Heft 
(1.1.2019) 10
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Randerscheinung oder Mittelpunkt?

Wie die Universität Potsdam in der Stadt erlebt wird

Traditionelle Universitätsstädte werben mit ihren Hochschulen, sind stolz auf ihre wissenschaftlichen Einrichtungen. Wie sieht es damit in Potsdam aus? Ist in der Stadt spürbar, dass die Landeshauptstadt Brandenburgs eine Universität ihr Eigen nennt? Dr. Barbara Eckardt

hörte sich im Potsdamer Stadtzentrum um.

Für mich ist es spürbar, dass Potsdam eine Stu­dentenstadt ist. Ich kann diesen Eindruck schlecht beschreiben. Aber das Flair der Stadt mit den vielen jungen Leuten empfinde ich als sehr angenehm. Ich komme aus Berlin und spü­re im Gegensatz dazu in Potsdam Wärme und Gemütlichkeit, wozu die jungen Leute beitragen. Hannelore Böttcher

Um die Universität und die Studenten noch mehr wahrzunehmen, müsste die Uni im Zen­trum der Stadt untergebracht sein. Aber das geht im Augenblick wohl schlecht. Vielleicht ist es später einmal möglich. Ich würde mich sehr freuen, wenn noch mehr Studenten in die Stadt kommen würden. Die Stadt und das Land müss­ten mehr Geld für die Studenten und die Univer­sität ausgeben. Dieser Bereich muss unbedingt mehr gefördert werden. So könnte gezeigt wer­den, dass die jungen Leute bei uns willkommen sind. Die Studenten bringen ja dann auch Geld in die Stadt, was uns allen nützt.

Fredi Zeidler

Ich finde es sehr angenehm, dass es in der Stadt so viele junge Leute gibt. Die Stadt sollte aber noch mehr für Studenten tun, damit sie sich hier wohl fühlen und hier bleiben. Ich arbeite im Haus der Begegnung in Potsdam ehrenamt­lich mit und kann mir gut vorstellen, dass hier

zum Beispiel auch Studenten tätig sind, um es

zu erhalten. Ursula Nowak

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Wir sind viel mit den Rädern unterwegs. Da sehe ich die Schilder an den Gebäuden, in denen die Universität untergebracht ist, zum Beispiel am Neuen Palais oder in Babelsberg. Die Stadt müsste aber noch mehr für die Studenten tun, zum Beispiel Wohnraum mit studentenfreund­licheren Mieten anbieten.

Elvira Franke

Ich merke eigentlich nicht, dass Potsdam eine Universitätsstadt ist. Ich kenne zwar viele Stu­denten, die sind aber in Berlin. Vielleicht ist das Angebot in Berlin größer als hier in Potsdam. Ich wünschte mir noch mehr als bisher Veranstal­tungen der Uni, beispielsweise Konzerte, Vorträ­ge, Ausstellungen, im Zentrum der Stadt.

Anett Brüder

Ja, die Universität ist in der Stadt wahrnehmbar. Allerdings möchte ich es noch erleben, dass die Uni-Bibliothek im Zentrum der Stadt unterge­bracht ist. Derzeit ist es sehr umständlich, an wissenschaftliche Bücher heranzukommen. Das ist mit viel Aufwand, sogar mit Fahrten nach Ber­lin verbunden. Ich wünsche mir auch, dass sich die Wissenschaftler stärker mit Themen beschäf­tigen, die die Region Brandenburg betreffen. Diese Forschungen sind zu sehr in den Hinter­grund getreten. Ich denke zum Beispiel an die Landschaftsgeschichte oder die Historische Geo­grafie. Ich finde es sehr gut, dass es dasBran­denburg-Berlinische Wörterbuch gibt. Auf die­sem Gebiet sollte weiter gearbeitet werden.

Dr. Heinz-Dieter Krausch

Portal 10/02

Fotos: Fritze