Polymere für Mikrochips
Burkhard Schulz erhielt Technologietransferpreis 2002
Anlässlich des 2. Technologie Transfer Tages am
6. Juni erhielten Dr. habil. Burkhard Schulz vom Interdisziplinären Forschungszentrum Dünne Organische und Biochemische Schichten der Universität Potsdam(IFZ DOBS), und Matthias Schirmer, Geschäftsführer der Allresist Gesellschaft für chemische Produkte zur Mikrostrukturierung mbH Strausberg den TechnologietransferPreis 2002 der Technologie Stiftung Brandenburg für das erfolgreiche Projekt„Thermostabile Resists für die Mikroelektronik“. Mit Dr. habil. Burkhard Schulz sprach Dr. Wilfried Lamm von der Technologietransferstelle der Uni(PITT).
Was muss man sich unter einem thermostabilen Resist vorstellen?
Schulz: Resists sind strahlenempfindliche Polymere, die nach der Belichtung durch eine Maske mit sichtbarem oder UV-Licht oder nach dem Beschuss mit Elektronenstrahlen ihre Eigenschaften so ändern, dass danach ein Abbild der Maskenstrukturen entwickelt werden kann. Die Bereitstellung von in ihren Funktionen optimierten Polymerresists war und ist eine entscheidende Voraussetzung für die Herstellung von Mikrochips und hochintegrierten Schaltkreisen.
Worin besteht die Innovation in dem Gemeinschaftsprojekt zwischen der Universität und dem Unternehmen?
Schulz: Die entwickelten Polymerresists zeichnen sich durch eine neue Qualität der Verarbeitbarkeit zu homogenen defektfreien Schichten ohne die bisher notwendige thermische Nachbehandlung(Curing) aus. Die Anwendung der Polymere führt durch Wegfall schlecht reproduzierbarer Prozessschritte und durch Erhöhung der Prozesssicherheit zu direkten Kostensenkungen bei den Anwendern. Gemeinsam mit der Allresist GmbH und dem Institut für Dünnschichttechnologie und Mikrosensorik Teltow konnte die Überführung der neuen Resistsmaterialien von der Laborsynthese in den kleintechnischen Maßstab realisiert und die Markteinführung vorbereitet werden.
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Im Schleuderverfahren bekommen Siliziumscheiben eine Polymerresist-Schicht.
Wie funktioniert in Ihren Kooperationsbeziehungen die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft?
Schulz: Um innovative Funktionsmaterialien auf einem hohen Niveau entwickeln zu können, bedarf es der interdisziplinäiren Zusammenarbeit von Chemikern, Physikern, Technikern und weiterer Spezialisten, wie sie im IFZ DOBS organisiert ist. Die kooperative Zusammenarbeit wurde unter anderem durch Projekte des Bundesministeriums für Wirtschaft und des Ministeriums für Wirtschaft des Landes Brandenburg gefördert. Bei der Realisierung und im Management dieser Projekte hat uns die Technologietransferstelle der Universität(PITT) maßgeblich unterstützt.
Welchen Nutzen haben die Partner von der Realisierung des Technologietransfers?
Schulz: Durch die aktive Transferleistung werden, wie aus den Projektarbeiten selbst, neue Problemstellungen für die Grundlagenforschung im Schwerpunktbereich„Soft Matter“ der Universität Potsdam abgeleitet. Ein wesentliches Ergebnis der Kooperationsprojekte ist auch die Qualifizierung der Lehre. Nicht zuletzt werden bei den Unternehmen Arbeitsplätze langfristig gesichert.
Vielen Dank für das Gespräch.
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