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Minimalprogramme sind out
Prorektorin Prof. Dr. Gerda Haßler drängt auf modulare Gestaltung von Studiengängen
Module schaffen für die Studierenden eine gute Übersicht über das, was ihnen abverlangt wird.
Weltweit gehört die Gestaltung von Hochschulstudiengängen als ein System zeitlich aufeinander folgender oder in der Abfolge austauschbarer Module zu den wichtigsten Ansätzen zukunftsorientierter Studienformen. Diesem Trend folgt auch die Universität Potsdam, allen voran moderne Studiengänge wie Europäische Medienwissenschaften, Informatik, Polymer Science, Public Management und Regionalwissenschaften. Über Prinzipien der Gestaltung von Modulen, ihre Funktionen, ihre Vor- und Nachteile, ihre leistungsfördernden Potenzen und schließlich über den aktuellen Entwicklungsstand sprach Armin Klein mit der Prorektorin für Lehre und Studium, Prof. Dr. Gerda Haßler.
Der Begriff„Modul“ ist vielen aus der Elektrotechnik und Elektronik oder aus der Datenverarbeitung bekannt, als Schaltungseinheit aus mehreren Bauteilen oder als Untereinheit eines EDVProgrammes...
Haßler: Als Module bezeichnet man bekanntlich auch ganz allgemein austauschbare, komplexe Elemente eines Gesamtsystems. Bezogen auf das Hochschulstudium sind mit dem Begriff„das Modul“ in sich geschlossene, nach inhaltlichen Leitlinien strukturierte Baueinheiten ganzer Studiengänge zu verstehen.
Zum Beispiel?
Haßler: Nehmen wir die Europäischen Medienwissenschaften. Hier besteht der Bachelor-Studiengang aus vier Makromodulen: Theorie und Systematik der Medien, Geschichte und Analyse der Medien im Kulturvergleich, Gesellschaftli
Foto: Tribukeit
che Steuerung und Wirkung der Medien im europäischen Vergleich und Praxis der Medien. Im„Praxismodul“ beispielsweise sind verschiedene Formen der Medienarbeit vereinigt, unter anderem Programmgestaltung, Berichterstattung, Dramaturgie, Konzeptentwicklung und kritische Produktionsbeobachtung.
Ganze vier Module— ist das für einen so anspruchsvollen Studiengang nicht ein bisschen wenig?
Haßler: Ich kann nicht sagen, wie viele Module für einen Studiengang optimal sind und wie viele Vorlesungs-, Seminar- oder Praktikumseinheiten ein Modul enthalten muss. Das hängt sicher vom konkreten Studiengang ab. Mir fällt auf, dass Naturwissenschaftler beispielsweise zur Aufnahme recht vieler Einheiten in ein Modul neigen. Mir sind Fächer eben mit vier, mit zehn, ja sogar mit 30 Modulen bekannt.
Sollte es aber nicht doch ein Maß geben? Haßler: Wichtig ist, dass Module für die Studierenden überschaubar bleiben. Ich plädiere dafür, dass sie in zwei Semestern bei einem wöchentlichen Zeitaufwand von vier bis acht, maximal aber nicht mehr als zehn Stunden studierbar sein sollten. Schon ein Drei-Semester-Modul würde unnötige studienorganisatorische Probleme mit sich bringen.
Sie setzen sich bekanntlich für modularisierte Studiengänge in allen Fakultäten ein. Liegen Ihnen da einzelne Studiengänge besonders am Herzen?
Haßler: Eigentlich alle, aber an unserer traditionsreichen Lehrerbildungsstätte, an der wir uns für ein integriertes Lehramtsstudium entschieden haben, interessieren mich natürlich besonders Modularisierungsbemühungen in diesem Bereich. Wie ließe sich ein integriertes Lehramtsstudium besser realisieren als’ mit Modulen, die fachwissenschaftliche, didaktischmethodische und erziehungswissenschaftliche Einheiten in sich vereinigen?
Tut sich denn da schon etwas? Haßler: Ja, es gibt vielfältige Überlegungen. Ein
Beispiel könnte ich aus dem Institut für Germa
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