Heft 
(1.1.2019) 10
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Ich Uni, du Shawne

Von der Sehnsucht nach weniger Normalität.

Ein Kommentar

Seitdem Shawne Bohrer-Fielding an der Seite des Schweizer Ex-Diplomaten Thomas Bohrer-Fielding in Potsdam ihre schönen Hüte schwenkt, mag sich so mancher Uni-Angehörige die Frage stellen: Wie wäre es eigentlich mit einer Liaison zwischen A und B, zwischen Akademie und Boulevard? Eine medienkompatible Freundschaft mit der amerikani­schen Vorzeigedame vor heimischer Kulisse, das wär s doch! Krisengeschüttelt, aber nicht gerührt, könnte Shawne der Uni genau das geben, was ihr zu einem erfolgreicheren Image bis dato fehlt, näm­lich einen Hauch von Frohsinn, Glamour und Extravaganz. Schließlich ist sie ein Garant dafür, dass Schaden nehmen nicht unbedingt heißen muss, an Glanz zu verlieren. Im Gegenteil: Sie repräsen­tiert genau das, was hier in Potsdam so gut ankommt, nämlich Stil. Dem ist natürlich auch der moderne Wissenschaftler zugetan. Allein es stellt sich die schwierige Frage, wie Stil in Zeitgeist zu transformieren wäre? Wirkungsvoll, versteht sich. ­Mit mehr Witz, Phantasie und Chuzpe! Ich Uni, du Shawne? Ausgerechnet da offenbaren sich Berührungsängste. Mit ihr als Gallionsfigur am hie­sigen Bildungsflaggschiff die Popularitätssegel gesetzt und auf zur Sturmfahrt durch die Untiefen von Politik und öffentlicher Meinung. Welche Chance! Schließlich sind elf Jahre knochenhartes akademi­sches Tagesgeschäft nicht irgendein intellektuell­pädagogisches Pensum, das in die Waagschale aus Reputation, Renommee und Zukunftsvisionen geworfen werden kann. Aber will es wirklich jemand wissen? Oder geht es einfach unter im ewigen Gerangel ums Geld und Studierende, denen die Stühle in den Arbeitsräumen ebenso ausgehen wie vielleicht bald die Bücher? Wenigstens gibt 5 Begrü­ßungsgeld für diejenigen, die Vollzeitpotsdamer wer­

Zur Begrüßung Geld

den und schon mal kräftig mit amKulturhaupt­stadt-Strang ziehen. Und alle bekommen das lang­ersehnte Kulturzentrum im Stadtinnern, auf dass dort endlich lokalstudentisches Kolorit, also was rich­tig Authentisches entstehe. Oder vielleicht auch nicht, wer weiß. Gratis quasi und pünktlich zur Wahl umarmten Politiker aller Parteien die wissen­schaftlichen Geisterbahnfahrer von morgen als kol­portierten sie das einstige ASTA-Motto:Eine Uni ­Eine Stadt. Wirkliche Verbundenheit indes will sich nicht einstellen. Vielleicht ist die Universität inzwi­schen zu selbstverständlich geworden? Selbstver­ständlich hat sie zu wenig da- und zwviel davon, selbstverständlich expandiert sie baulich und selbst­verständlich beeindruckend, selbstverständlich ist sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region, Kul­turfaktor in der Stadt, nichts Besonderes für viele Potsdamer. Ein funktionierender Betrieb eben, nicht mehr, nicht weniger. Zuviel Normalität. Ist die kürz­lich realisierte AktionPotsdam liest ein Buch nichts anderes als die schöngeisternde Profanisierung einer intellektuellen Debatte, an der es Potsdam mangelt und deren Leerstelle die Universität eigentlich mit zu besetzen hätte? Klimatisch gespro­chen: Braucht diese Stadt nicht generell mehr intel­lektuelle Hitze? Mehr geistigen Sturm? Einfach nur seine Arbeit zu machen, oft unspektakulär, nicht sel­ten zukunftsweisend, manchmal einmalig sogar wie die Shawne; es scheint nicht zu genügen, um aus Universität und Stadt ein Herz und eine Seele zu formen. Die Schöne und Reiche, ja die verkörpert geradezu das Symbiotische. Einmalig ist eben nicht gleich einmalig. Universität und Stadt müssen wei­ter ihr Glück suchen. Und sich an Shawne halten, denn die hat es schon gefunden. Immerhin.

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