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(1.1.2019) 07
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Vermischtes

Stargast Bryan Adams ließ Campus beben

Open Air Festival von MTV und AStA

Die knappen finanziellen Mittel des Allgemeinen Studierendenausschusses(AStA) der Uni hatten schon früh zu der Überlegung geführt, in diesem Jahr ein Sommerfest ganz anderer Art zu starten. Viel kleiner als sonst, wenig spektakulär. Also kein Sportfest, keine Stände mit Postern aus den Insti­tuten und Einrichtungen der Uni, keine Tische mit alten Büchern oder tollen Pflanzen aus dem Botanischen Garten. Nein, etwas anderes sollte es sein. Was dann allerdings ins Rollen kam, war eher eine Nummer größer denn je. Nach entspre­chender Bewerbung und Auswahl veranstalteten AStA und der Musiksender MTV gemeinsam auf der Wiese zwischen den beiden Communs am Neuen Palais eine große Campus-Invasion-Party.

m es gleich vorwegzunehmen: Es

| kamen längst nicht so viele Besucher

/ wie angenommen. Vorherige Schätzun­gen gingen von etwa 5000 jungen Leuten aus, die die Wiese belagern wollten. Tatsächlich war es wohl eher die Hälfte. Dabei ging eigentlich alles wie geplant los. Um 15.00 Uhr bildete sich eine lange Schlange derer, die Eintritt begehrten. Doch der Ansturm legte sich. Das Wetter war daran vermutlich nicht ganz unschuldig...

Mit Verspätung traten die Stars schließlich auf die Bühne. Den Anfang machte Hoobastank, deren Geschichte 1998 im kalifornischen Agou­ra Hills begann und deren DebutalbumHoo­bastank im Januar dieses Jahres erschien. Die Truppe um Sänger Doug Robb mühte sich red­lich, ihre Live-Qualitäten unter Beweis zu stel­

Fotos: Schwartzkopff

len. Das tat auch die Berliner Clubband Mia. Sie hatte ja bereits beim MTV Rock am Ring die Open Air Feuertaufe bestanden. Auch die Jungs

von A. demonstrierten ihr Können. Seit April 2002 steht mitHifi Serious deren neueste musikalische Arbeit in Sachen Power-Rock in den Läden. In Potsdam warteten sie mit Kostpro­ben auf. Den Staffelstab übernahmen von ihnen Massive Töne-inzwischen ja zu Dritt. Die Stuttgarter präsentierten ihr im Sommer erschei­nendes drittes HipHop-Album.MT 3 heißt es. Während sich bis dahin nach Ansicht so man­chen jungen Gastes nicht immer

Musik vom Feinsten bot, ließen Sportfreunde Stiller tatsächlich aufhorchen. Ihre Indie-Gitar­renmucke kam beim Publikum bestens an. Was gespielt wurde, waren Titel aus dem neuesten Werk der MünchnerDie Gute Seite. Als schließlich die deutsche BandReamonn um den Iren Rea Garvey auftrat, war es bereits dun­kel und ziemlich frisch. Mit ihremSupergirl und anderen Songs sorgte die Band für Stim­mung. Bis, ja bis endlich der auf die Bühne trat, auf den alle warteten. Bryan Adams faszinierte schnell sein Publikum, als er begannIm here zu singen. Bald musste der Kanadier dies auch nicht mehr alleine tun. Stellenweise übernah­men die Massen vor der Bühne selbst die Regie, wenn sie Text-Zeilen einfach alleine sangen. Der Meister gewährte.

Fast versteckt wirkte dagegen eine kleinere Bühne, auf der ebenfalls Musik erklang. Die Akteure waren mit nicht weniger Begeisterung bei der Sache.Ruffians,Andthewinneris, Shiga Wire,Goodall undCockring waren die Nachwuchs-Gruppen, die hier spielten. Scha­de eigentlich, dass sie nicht jeder wahrnahm.

Dass die Uni Potsdam überhaupt Ort eines solchen Events wurde, war kein Zufall. MTV hat­te sich unter 55 Interessenten für die branden­burgische Hochschule entschieden, nachdem AStA-Kulturreferentin Kirsten Foemmel die Bewerbung eingefädelt hatte. Uni-Leitung und auch die Schlösserstiftung zogen schließlich mit.

Nicht ganz ohne Folgen für die nachmittäg­lichen Lehrveranstaltungen am Tage der Party. Die nämlich mussten vor Ort am Neuen Palais ausfallen und sollen zu anderen Terminen nach­geholt werden. Präsent jedoch war der Protest der Studierenden, mit dem sie die Besucher auf die äußerst komplizierte Finanz-Situation ihrer Uni hinwiesen. Größere und kleinere Plakate trugen beispielsweise Aufschriften wieWill­

kommen an einer Uni ohne Bücher oderAußen hui, innen pfui.

PE