Heft 
(1.1.2019) 11
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Die Kräne drehen sich

Bautätigkeit am Campus Neues Palais

Eigentlich gleicht sich das Bild an allen vier Standorten der Universität Potsdam. Es wird abgerissen, neu gebaut, saniert. Ist dies nicht schon in vollem Gange, steht es zumindest unmittelbar bevor. Mit Unterschieden in der Schwerpunktsetzung. Während am Park Babels­berg noch Ruhe herrscht bis der allmähliche Umzug von Mitarbeitern und Studierenden in das geplante neue Hörsaal- und Seminarraumge­bäude am Griebnitzsee erfolgt und endgültig die Abrissbirne übers Gelände schwebt, herrscht an den übrigen Komplexen schon jetzt reges Treiben in Sachen Baugeschehen. Begleiterscheinungen wie Lärm und Schmutz bleiben da nicht aus. Doch die meisten der Uniangehörigen haben sich mit der Situation arrangiert.

und Studis am Neuen Palais. Hier konzen­

triert man sich derzeit vor allem auf die Innensanierung des Südcommuns, dem so genannten Haus 9, einschließlich der Umwand­lung des unmittelbar angrenzenden alten Mar­stalls in einen Teil der Bibliothek inklusive eines kleinen Neubaus in seinem Innenhof. Es ist die größte und zugleich fast letzte Baustelle in beträchtlichem Umfang am historischen Stand­ort. Gegenwärtig laufen bereits die Erdarbeiten im Innenhof. Am alten Marstall soll es dann im Frühjahr 2003 losgehen. Sorgen bereitet die Innensanierung des Communs.Die ist kompli­ziert, bestätigt auch Dr. Volker Pohl, Dezernent für Betriebstechnik, Bauangelegenheiten und

S o auch die Wissenschaftler, Angestellten

Hausverwaltung.Das müssen wir Stück für Stück machen, weil die Hörsäle gebraucht wer­den, erklärt er. In erster Linie handele es sich zunächst um den Umbau der ehemaligen Che­mie-Labore, bevor weitere Schritte kämen. Dass sich das Gebäude jedoch nach der gründlichen Innensanierung nicht hinter seinem Pendant, dem daneben befindlichen Commun, verstecken müsse, sei jedoch klar. Zumal die neue Außen­fassade schon in vollem Glanz erstrahlt. Das Haus ı1 ist im Herbst 2000 nach kompletter Überholung fertig gestellt worden und beher­bergt heute Teile der Philosophischen Fakultät und der Bibliothek.

Die Leute vom Bau arbeiten auch an den Häusern ı, 2 und 3, den dreistöckigen Häusern auf der dem Auditorium maximum gegenüber­liegenden Straßenseite. Damit hier später auch Behinderte ohne Probleme Zugang haben, kom­

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Fahrstühle, Wärmedämmung und neuen Putz erhalten die 50er Jahre Bauten am Neuen Palais.

men Fahrstühle hinzu. Zwei der Häuser erhal­ten zusätzlich eine neue Fassade. Aber nicht nur die Gebäude auf dem Uni-Komplex werden moderner und schöner. Besser sollen auch die Wege und Plätze auf dem Campus werden. So gehören die Pflasterungen um die Mensa herum genauso zumKurprogramm wie die Überho­lung der Pflasterstrecke am Hauteingang, bei deren Bewältigung in der Vergangenheit immer häufiger Gefahr für die Schuhe und Knöchel ihrer Träger bestand. Auch der Verbindungsweg zwischen den Häusern 8 und ı2 kann sich bald wieder sehen lassen. Arbeiter vom Fach bewerk­stelligen seine Ausbesserung.

Bei so viel Licht am Horizont gibt es natür­lich auch Schatten. Denn einige unschöne Pro­visorien bleiben. Gemeint ist der Container (Haus 22), aber auch die unansehnliche Baracke ihm vis-a-vis mit dem Audivisuellen Zentrum, der Technologie-Transferstelle und anderem. Dafür haben wir keinen Ersatz bedauert Pohl. Wenn Du etwas mit Bestand bauen willst, baue ein Provisorium, fügt er schmunzelnd hinzu.

Ganz glücklich ist der Uni-Dezernent auch nicht über die vorherrschende Parkplatzsitua­tion, obwohl die nach seiner Ansicht so schlecht nicht sei. Denn während etwa in Babelsberg die Gegebenheiten tatsächlich zu manchmal kurio­sem Einfallsreichtum zwingen, gibt es hier sogar ungenutzte Reserven. Immerhin besteht für alle Hochschulangehörigen im Semesterbetrieb laut Vereinbarung mit der Schlösserstiftung die Mög­

lichkeit, einen der 200 zur Verfügung gestellten kostenlosen Plätze auf dem Gesamtparkplatz am Wildpark zu nutzen. Gähnende Leere vor allem auf dem hinteren Teil des Platzes zeugt jedoch von wenig Interesse am Angebot. Da parkt man viel lieber direkt vor der Institutstür, auch wenn der Außenspiegel bei der gegebenen Fläche schon mal draufgeht oder- noch schlimmer­gerade erneuerte Rasenflächen wieder verun­staltet werden. Auch die Parkplätze an der Stra­ße, so Pohl, können die Autofahrer weiter in Anspruch nehmen.Wir selbst nehmen nur den Zaun weg und verhindern mit Pollern und Mul­den ein Vordringen auf die angrenzende Wiese, erläutert er. Die Stellflächen allerdings befänden sich nicht unter Uni-Hoheit. Sie gehören der Stadt.Ob die jemals diese Flächen zu richtigen städtischen Parkflächen herrichtet, steht momentan noch in den Sternen, wendet Pohl ein. Derzeit ist das wohl eher Zukunftsmusik angesichts des schmalen Stadtsäckles. Die Ent­scheidung dafür könnte jedoch einen bitteren Beigeschmack erhalten. Dann nämlich müssten die Uniangehörigen womöglich fürs Parken

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zahlen.

Für diejenigen, die dem Parkchaos Am Neuen Palais entfliehen und auf den öffentlichen Park­platz am Wildpark ausweichen wollen, ist die Umsetzung des Vorhabens kein Problem. Dienst- oder Studentenausweis reichen, um die Offerte in Anspruch zu nehmen.

Portal 11-12/02

Foto: Fritze