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Personalia
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Eine Stimme von Gewicht
Nahaufnahme: Karin Becher ist die Schwerbehinderten-Vertrauensfrau
der Universität Potsdam
Sie hat sich extra einen Schlüssel geben lassen für Haus 9 in Golm, um gelegentlich auch am Wochenende in ihrem Büro das erledigen zu können, was die Woche über liegen bleiben musste. Als Vertrauensfrau für Schwerbehinderte an der Universität Potsdam zählt Karin Becher zu jenen Ehrenamtlichen, die immer dienstbereit und ansprechbar sind.„Alle Termine unter einen Hut zu bekommen, ist das Schwierigste, auch wenn mich meine Kollegen in allen Belangen so gut es geht unterstützen.“
Is sie im Januar 2000 die Vertrauensfrau der etwa sechzig an der Universität tätigen Schwerbehinderten wurde, war ihr klar, dass damit nicht nur zahllose persönliche Einzelgespräche und Arbeitsplatzinspektionen auf sie zukommen würden. Von nun an würde sie, und zwar quasi nebenberuflich, sämtliche damit verbundenen Fragen und Probleme koordinieren müssen. Das eigentliche Arbeitsfeld der
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promovierten Psychologin ist die Förder- und Entwicklungsdiagnostik am Institut für Grundschulpädagogik. Sie, die 1953 in Neustrelitz geboren wurde und aus einem Lehrerelternhaus stammt, ist selbst schwerbehindert; ein wichtiger Impuls, sich in diesem Bereich zu engagieren. Zum Beispiel für die Bereitstellung von behindertengerechten Arbeitsplätzen. Betrifft es ihre Zuständigkeit, ist die.im ersten Berufsweg diplomierte Lehrerin für Russisch und Englisch bei Stellenbewerbungen oder Berufungsverfahren ebenso gefordert wie bei der Einstellung und beruflichen Qualifizierung von Auszubildenden. Die verheiratete Mutter zweier Kinder hilft dort, wo ein Antrag auf Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft gestellt wird. Oder denjenigen, die auf dem Arbeitsamt ihre arbeitsrechtliche Gleichstellung erwirken wollen. Die vom Gesetzgeber garantierten Bestimmungen und deren Achtung hat sie ohnehin immer im Blick. Hinzu kommen Vorstands- und Kommissions
Karin Becher legt auch mal den Finger auf die
Wunde, wenn es um die Belange von Schwerbehin
derten an der Universität geht.
arbeit, immer mit dem Ziel, die Richtlinien zur Förderung behinderter Mitglieder der Universität umzusetzen. Sie, die nach dem Abitur in Templin im Jahre 1972 zum Studium nach Potsdam kam, gratuliert jedem an der Universität arbeitenden Schwerbehinderten mit einem Brief persönlich zum Geburtstag.„Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen müssen spüren, das es mich gibt.“ Sie macht sich bemerkbar, ihre Stimme hat Gewicht. Sie sitzt im Senat, Informationen aus erster Hand holt sie sich in den Sitzungen der Personalräte, deren Kooperationsbereitschaft sie ebenso schätzt wie sie die gute Zusammenarbeit mit den Schwerbehindertenbeauftragten des Arbeitgebers und dem Personaldezernat lobt. Nicht minder würdigt sie die Kooperation mit dem Zentrum für Hochschulsport.„Meine Arbeit“, sagt sie,„wird akzeptiert und ich bin mit dem Umfeld hier ganz zufrieden. Auch wenn ich immer mal wieder den Finger auf die Wunde legen muss.“ tp
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