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(1.1.2019) 11
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genannt, schaffen. Hiermit verbindet sich die Idee, Verwaltungsprozesse durchgängig mit Hil­fe von Informations- und Kommunikationstech­niken abzuwickeln. Der Bürger hat dann bei­spielweise die Möglichkeit, umfangreiche Ver­waltungsleistungen direkt über das Internet, über ein Call-Cen­MW£°° ter oder über ein Yejtere Informationen Bürgerbüro in sei-; http://www.ifg.cc http://www.kommunaler-wettbewerb.de /files /800.htm

ner Gemeinde in Anspruch zu neh­men. Diese neuen Zugangswege zu Verwaltungsleistungen erfordern jedoch erhebli­che informationstechnische, organisatorische und auch juristische Änderungen in der Verwal­tung. Hier setzt das ProjekteLoGo, Electronic local government, an, indem es untersucht, wie kommunale Dienstleistungen zukünftig unter Berücksichtigung von Effizienzkriterien und Bürgerorientierung in der kreisangehörigen Kommunalverwaltung produziert und abgege­ben werden können. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Möglichkeiten und Chancen einer dezentralen Wahrnehmung von Kreisauf­gaben durch die Gemeinden gerichtet. Gemein­sam mit dem Partnerlandkreis Potsdam-Mittel­mark sind auch praktische Referenzprojekte im Bereich der Kfz-Zulassung und der Sozialdien­ste durchgeführt worden. Ergebnisse der Studie fließen darüber hinaus in ein Forschungs- und Anwendungsnetzwerk für den Bereich des eGo­vernment ein. Als Ergebnis dieser Netzwerkakti­vitäten wurde Anfang August 2002 dasInstitu­te for eGovernment an der Universität Potsdam

http://www.pots-puma.de

gegründet. Einen anderen Weg beschreitet das Forschungs­vorhabenKonkurrieren statt Privatisieren(Pro­Kon), ein von der Hans-Böckler-Stiftung geför­dertes Projekt zur Analyse der Teilnahme von Kommunen am Marktwettbewerb. Dr. Alexan­der Wegener und seine Mitarbeiter gehen davon aus, dass kommunale Dienstleistungen zuneh­mendem Anpassungsdruck ausgesetzt sind, was häufig zu vorschnellen Privatisierungen führt. Privatisierungen erfüllen jedoch nicht immer die in sie gesetzten Erwartungen.ProKon unter­sucht deshalb, welche Strategien die Kommunen entwickeln können, um sich den besonderen Anforderungen des zunehmenden Wettbewer­bes zu stellen, und mit welchen Wirkungen sie im Hinblick auf Beschäftigung, Qualität und Kosten bei der Wettbewerbsteilnahme zu rech­nen haben. Das Projekt konzentriert sich auf ein ausgewähltes Spektrum an internen Dienstleis­tungen wie etwa Gebäudereinigung, Grünflä­chenpflege oder die Bereitstellung von Informa­tionstechnik und Druckerzeugnissen.

Christoph Reichard

Portal 10/02

Moderne Studienrichtungen

Im Bereich der Lehre bietet die Universität Potsdam eine einmalige Möglich­keit der Kombination unterschiedlicher Fächer und Disziplinen, die sich mit den Problemen und Chancen eines modernen öffentlichen Sektors beschäf­tigen. Die Besonderheit besteht zum einen in einer engen Verflechtung zwi­schen Lehre, Forschung und praktischer Beratung, zum anderen in einer zumindest in Deutschland einmaligen engen Zusammenarbeit zwischen Politik- und Sozialwissenschaften auf der einen, Betriebswirtschaftslehre­und Managementlehre auf der anderen Seite unter gleichzeitiger Einbezie­hung der klassischen Volkswirtschaftslehre und der Jurisprudenz.

So ist die Universität Potsdam eine von nur zwei Universitäten in Deutsch­land, die einen grundständigen Studiengang im Bereich Verwaltungswissen­schaft mit Diplomabschluss anbietet, ein sozialwissenschaftlicher Studien­gang mit Anteilen von Management, Volkswirtschaftslehre und Jura. Gleich­zeitig gibt es daneben eine spezifische Managementorientierung mit dem Abschluss Diplom Kaufmann oder Kauffrau unter Beteiligung der gesamten Betriebswirtschaftslehre und einer entsprechenden Spezialisierung im Bereich Public Management. Möglich ist auch, einen Abschluss in Volkswirt­schaftslehre mit einer Spezialisierung im Bereich öffentlicher Sektor und Verwaltungswissenschaft zu kombinieren. Auch in der Soziologie gibt es die Möglichkeit, sich im Bereich Organisations- und Verwaltungssoziologie zu spezialisieren. Und als einzige Universität Deutschlands bietet Potsdam der­zeit einen Master of Public Management als einjährigen Aufbaustudiengang für Studierende mit Berufserfahrung(Midcareer) in englischer Sprache an. Er wird im nächsten Jahr durch einen verwandten Abschluss Master of Glo­bal Public Policy ergänzt. Red.

Rund um die Welt

Der Lehr- und Forschungsschwerpunkt VOM ist nicht nur durch eine sehr gute interdisziplinäre Zusammenarbeit und enge Kontakte zur Praxis gekennzeichnet, die Wissenschaftler sind darüber hinaus auch international vernetzt. Sie lehren und forschen an verschiedenen internationalen Institu­tionen, sind Mitherausgeber nationaler und internationaler Zeitschriften und nehmen wichtige internationale Aufgaben wahr. So ist Prof. Dr. Christoph Reichard Mitglied des Vorstands der EAPAA(European Association or Public Administration Accreditation), der europäischen Vereinigung zur Akkreditie­rung verwaltungswissenschaftlicher Studiengänge, und Prof. Dr. Werner Jann ist seit 2002 Mitglied des Committee of Experts on Public Administra­tion des Wirtschafts- und Sozialausschusses der UNO in New York. Die VOM­Professoren sind als Berater des Arbeitsbereiches Public Management (PUMAJ) der OECD in Paris tätig, arbeiten für die Weltbank in Washington D.C. oder betreuen Projekte der Gesellschaft für Technische Zusammenar­beit(GTZ) unter anderem in Äthiopien und Südamerika.

Seit dem letzten Jahr ist Prof. Dr. Werner Jann zudem Präsident der Europe­an Group of Public Administration(EGPA) mit Büro in Brüssel. EGPA ist der europäische Zweig des International Institute of Administrative Sciences (IAS), ein Zusammenschluss angesehener Verwaltungswissenschaftler und Praktiker sowie wichtiger verwaltungswissenschaftlicher Institutionen.(Sie­he dazu auch Portal vom Juli 2002) Red.

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