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(1.1.2019) 07
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Foto: Fritze

Studiosi

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Natur und Naturschutz liegen Dr. Detlef Knuth am Herzen. Das ist unübersehbar und nicht zu überhören, erlebt man den Leiter des Naturkunde­museums Potsdam bei seiner Arbeit. Dr. Barbara Eckardt sprach mit ihm.

Sie sind ausgebildeter Biologie- und Chemieleh­rer, promovierten extern an der Humboldt-Uni­versität zu Berlin auf dem Gebiet der Ökologie. Warum wollten Sie schon als Kind unbedingt Bio­loge werden?

Knuth: So genau kann ich das eigentlich gar nicht mehr sagen. Ich hatte aber schon immer eine starke Affinität zu allem, waskreucht und fleucht. Mein Großvater war Großimker. Als klei­ner Junge habe ich bei ihm Bienen eingesammelt, übrigens ohne gestochen zu werden. Ich war schon damals sehr viel in der Natur. An der Päda­gogischen Hochschule in Potsdam erhielt ich dann eine wirklich tolle Ausbildung mit einem sehr starken praktischen Bezug. Man legte sehr viel Wert auf Grundwissen, zum Beispiel auf Artenkenntnisse. Davon profitiere ich noch heu­Te.

Erlebt man Sie im Museum, hat man den Ein­druck, dass Sie in der beneidenswerten Situation sind, einen Beruf ausüben zu können, der gleich­zeitig ihr Hobby ist. Ist dieser Eindruck richtig?

Knuth: Das kann man so sagen. Wenn man davon absieht, dass ein Museumsleiter natürlich viel Zeit mit der Erledigung von Verwaltungsar­beit verbringen muss. Die reine fachliche Arbeit ist Hobby. Das ist bei den Präparatoren oder Mit­arbeitern im Aquarium nicht anders.

Portal 7-9/02

Vom Reiz ‚de

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Potsdam

Elchtest...

Ein Biologe aus Leidenschaft wird Museumslei­ter. Das scheint ein Widerspruch zu sein. Man denkt an verstaubte Akten, ausgestopfte Tiere...

Knuth: Nein, das ist durchaus kein Wider­spruch. Der Schwerpunkt unserer Arbeit, abgese­hen von der Situation des Aufbaus des Hauses, besteht darin, die Sammlung zu betreuen. Die Gestaltung von Ausstellungen ist nur die Spitze des Eisberges. Unsere Aufgabe besteht darin, die Naturausstattung Brandenburgs in unseren Sammlungen zu dokumentieren. Wir sind bestrebt, die Sammlung der Fauna Brandenburgs ständig zu komplettieren. Die Sammlung besteht aus Präparaten und Daten. Wir dokumentieren die Landschaftsveränderung, die sich permanent vollzieht. Das beinhaltet Forschung, die wir im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit Partnern der Universität Potsdam betreiben. Wir veröffentlichen beispiels­weise eine wissenschaftliche ReiheBeiträge zur Tierwelt der Mark.

Möglichkeiten auch in

Das Konzept Ihres Hauses zeigt ganz klar, dass Sie der Arbeit mit Schulen großes Gewicht bei­messen. Warum?

Knuth: Wir verstehen uns als naturkundliche, umweltbildnerische und Forschungseinrichtung. Wir wollen naturkundlich bilden, unseren Beitrag dazu leisten, dass Kinder an die Natur und ihre Schönheiten herangeführt werden. Die unmittel­bare Arbeit mit den Kindern im Haus halte ich für sehr wichtig. Unter anderem deshalb haben wir auch auf einen Multifunktionsraum im Museum nicht verzichtet, damit Schüler hier lernen und spielen können. Natürlich sind wir an guten Kon­

Präparierten

/ Der Ehemalige Dr. Detlef Knuth ist Leiter des Naturkundemuseums

takten insbesondere zu Lehramtsstudierenden der Uni Potsdam interessiert. Im Rahmen ihres

pädagogischen Praktikums haben sie beispiels­weise Kinder bei der gerade laufenden Ausstel­lungErlebter Frühling betreut. Diese Angebote für Studierende möchten wir ausbauen, damit sie praktische pädagogische Erfahrungen sammeln können. Wir wollen in Zukunft auf dem Gebiet der Lehrerweiterbildung noch mehr Angebote unterbreiten, beispielsweise mit speziellen Leh­rerführungen.

Sie bieten in Ihrem Museum Vielfältiges, vom Aquarium, über die AusstellungBedrohte Fauna Ausgerottete und gefährdete Wildtiere Branden­burgs und zahlreiche Sonderausstellungen. Wie sieht es mit der Zukunft Ihres Hauses angesichts knapper Finanzmittel aus?

Knuth: Unser denkmalgeschütztes Haus wur­de mit Mitteln der Stadt Potsdam und des Landes Brandenburg rekonstruiert. Damit ist der Bereich Naturkunde in Potsdam etabliert. Wir benötigen allerdings noch ein weiteres Haus, um die Präpa­rationswerkstatt und Magazine unterzubringen. Eine neue Dauerausstellung wartet auf Realisie­rung. Bei diesen Vorhaben hoffen wir auf die Unterstützung von vielen Seiten.

Vielen Dank für das Gespräch. Kontakt: Dr. Detlef Knuth, Naturkundemuseum am Potsdam-Museum, Breite Straße 13, 14467

Potsdam, Tel.: 0331/2894501, E-Mail: Potsdam­Museum@ Rathaus. Potsdam.de

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