Föderal und Grünen nah
Die Heinrich-Böll-Stiftung
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HEINRICH BÖLL STIFTUNG
Reichhaltiges Veranstaltungsprogramm: Die Heinrich-Böll-Stiflung.
Die den Grünen nahe stehende Heinrich-BöllStiftung existiert in ihrer jetzigen Form seit Juli 1997. Zu diesem Zeitpunkt nahm sie ihre Arbeit im Herzen Berlins, in den Hackeschen Höfen, auf. Sie ist eine föderal organisierte Bundesstiftung mit sechzehn Landesstiftungen und arbeitet in rechtlicher Selbstständigkeit sowie geistiger Offenheit. Ihre vorrangige Aufgabe ist die politische Bildung im In- und Ausland zur Förderung der demokratischen Willensbildung, des gesellschaftspolitischen Engagements und der Völkerverständigung. Dabei orientiert sie sich an den politischen Grundwerten Ökologie, Demokratie, Solidarität und Gewaltfreiheit.
as Studienwerk der Stiftung vergibt jährDie rund 80 bis 100 Stipendien für
begabte deutsche und ausländische Studierende und Promovenden aller Fachrichtungen an Universitäten und Fachhochschulen. Vorausgesetzt dabei werden nicht nur die Absolvierung des Grundstudiums, sondern auch das Engagement, zu Schwerpunkten der Stiftung zu arbeiten und sich aktiv mit den Zielen der Stiftung auseinander zu setzen, sondern auch überdurchschnittliche Leistungen gepaart mit der Bereitschaft, gesellschaftliche und politische Verantwortung zu übernehmen. Nach einer kurzen schriftlichen Bewerbung zu bestimmten Termi
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nen erfolgt eine Sichtung durch das Studienwerk. Danach werden geeignete Bewerber und Bewerberinnen zu einer ausführlichen Bewerbung aufgefordert, die auch Gutachten und Gespräche mit Vertrauensdozentinnen und -dozenten enthält. Über die Aufnahme in die Förderung, die jeweils zum ı. April oder ı. Oktober erfolgt, entscheiden unabhängige Ausschüsse. Die finanzielle Unterstützung wird in der Regel für die Dauer von durchschnittlich zwei bis drei Jahren gewährt. Aufbau-, Zusatzund Ergänzungsstudien können nur in begründeten Einzelfällen gefördert werden.
Die Stiftung bietet neben einer Sommerakademie unter anderem ein Begleitprogramm im Modulsystem mit Veranstaltungen zu fächerübergreifenden Themen, Regionalforen, Unterstützung von Auslandsaufenthalten bis zu einem Jahr, Unterstützung bei der Vermittlung von Praktika im Kontext der Stiftungsaktivitäten sowie Begegnungen mit grüner Politik. Die Vertrauensdozentin der Heinrich-Böll-Stiftung an der Universität Potsdam ist Prof. Dr. Irene Dölling an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Telefonisch zu erreichen ist sie unter 0331/977-3558 per E-Mail doelling@rz.uni-potsdam.de. Kontakt zur Stiftung ist unter Tel. 030 28534-0, info@boell.de möglich.
tp
oder
Foto: Heinrich-Böll-Stiftung
Studiosi
www.uni-potsdam.de/portal /juno3 /studiosi
Leserbrief
Mittwochs von eins bis eins Sprechzeiten scheinen so eine Sache. Werden sie eingehalten, macht das Angebot Sinn. Doch was, wenn die Türen verschlossen bleiben? Christian Linke, Student der Rechtswissenschaft, sammelte dabei unfreiwillig Erfahrungen. Mehrfach hatte er versucht, seinen Fachschaftsrat zu erreichen. An die Redaktion von Portal richtete er nun folgende Zuschrift:
Der Fachschaftsrat- Gremium von Studenten für Studenten. Man kann seinen Mitgliedern keine Vorwürfe machen, dass sie nichts für die Studenten tun. Ohne sie wäre die Bibliothek sicherlich um einige Juristische Fachbücher ärmer.
So haben sie sicher viel zu tun. Erstsemesterbroschüre, Fachschaftsfahrt, Juristenball, Statistiken, Interessenvertretung. Jede Menge Papierkram. Eine Sitzung nach der nächsten. Dafür kann keiner etwas, sie haben es ja selbst so gewollt. Aber wenn sie sich schon auf die Stirn schreiben, Studenten helfen zu wollen, müssen sie auch da sein.
Aber kein Mensch weiß, wo. Du fährst nach Potsdam, extra um die einzige Sprechzeit mittwochs zwischen 13.00 bis 16.00 Uhr zu erwischen. Denn im Vorlesungsverzeichnis steht ja, wie schwer das Jurastudium doch sei und dass der Fachschaftsrat, deine Mutter Jura, es schon richten werde. Für die ach so schwierige Hausarbeit liegen bei ihm jede Menge Musterarbeiten herum.
Semesterferien. Hausarbeit. Ehrfürchtig vor den angeblich so hohen inhaltlichen wie formellen Anforderungen an die Arbeit bist du am verzagen. Alles falsch und sieht nicht gut aus, schwirrt es dir ob der Propaganda der Juraprofessoren durch den Kopf. Aber da war doch dein Freund, der Fachschaftsrat, mit den Musterarbeiten, denkst du. Steigst in den Bus, in die S-Bahn, wieder in den Bus und schließlich in Babelsberg aus, um vor verschlossenen Türen zu stehen. Der Abgabetermin drängt, du fährst eine Woche später wieder hin, doch die fachschaftsratliche Kaffeepause dauert an. Wieder zu. Unterdessen schreibst du ungelogen viermal die gleiche Mail, man möge dir doch— getreu der Forderung im Vorlesungsverzeichnis- einen Termin geben, du kommst auch noch ein drittes Mal nach Potsdam. Nichts passiert.
Du schreibst schließlich deine Arbeit ohne Hilfe des Fachschaftsrates und bestehst sie trotzdem. Die Öff nungszeiten sind eigentlich völlig in Ordnung, denkst du. Um über den Juristenball oder den Notendurchschnitt der letzten Hausarbeit zu reden, reicht das ja völlig aus. Jeden Mittwoch von 13.00 bis 13.00 Uhr. Aber bitte Termin vereinbaren.
Christian Linke/ Student Rechtswissenschaften
Portal 5-7/03