Exmatrikulierten.
Der häufigste Grund für einen Studienabbruch sind enttäuschte Erwartungen. Das ergab eine Befragung der
Mit Abstand betrachtet
Exmatrikulierte der Uni Potsdam beurteilen die Qualität von Lehre und Studium
Die Hälfte der Befragten einer Exmatrikuliertenstudie des Wintersemesters 2001/2002 verließen die Universität Potsdam ohne Abschluss in der Tasche. Rund 20 Prozent brachen das Studium nach weniger als vier Semestern ganz ab, etwa 31 Prozent wechselten durchschnittlich nach dem 3. Semester an eine andere Hochschule.
m mehr über die Gründe und Ursachen
| zu erfahren und daraus Handlungs
empfehlungen für die Uni Potsdam
abzuleiten, führte Philipp Pohlenz von der Ser
vicestelle für Lehrevaluation im Auftrag des Rektorats eine Befragung durch.
Von den insgesamt 1.023 nach dem letzten Wintersemester Exmatrikulierten beantworteten 240 Absolventen, Studienabbrecher und Hochschulwechsler die zusammengestellten Fragen. Es interessierte die Unileitung, was die Studierenden ursprünglich nach Potsdam gelockt hatte, welche Gründe gegebenenfalls für Studienabbruch und Hochschulwechsel ausschlaggebend waren, wie Qualität der Lehre und Studienbedingungen rückblickend eingeschätzt werden und wie sich die persönliche Situation der Befragten heute darstellt.
Für die Exmatrikulierten war der Studienalltag jenseits von„Massenuniversität“ das größte Plus der Uni Potsdam, und für die Abbrecher
28
Die Studie„Exmatrikulierte der Universität Potsdam im Wintersemester 2001/2002“ der Servicestelle für Lehrevaluation ist zugänglich unter http://www.uni-potsdam.de/u/evaluation/ index.htm
blieb es das auch in der Retrospektive. Die Nähe zum Heimatort stand für die Mehrheit an zweiter Stelle und die Nähe zu Berlin an der dritten. Als weitere Gründe wurden das kulturelle Umfeld von Potsdam, der gute Ruf der Universität und die Empfehlung anderer Studierender genannt.|
Die häufigsten Gründe für den Studienabbruch waren dagegen enttäuschte Erwartungen der Befragten, die sich auf das Studium und das gewählte Fach bezogen. Sie waren also vor Studienbeginn nicht ausreichend über fachliche und sonstige Anforderungen informiert. Wie auch andere Forschungen zeigen, besteht an dieser Stelle häufig eine große Informationslücke, die durch Schulen, Arbeitsämter und Universitäten in Zukunft gezielter gefüllt werden muss.
Zu den abbruchrelevanten Gründen gehörten weiterhin„allgemeine Studienbedingungen“, die an der Uni Potsdam als schlecht beurteilt wurden. Dazu zählten eine mangelnde
Foto: Fritze
Alumni
www.uni-potsdam.de/portal/dezo2/alumni
inhaltliche und zeitliche Abstimmung des Lehrangebotes sowie eine für die Befragten unzureichende Transparenz der Leistungsanforderungen. So scheint den Studierenden oft nicht klar gewesen zu sein, wie sie zu ihren Scheinen kommen! Hier zeigt sich für die Universität bereits ein Handlungsansatz.
Die gewichtigsten Gründe für einen Hochschulwechsel spiegeln dagegen eher persönliche Dispositionen wider, die von der Universität Potsdam nicht beeinflusst werden können. Eine Ausnahme bildet die Angabe„schlechter Studienbedingungen“ an der dritten Stelle, die von der Universität zumindest grundsätzlich verbessert werden könnten. Dazu gehören neben den oben erwähnten Aspekten einer besseren Abstimmung der Angebote: die Erhöhung der Beratungsleistungen in der Prüfungsvorbereitung, die regelmäßigere Information über Lernfortschritte, bedarfsgerechtere fachliche Spezialisierungsmöglichkeiten in den Fächern und die zusätzliche Vermittlung fachübergreifender Qualifikationen wie sozialer Kompetenzen. Aus Sicht der Befragten optimiert werden müssten unter anderem noch die Ausstattung mit Computerarbeitsplätzen und die Zahl der Teilnehmer pro Lehrveranstaltung, was sicherlich jeder unterschreiben würde.
Die aktuelle beziehungsweise angestrebte berufliche Situation der ehemaligen Studierenden variiert stark, je nach dem, aus welchem Grund das Studium beendet wurde. Während gut die Hälfte der Absolventen mit Studienabschluss bereits eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, ist dies bei den Studienabbrechern erst bei einem knappen Fünftel der Fall. Die Hälfte von ihnen will dagegen eine Berufsausbildung aufnehmen. Bei den ehemaligen Studierenden mit Hochschulabschluss sind es immerhin auch 18 Pro
zent. Christina Zech
StartUp 2003
Seit Anfang September dieses Jahres läuft die sechste Runde von„StartUP“. Deutschlands größter Gründungswettbewerb wird gemeinsam von den Sparkassen, McKinsey& Company, dem stern und dem ZDF veranstaltet. Am Wettbewerb 2003 kann jeder teilnehmen, der in diesem Jahr ein Unternehmen gegründet hat oder die Gründung bis zum Jahresende plant. Bewertet wird der Geschäftsplan des zu gründenden Unternehmens. Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2002. Auskünfte sind zu erhalten unter Tel.: 0331/8914018 oder unter http: //www.startup-initiative.de. Red.
Portal 11-12/02