisen darauf hin, dass die Tipps keine rechtsverbindlichen Auskünfte sind.

Mehr Adressen finden Interessierte im Internet unter der Adresse

http: //www.rund-ums-baby.de/uni/ adressen.htm.

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