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(1.1.2019) 03
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Gesellschaftspolitscher

Ansatz Die Friedrich-Ebert-Stiftung

Als gemeinnützige, private, kulturelle Institution ist die Friedrich-Ebert-Stiftung den Ideen und Grundwerten der sozialen Demokratie, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität verpflichtet.

ie 1925 als politisches Vermächtnis des DS demokratisch gewählten deut­schen Reichspräsidenten Friedrich Ebert gegründete Stiftung zählt die Förderung der poli­tischen und gesellschaftlichen Bildung aus allen Lebensbereichen im Geiste von Demokratie und Pluralismus ebenso zu ihren wichtigsten Zielen, wie jungen begabten Menschen durch Stipendien Zugang zu Studium und Forschung zu ermög­lichen sowie zur internationalen Verständigung und Zusammenarbeit beizutragen. Ein betont gesellschaftspolitischer Ansatz ist maßgebend für die Begabtenförderung. Neben der materiellen Förderung beinhaltet diese auch ein breitgefä­chertes Angebot an Themenseminaren zu ver­schiedensten Bereichen sowie studienbegleiten­de Aktivitäten. Workshops, Studienreisen und Mitwirkungsmöglichkeiten an der Arbeit der Stif­tung selbst ergänzen die Förderprogramme. Bewerbungen können nach dem Grundstu­dium, das heißt, nach dem Vordiplom oder der Zwischenprüfung, eingereicht werden. Dabei gilt das Prinzip der Selbstbewerbung. Ein Bewer­

Politische Bildung und Ausbildung: die Friedrich-Ebert-Stiftung.

bungsverfahren kann aber auch aufgrund eines Vorschlags, etwa durch einen Hochschullehrer, eingeleitet werden. Gesellschaftspolitisches Enga­gement und überdurchschnittliche Studienleis­tungen sind die Grundlagen für eine erfolgreiche Bewerbung. Eine feste Bewerbungsfrist existiert nicht. Ein Bewerbungsverfahren läuft ein halbes Jahr. In der Regel werden dort zwei voneinander unabhängige Auswahlgespräche in Deutschland notwendig. Im Frühjahr, Sommer und Herbst entscheidet dann ein Auswahlausschuss über die Anträge.

Derzeit zählt die Stiftung rund 1.700 Studie­rende und Promovenden aller Fachrichtungen aus dem In- und Ausland zu ihren Stipendiaten.

Maßgeschneidert und kostengünstig

Eine Idee oder einen Gedanken zu haben, ist nichts Ungewöhnliches. Doch daraus Tat wer­den zu lassen, bedarf Energie. Denn manchmal fehlt Zeit, Personal oder auch das nötige Geld. Studenten aus dem Institut für Arbeitslehre/ Technik ließen sich von den Unwägbarkeiten nicht abschrecken.

Sie haben die Gruppe WAT-ProPrax gebildet, die Unternehmern Gedanken abnimmt, sie auf­greift und weiter entwickelt. WAT steht für Wirt­schaft/Arbeit/Technik, das Fach, welches alle Studenten der Initiative gemeinsam studieren. ProPrax beschreibt das Ziel, einen Knotenpunkt der Praxis zwischen Wirtschaft, Universität und Schule zu bilden. Durch die Arbeit des Teams soll erleichtert werden, Projekte aus der Praxis in das Studium und in die Schulen einzubezie­

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hen. Derzeit sind die Mitglieder der Gruppe auf der Suche nach Projekten, die von ihnen bear­beitet werden können, um Einblicke in die Arbeits- und Wirtschaftswelt zu erhalten.

Durch die Fachvielseitigkeit ihres Studiums verfügen sie über Möglichkeiten, verschiedenar­tigste Projekte, die zum Beispiel das Analysie­ren, Präsentieren, Testen und Erstellen umfas­sen, bearbeiten zu können. Ein Vorteil, den die Studenten bieten, ist, dass sie durch die Integra­tion der Projekte in ihr Studium diese maßge­schneidert und kostengünstig bearbeiten kön­nen. Dabei wären nur die Materialaufwendun­gen vom Auftraggeber zu übernehmen.

So ist im Wintersemester 2002/03 ein Pro­jekt für das Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung abgeschlossen worden. Dabei

Foto: zg.

Studiosi

www.uni-potsdam.de/portal /apro3/studiosi

Mit über 7.300 Ehemaligen steht sie in regelmä­ßigem Kontakt.

Die Grundförderung für deutsche und auslän­dische Stipendiaten(bis zum ersten berufsfähi­gen Examen) beträgt höchstens 525 Euro monat­lich. Da die Stiftung ihren Stipendiaten möglichst auch einen Auslandsaufenthalt ermöglichen will, können auch Auslandsstudien- und Forschungs­aufenthalte, Sprachkurse und Praktika gefördert werden. Graduierten(Aufbaustudium oder Pro­motion) kann ein Stipendium von höchstens 920 Euro im Monat gewährt werden. Promotionen im Ausland allerdings werden nicht gefördert. Aus­ländischen Graduierten kann aber ein maximal zwölfmonatiger Forschungs- und Studienaufent­halt in Deutschland finanziert werden. Für diesen Zweck werden jährlich bis zu 40 Stipendien neu vergeben, vornehmlich an Studierende aus den Ländern Afrikas, Lateinamerikas sowie Ost- und Mitteleuropas. Die Regelförderungszeit beträgt zwei Jahre. tp

Vertrauensdozenten für Stipendiaten der Fried­rich-Ebert-Stiftung an der Universität Potsdam sind Prof. Dr. Werner Jann von der Wirtschafts­und Sozialwissenschaftlichen Fakultät(Tel.: 0331/ 977-3241), Prof. Dr. Christoph Kleßmann von der Philosophischen Fakultät(Tel.: 0331/977-1558), Prof. Dr. Hans Oswald von der Humanwissen­schaftlichen Fakultät(Tel.: 0331/977-2136) sowie Prof. Dr. Günther Rüdiger von der Mathematisch­Naturwissenschaftlichen Fakultät/Astrophysikali­sches Institut Potsdam(Tel.: 0331/ 7499512). Nähere Informationen zur Stiftung sind im Inter­net unter, http://www. friedrich-ebert-stiftung.de erhältlich.

handelte es sich um Präsentationsvarianten, die auf Messen Interessenten und Kunden angebo­ten werden könnten. Zu den Modellen, die zur Veranschaulichung entstanden, zählten ein magischer Würfel, ein multifunktionales Lineal und eine Geldröhre. Bestandteil des Projekts waren auch Fragen zur industriellen Fertigung und Kostenkalkulation.

Um das Engagement von WAT-ProPrax fort­setzen zu können, werden nun weitereungelös­te Probleme aus Betrieben benötigt.

Angela Heinig, Sebastian Raehse/WAT-ProPrax

Kontakt zur Gruppe erhalten Interessierte über

das Institut für Arbeitslehre/Technik, Tel.: 0331/977-2181.

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