Heft 
(1.1.2019) 06
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Zwischen den Kulturen

Samir Gandesha weilt für ein Jahr am Institut für Philosophie

In seinem einfachen Arbeitszimmer am Institut für Philosophie an der Professur für Ethik berich­tet Dr. Samir Gandesha über sein Forschungspro­Jjekt, das das umstrittene Verhältnis zwischen den Denkern Theodor Adorno und Martin Heidegger beleuchtet.

a standen in der wissenschaftlichen Lite­D ratur die wichtigsten deutschen Philoso­

phen des zwanzigsten Jahrhunderts, Adorno und Heidegger einander gegenüber. An der einen Seite ein Jude als kritischer Marxist und an der anderen ein mit dem Nationalsozialismus verbundener Denker. Ein Vergleich der Arbeit der beiden Philosophen kann der wissenschaftlichen Nachwelt helfen, die Rolle der Sprache in ihrem Denken heraus­zufiltern, so Gandesha zu seiner Forschung.

Seit Januar 2002 ist der kanadische Wissen­schaftler für ein Jahr am Institut tätig. Er bereitet gegenwärtig eine Publi­kation über das For­schungsprojekt vor. Sei­ne durch ein Alexander von Humboldt Stipen-| dium ermöglichte Ar­beit erfolgt bei Prof. Dr. Christoph Menke, von dem er für sein Forschungsvorhaben volle Unterstützung erfährt.

Wird der Stipendiat nach seiner Heimat befragt, lassen seine braunen Augen durch ein Lächeln erkennen, dass er überlegen muss, wel­ches Land er als seine Heimat bezeichnen soll. Seine Großeltern stammen aus Indien, seine Eltern wurden in Afrika geboren, er selbst in Nai­robi(Kenia.) Als er Kind war, wanderten seine Eltern mit ihm auf einem Schiff nach Kanada aus.Meine liberalen Eltern haben eine Brücke zwischen mehreren Kulturen und auch zu ver­schiedenen philosophischen Fragen geschlagen. Sie ebneten dadurch meinen Berufsweg, berich­tet der Enddreißiger.Beim Heimatbegriff bin ich verwirrt, er existiert nur in den Köpfen und nicht fertig in der Welt, deshalb muss ich meine Heimat stets neu gestalten.

Mit Hilfe seiner Eltern hat der junge Philo­soph gelernt, an der Gesellschaft und am politi­schen Alltag Kritik zu üben. Seine Entwicklung

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Samir Gandesha fühlt sich wohl in Deutschland. In einem Forschungsprojekt vergleicht er die Philosophen Theodor Adorno und Martin Heidegger.

wurde von einem namhaften Wissenschaftler der achtundsechziger Studentenbewegung, Dr. Martin Jay von der Universität Berkeley(Kalifor­nien), in bedeutendem Maße beeinflusst. Er stu­dierte an der Universität von Toronto und vertei­digte im Jahre 1995 seine Dissertation unter dem TitelTragödie und Aufklärung. Anschließend arbeitete er als Gastwissenschaftler zwei Jahre lang in Kalifornien.

Fremdenfeindlichkeit ist ihm in Deutschland nicht begegnet. In Berlin, wo er in einer multi­kulturellen Gegend mit seiner Familie wohnt, hat er Freunde gefunden. Die Kinder von ihm besuchen einen deutschen Kindergarten, sie sprechen besser Deutsch als der Vater. Er würde &mit der Familie nach & Deutschland wieder­ kommen, vielleicht im Zusammenhang mit einem anderen Projekt, sagt er.

Der junge Wissen­schaftler misst der Inte­gration von Fremden in der jeweiligen neuen Kultur Stellenwert bei.Inte­

einen hohen

gration ist ein Begriff mit einer viel tiefer lie­genden Bedeutung als die Erwerbung einer neuen. Identität, so Gandesha.Sie bedeutet die Anpassung und als Endergebnis dieser Anpassung die Einheit des Individuums mit seiner Umwelt. Sie heißt je­doch keinesfalls Assimilation. Die Kunst für den Fremden ist es, trotz einer vollzogenen Integra­tion die eigene ausländische Identität zu wahren, die eigene Kultur zu pflegen. Maria Pichottka

An der Universität Potsdam weilen seit Jahren immer wieder Stipendiaten der Alexander von Humboldt(AvH)-Stiftung. Allein im Zeitraum von 1997 bis 2001 waren es 20. Damit nimmt die Universität im gerade erschienenen Ranking, das die Stiftung erstellte, den 29. Platz ein. Als einzige ostdeutsche Hochschule liegt nur noch die Humboldt Universität zu Berlin vor den Potsdamern. Auch gegenwärtig forschen AvH-Stipendiaten an der Universität Potsdam, unter anderem bei Prof. Dr. Manfred Strecker im Institut für Geowissenschaften.

Forschung

www.uni-potsdam.de/portal /juno2/forschung

Neu bewilligt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert folgende Wissenschaftler und ihre Projekte: PD. Dr. Bernd Stöver aus dem Historischen Institut erhielt für seine PublikationLibera­tion Policy. Entstehung, Karriere, Wahrneh­mung und Wirkung eines offensiven außenpo­litischen Konzepts im Kalten Krieg 1947 bis 1991 eine Druckkostenbeihilfe in Höhe von 5.000.

Prof. Dr. Reinhold Kliegl aus dem Institut für Psycholgie erhielt im Rahmen des Gottfried Wilhelm Leibniz-Programms den mit 775.000 dotierten Förderpreis.

Prof. Dr. Falko Rheinberg aus dem Institut für Psychologie erhielt für das ProjektLernmoti­vation in Mathematik: Analyse von Optimalfäl­len und Erprobung von Optimierungsmaßnah­men rund 62.800.

Prof. Dr. Erika Horn aus dem Institut für Infor­matik erhielt für das ProjektAgentensystem­architekturen für aktive medizinische Doku­mente- Informationslogistik in multi-kontex­tuellen Domänen rund 175.000.

Prof. Dr. Ralf Menzel aus dem Institut für Phy­sik erhielt für das ProjektAnalyse von Konfor­mationsänderungen in_Model-Proteinen mittels ‚Exited-State Absorption(ESA)- Spek­troskopie gebundener Chromophore rund 133.500.

Prof. Dr. Jürgen Kurths aus dem Institut für Informatik erhielt für das ProjektErdmagne­tische Variationen: Raum-Zeitliche Struktur, Prozesse und Wirkungen auf das System Erde rund 43.300.

Prof. Dr. Manfred Strecker aus dem Institut für Geowissenschaften erhielt für das ProjektDe­formationsraten des Qgilian-Shan, China rund 110.500.

Die Volkswagen-Stiftung fördert Prof. Dr. Roland Oberhänsli im Institut für Geowissen­schaften. Er bekam für das Partnerschaftsvor­haben:The Tectono-Metamorphic Evolution of the Central Menderes Massif and ist Sur­roundings in West Turkey 93.000. Es wird in Zusammenarbeit mit Dr. Julius Partzsch, Universität Potsdam, und Professoren von der Dokuz Eylül Universität, Bornova-Izmir/Türkei durchgeführt. Außerdem fördert sie Prof. Dr. Werner Jann aus der Wirtschafts- und Sozial­wissenschaftlichen Fakultät mit 27.400, um zum Gelingen des ProjektsAssessing the Qua­lity of Governance Developing the Common Assessment framework for CEE Countries (Sommerschule) beizutragen.

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