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(1.1.2019) 05
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Föderal und Grünen nah

Die Heinrich-Böll-Stiftung

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HEINRICH BÖLL STIFTUNG

Reichhaltiges Veranstaltungsprogramm: Die Heinrich-Böll-Stiflung.

Die den Grünen nahe stehende Heinrich-Böll­Stiftung existiert in ihrer jetzigen Form seit Juli 1997. Zu diesem Zeitpunkt nahm sie ihre Arbeit im Herzen Berlins, in den Hackeschen Höfen, auf. Sie ist eine föderal organisierte Bundesstiftung mit sechzehn Landesstiftungen und arbeitet in recht­licher Selbstständigkeit sowie geistiger Offenheit. Ihre vorrangige Aufgabe ist die politische Bildung im In- und Ausland zur Förderung der demokrati­schen Willensbildung, des gesellschaftspolitischen Engagements und der Völkerverständigung. Dabei orientiert sie sich an den politischen Grundwerten Ökologie, Demokratie, Solidarität und Gewaltfrei­heit.

as Studienwerk der Stiftung vergibt jähr­Die rund 80 bis 100 Stipendien für

begabte deutsche und ausländische Stu­dierende und Promovenden aller Fachrichtungen an Universitäten und Fachhochschulen. Voraus­gesetzt dabei werden nicht nur die Absolvierung des Grundstudiums, sondern auch das Engage­ment, zu Schwerpunkten der Stiftung zu arbei­ten und sich aktiv mit den Zielen der Stiftung auseinander zu setzen, sondern auch überdurch­schnittliche Leistungen gepaart mit der Bereit­schaft, gesellschaftliche und politische Verant­wortung zu übernehmen. Nach einer kurzen schriftlichen Bewerbung zu bestimmten Termi­

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nen erfolgt eine Sichtung durch das Studien­werk. Danach werden geeignete Bewerber und Bewerberinnen zu einer ausführlichen Bewer­bung aufgefordert, die auch Gutachten und Gespräche mit Vertrauensdozentinnen und -dozenten enthält. Über die Aufnahme in die Förderung, die jeweils zum ı. April oder ı. Ok­tober erfolgt, entscheiden unabhängige Aus­schüsse. Die finanzielle Unterstützung wird in der Regel für die Dauer von durchschnittlich zwei bis drei Jahren gewährt. Aufbau-, Zusatz­und Ergänzungsstudien können nur in begrün­deten Einzelfällen gefördert werden.

Die Stiftung bietet neben einer Sommeraka­demie unter anderem ein Begleitprogramm im Modulsystem mit Veranstaltungen zu fächer­übergreifenden Themen, Regionalforen, Unter­stützung von Auslandsaufenthalten bis zu einem Jahr, Unterstützung bei der Vermittlung von Praktika im Kontext der Stiftungsaktivitäten sowie Begegnungen mit grüner Politik. Die Ver­trauensdozentin der Heinrich-Böll-Stiftung an der Universität Potsdam ist Prof. Dr. Irene Döl­ling an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft­lichen Fakultät. Telefonisch zu erreichen ist sie unter 0331/977-3558 per E-Mail doelling@rz.uni-potsdam.de. Kontakt zur Stiftung ist unter Tel. 030 28534-0, info@boell.de möglich.

tp

oder

Foto: Heinrich-Böll-Stiftung

Studiosi

www.uni-potsdam.de/portal /juno3 /studiosi

Leserbrief

Mittwochs von eins bis eins Sprechzeiten scheinen so eine Sache. Werden sie eingehalten, macht das Angebot Sinn. Doch was, wenn die Türen verschlossen bleiben? Christian Lin­ke, Student der Rechtswissenschaft, sammelte dabei unfreiwillig Erfahrungen. Mehrfach hatte er ver­sucht, seinen Fachschaftsrat zu erreichen. An die Redaktion von Portal richtete er nun folgende Zuschrift:

Der Fachschaftsrat- Gremium von Studenten für Studenten. Man kann seinen Mitgliedern keine Vor­würfe machen, dass sie nichts für die Studenten tun. Ohne sie wäre die Bibliothek sicherlich um einige Juristische Fachbücher ärmer.

So haben sie sicher viel zu tun. Erstsemesterbro­schüre, Fachschaftsfahrt, Juristenball, Statistiken, Interessenvertretung. Jede Menge Papierkram. Eine Sitzung nach der nächsten. Dafür kann keiner etwas, sie haben es ja selbst so gewollt. Aber wenn sie sich schon auf die Stirn schreiben, Studenten hel­fen zu wollen, müssen sie auch da sein.

Aber kein Mensch weiß, wo. Du fährst nach Pots­dam, extra um die einzige Sprechzeit mittwochs zwischen 13.00 bis 16.00 Uhr zu erwischen. Denn im Vorlesungsverzeichnis steht ja, wie schwer das Jurastudium doch sei und dass der Fachschaftsrat, deine Mutter Jura, es schon richten werde. Für die ach so schwierige Hausarbeit liegen bei ihm jede Menge Musterarbeiten herum.

Semesterferien. Hausarbeit. Ehrfürchtig vor den angeblich so hohen inhaltlichen wie formellen Anforderungen an die Arbeit bist du am verzagen. Alles falsch und sieht nicht gut aus, schwirrt es dir ob der Propaganda der Juraprofessoren durch den Kopf. Aber da war doch dein Freund, der Fach­schaftsrat, mit den Musterarbeiten, denkst du. Steigst in den Bus, in die S-Bahn, wieder in den Bus und schließlich in Babelsberg aus, um vor verschlos­senen Türen zu stehen. Der Abgabetermin drängt, du fährst eine Woche später wieder hin, doch die fachschaftsratliche Kaffeepause dauert an. Wieder zu. Unterdessen schreibst du ungelogen viermal die gleiche Mail, man möge dir doch getreu der For­derung im Vorlesungsverzeichnis- einen Termin geben, du kommst auch noch ein drittes Mal nach Potsdam. Nichts passiert.

Du schreibst schließlich deine Arbeit ohne Hilfe des Fachschaftsrates und bestehst sie trotzdem. Die Öff nungszeiten sind eigentlich völlig in Ordnung, denkst du. Um über den Juristenball oder den Notendurchschnitt der letzten Hausarbeit zu reden, reicht das ja völlig aus. Jeden Mittwoch von 13.00 bis 13.00 Uhr. Aber bitte Termin vereinbaren.

Christian Linke/ Student Rechtswissenschaften

Portal 5-7/03