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(1.1.2019) 11
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Landschaft und Autobahnen

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Geoökologie-Absolvent erhielt für seine Diplomarbeit gleich

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Mittlerweile ist die Autobahn A9 größtenteils drei­spurig. Doch wie viel Wald musste dafür sterben? Wie viel wertvolle Ackerfläche ging verloren? Schnell beruhigt sich unser Gewissen.

die verlangen bei erheblichen Eingriffen in ein Naturarsenal Ausgleichsmaßnah­men. Doch wie ist es um deren Qualität bestellt? Erfolgskontrollen in Zusammenhang mit Eingriffen in Natur und Landschaft Beispiel Autobahnbau, so lautet kurz gefasst das Thema der Diplomarbeit des ehemaligen Geoökologie­Studenten Daniel Hub. Der heutige wissen­schaftliche Mitarbeiter im Bereich Landschafts­planung holte sich mit diesemAbschlusswerk seines Studiums gleich zwei bedeutende Aus­zeichnungen: einen Student Award der Interna­tional Association for Landscape Ecology(IALE) für die beste Diplomarbeit auf dem Gebiet der Landschaftsökologie 2002 und den Jacob-Jacobi­Preis der Mathematisch-Naturwissenschaft­lichen Fakultät der Universität Potsdam(zusam­men mit Bianca Dittrich) für den besten Studien­abschluss.

S chließlich gibt es Naturschutzgesetze und

Daniel Hubs Diplomarbeit wurde betreut und begutachtet von Prof. Dr. Beate Jessel und Dr. Holger Rößling. Die Arbeit fand wohl deshalb so viel Aufmerksamkeit, weil es dem Verfasser gelungen ist, die ganze Kompliziertheit realer Ausgleichspraktiken für harte Eingriffe in die

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Natur kritisch unter die Lupe zu nehmen und überzeugend darzustellen.

Es war nicht nur das Studium am Institut für Geoökologie, das den Schweinfurter für seine ausgezeichnete landschaftsplanerische Arbeit motivierte. Vielmehr kam er schon mit Liebe zur Sache bei Beginn des Wintersemesters 1995/96 nach Potsdam. Er hatte nämlich seinen Zivil­dienst im Nationalpark Müritz absolviert und so frühzeitig den Blick für das Credo seiner Diplom­arbeit geschärft. Als ausgeglichen gilt ein Ein­griff in die Natur durch Infrastrukturmaßnah­men nach dem Brandenburgischen Natur­schutzgesetz erst dann,wenn nach seiner Been­digung keine erhebliche oder nachhaltige Beein­trächtigung das Naturhaushalts zurückbleibt und das Landschaftsbild landschaftsgerecht wiederhergestellt oder neu gestaltet ist. Wieder­aufforstung, Waldumbau durch Einpflanzung neuer Baumarten, Umwandlung von Ackerland in verloren gegangene Grünflächen, Wiederver­nässung bei abgesunkenem Grundwasserspie­

gel, Renaturierung von zugeschütteten Bächen,

sind unter anderem bekannte klassische Verfah­ren des Ausgleichs von Naturbeeinträchtigun­gen. Sie gelten auch heute noch. Da gibt es zunächst landschaftspflegerische Begleitplanun­gen. Mit der Qualität solcher Pläne befasste sich Daniel Hub am Beispiel eines Autobahnab­schnitts Ag. Im Ergebnis ausführlicher Boden­analysen konnte er unter anderem feststellen, dass der geplante Waldtyp den Wachstumsbedin­

Daniel Hub im Geoökologie-Labor

an der Siebmaschine für Bodenproben. /

gungen auf der Ausgleichsfläche nicht optimal, viel zu wenig differenziert angepasst war. Erfolgskontrollen durch Zählung der neu ange­pflanzten Bäume, Ermittlung der Wachstums­größen, Charakterisierung der Belaubung, Umfang das Wildverbisses und anderes bestätig­ten dann auch die kritischen Feststellungen der Planqualitätsuntersuchung.In den verschiede­nen Teilbereichen der gewählten Ausgleichsflä­che wies der Neuwald eine sehr unterschiedliche Qualität auf, mit Ausfallraten von durchschnitt­lich 69 Prozent bei Buchen und Rotbuchen beziehungsweise 28 Prozent bei Traubenei­chen, resümiert Daniel Hub.

Seine Erfolgskontrollen ermöglichen eines­teils Entwicklungsprognosen für Ausgleichsob­jekte. Wie wird es mit dem neu angelegten Wald weitergehen? Welche Baumarten werden überle­ben, welche zurückbleiben? Welche Nachfolge­maßnahmen wären sinnvoll? Die Diplomarbeit lässt auch Empfehlungen zur Überwindung heu­te bekannter Ausgleichsschwierigkeiten zu, dar­unter die Notwendigkeit bodenanalytischer Vor­untersuchungen der Ausgleichsflächen, Schutz des Neuwaldes vor Wildverbiss, Beachtung einer zeitlichen Abfolge der Anpflanzung unterschied­licher Baumarten, um das Überleben einer jeden Einzelnen zu gewährleisten.

Man kann hier nur Signale geben, aber das haut auch nicht immer hin, meint der mehrfach Ausgezeichnete bescheiden. ak

Portal 11-12/02

Foto: Fritze