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Für die Mitglieder der Organisationsspitzen in öffentlichen Verwaltungen stellen sich die Fragen des Personalmanagements— wie sich etwa Motivation und Vergütung oder Leistungsstärke und kommunikative Transparenz zueinander verhalten— als komplizierter und schwer beherrschbarer Zusammenhang dar. Doch der Entscheidungsdruck ist groß: Die Qualität des Personalmanagements hat starken Einfluss darauf, ob die Mitarbeiter„ihren Betrieb“ als ein erstarrtes System wahrnehmen oder als einen vielseitigen und angenehmen Arbeitsplatz. Gegenstand mehrerer, unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Wagner durchgeführter Forschungsprojekte war daher die Frage nach den Managementkonzepten, nach der Einordnung des Personalmanagements und nach der Rolle der Personalführung in öffentlichen Organisationen, auch im Vergleich zur Privatwirtschaft.
nagement und seine Bedeutung gerne für
festliche Anlässe und für bunte Broschüren herangezogen. Wie lautet die klassische Frage: Ist der Mensch Mittelpunkt oder nur ein Mittel? Punkt!
|| n allen Organisationen wird das Personalma
Personalentwicklung, Motivation und Vergütung werden generell von allen Organisationen als wichtig angesehen. Dabei gibt es Unternehmen mit einer langjährigen Praxis in der Personalentwicklung, beispielsweise Siemens oder Unilever, wo öffentliche Verwaltungen- wahrscheinlich mit Ausnahme der Bundeswehr- noch immer einen großen konzeptionellen Nachholbedarf haben. Öffentliche Unternehmen wie Stadtwerke, Bahn oder Telekom, orientieren sich immer stärker am privaten Sektor und verfügen auch über flexiblere Instrumente als im Verwaltungsbereich. Dort dominiert nach wie vor die juristische Ausbildung des Spitzenpersonals, kombiniert mit einer starken Betonung formaler Aspekte und einer chronischen Unterschätzung der Rolle des unmittelbaren Vorgesetzten.
Einig sind sich die Experten, dass ein interessanter, vielseitiger Arbeitsplatz mit vielfältigen Mitgestaltungsmöglichkeiten Motivationsfaktor Nummer eins darstellt. Damit eng verknüpft ist eine attraktive Vergütung. Diese wird in der Regel aber immer zuerst von der internen Warte aus gesehen; der Vergleich zwischen Branchen und Regionen tritt erst an die zweite Stelle. Insofern bestehen für öffentliche Verwaltungen durchaus beachtliche Motivationschancen. Entscheidend für alle Bereiche dürfte es jedoch sein, dass genügend Klarheit herrscht über die strategischen Vorstellungen der Organisationsspitze. Hier sind Licht und Schatten sowohl bei den öffentlichen als auch bei den privaten Unternehmen festzustellen. Letzteres betrifft
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vor allem die Angst vor radikalen Veränderungen, etwa bei Fusionen und damit verbundene Entlassungen.
Komplizierte Zusammenhänge bestehen zwischen Motivation und variabler Vergütung. Leistungsstarke Mitarbeiter erwarten durchaus auch monetäre Belohnungen, die durch Prämien, aber auch durch Beförderungen oder durch Rufe zum Ausdruck kommen können. Die Erfahrungen in der Privatwirtschaft sind hier durchaus ernüchternd, wenn zu wenig Transparenz beispielsweise durch fehlerhafte Vergabesysteme oder fehlendes persönliches Feed-back vorhanden ist, kommt es zu Erstarrungstendenzen. Außerdem muss ein attraktiver Vergaberahmen für alle Betroffenen bestehen. Insofern bekommt man eine variable Vergütung nicht zum Nulltarif. In der Privatwirtschaft ist dies eine Binsenweisheit. Im Bundesbildungsministerium muss man dies erst noch lernen, wie die Regelungen zur leistungsabhängigen Vergütung von Hochschullehrern zeigen.
Insgesamt kann der Stellenwert des Personalmanagements in einer Organisation eigentlich nur zunehmen, wenn von ihr überwiegend Dienstleistungen angeboten werden. Die empirischen Daten belegen dies bis jetzt allerdings nur zum Teil. So ist es immer noch gängige Praxis, dass beispielsweise im privaten Sektor die Budgets für die Weiterbildung als erstes gekürzt werden, wenn die Umsätze zurückgehen. Im öffentlichen Sektor werden in ähnlichen Fällen innovative Personalregelungen verworfen, weil sie zu individualistisch sind. Überall kann man aber feststellen, dass eine aktive, innovative Personalleitung in der Organisationsspitze immer dann sehr einflussreich ist, wenn sie ihre Gestaltungsspielräume offensiv nutzt.
Dieter Wagner
Dieter Wagner ist Prorektor für Wissens- und Technologietransfer, Professor für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Organisa
tion und Personalwesen in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und unter anderem Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien e.V.
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Foto: Fritze