Vermischtes
Stargast Bryan Adams ließ Campus beben
Open Air Festival von MTV und AStA
Die knappen finanziellen Mittel des Allgemeinen Studierendenausschusses(AStA) der Uni hatten schon früh zu der Überlegung geführt, in diesem Jahr ein Sommerfest ganz anderer Art zu starten. Viel kleiner als sonst, wenig spektakulär. Also kein Sportfest, keine Stände mit Postern aus den Instituten und Einrichtungen der Uni, keine Tische mit alten Büchern oder tollen Pflanzen aus dem Botanischen Garten. Nein, etwas anderes sollte es sein. Was dann allerdings ins Rollen kam, war eher eine Nummer größer denn je. Nach entsprechender Bewerbung und Auswahl veranstalteten AStA und der Musiksender MTV gemeinsam auf der Wiese zwischen den beiden Communs am Neuen Palais eine große Campus-Invasion-Party.
m es gleich vorwegzunehmen: Es
| kamen längst nicht so viele Besucher
/ wie angenommen. Vorherige Schätzungen gingen von etwa 5000 jungen Leuten aus, die die Wiese belagern wollten. Tatsächlich war es wohl eher die Hälfte. Dabei ging eigentlich alles wie geplant los. Um 15.00 Uhr bildete sich eine lange Schlange derer, die Eintritt begehrten. Doch der Ansturm legte sich. Das Wetter war daran vermutlich nicht ganz unschuldig...
Mit Verspätung traten die Stars schließlich auf die Bühne. Den Anfang machte Hoobastank, deren Geschichte 1998 im kalifornischen Agoura Hills begann und deren Debutalbum„Hoobastank“ im Januar dieses Jahres erschien. Die Truppe um Sänger Doug Robb mühte sich redlich, ihre Live-Qualitäten unter Beweis zu stel
Fotos: Schwartzkopff
len. Das tat auch die Berliner Clubband Mia. Sie hatte ja bereits beim MTV Rock am Ring die Open Air Feuertaufe bestanden. Auch die Jungs
von A. demonstrierten ihr Können. Seit April 2002 steht mit„Hifi Serious“ deren neueste musikalische Arbeit in Sachen Power-Rock in den Läden. In Potsdam warteten sie mit Kostproben auf. Den Staffelstab übernahmen von ihnen „Massive Töne“-inzwischen ja zu Dritt. Die Stuttgarter präsentierten ihr im Sommer erscheinendes drittes HipHop-Album.„MT 3“ heißt es. Während sich bis dahin nach Ansicht so manchen jungen Gastes nicht immer
Musik vom Feinsten bot, ließen Sportfreunde Stiller tatsächlich aufhorchen. Ihre Indie-Gitarrenmucke kam beim Publikum bestens an. Was gespielt wurde, waren Titel aus dem neuesten Werk der Münchner„Die Gute Seite“. Als schließlich die deutsche Band„Reamonn“ um den Iren Rea Garvey auftrat, war es bereits dunkel und ziemlich frisch. Mit ihrem„Supergirl“ und anderen Songs sorgte die Band für Stimmung. Bis, ja bis endlich der auf die Bühne trat, auf den alle warteten. Bryan Adams faszinierte schnell sein Publikum, als er begann„I’m here“ zu singen. Bald musste der Kanadier dies auch nicht mehr alleine tun. Stellenweise übernahmen die Massen vor der Bühne selbst die Regie, wenn sie Text-Zeilen einfach alleine sangen. Der Meister gewährte.
Fast versteckt wirkte dagegen eine kleinere Bühne, auf der ebenfalls Musik erklang. Die Akteure waren mit nicht weniger Begeisterung bei der Sache.„Ruffians“,„Andthewinneris“, „Shiga Wire“,„Goodall“ und„Cockring“ waren die Nachwuchs-Gruppen, die hier spielten. Schade eigentlich, dass sie nicht jeder wahrnahm.
Dass die Uni Potsdam überhaupt Ort eines solchen Events wurde, war kein Zufall. MTV hatte sich unter 55 Interessenten für die brandenburgische Hochschule entschieden, nachdem AStA-Kulturreferentin Kirsten Foemmel die Bewerbung eingefädelt hatte. Uni-Leitung und auch die Schlösserstiftung zogen schließlich mit.
Nicht ganz ohne Folgen für die nachmittäglichen Lehrveranstaltungen am Tage der Party. Die nämlich mussten vor Ort am Neuen Palais ausfallen und sollen zu anderen Terminen nachgeholt werden. Präsent jedoch war der Protest der Studierenden, mit dem sie die Besucher auf die äußerst komplizierte Finanz-Situation ihrer Uni hinwiesen. Größere und kleinere Plakate trugen beispielsweise Aufschriften wie„Will
kommen an einer Uni ohne Bücher“ oder„Außen hui, innen pfui“.
PE