Studiosi
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Folgen übersehen?
Der Solidaritätsgedanke ist in Frage gestellt
Dem Studentenwerk Potsdam wurden Kürzungen der Landeszuschüsse in Höhe von 470 000 Euro im Jahr 2003 auferlegt, und dies wird in den nächsten Jahren bis zur Halbierung der bisherigen Zuwendung(3,1 Millionen Euro) auch so weitergehen. Das Studentenwerk musste aus diesem Grund reagieren. Beabsichtigt war die Erhöhung der Semesterbeiträge, so die Leiterin des Studentenwerks Potsdam, Karin Bänsch. Dazu muss man wissen, dass die derzeit geltenden 25 Euro im Land Brandenburg bundesweit unter dem Durchschnitt liegen.
er Verwaltungsrat des Studentenwerks D Potsdam hatte in seiner Sitzung am 8.
April 2003 schon die Erhöhung der Semesterbeiträge ab kommendem Wintersemester um 15 Euro auf 40 Euro je Semester mit sieben Ja-Stimmen und drei Nein-Stimmen beschlossen. Die studentischen Verwaltungsratsmitglieder der Universität Potsdam zweifelten jedoch im Nachhinein die Rechtswirksamkeit des Beschlusses an. Hintergrund: Entgegen der Auffassung des Studentenwerkes gingen sie entsprechend der Studentenwerksverordnung von zwei Dritteln der Stimmen aller Verwaltungsratsmitglieder aus. Der Beschluss hätte somit, so ihre Auffassung, nur mit acht Ja-Stimmen gefasst werden können. Das Studentenwerk ist dagegen von zwei Dritteln der anwesenden Mitgliederstimmen ausgegangen, da es den Paragraphen in seinem Kontext anders interpretierte.
Information des Studierendensekretariates Um die Zahlung des erhöhten Studentenwerksbeitrages wird gebeten. Dazu ist dringend erforderlich, den zugesandten Überweisungsträger/ Zahlschein zu benutzen. Bedingt durch die automatische Bankverbindung, kann nur so die ordnungsgemäße Verbuchung auf dem persönlichen Konto erfolgen. Bei Benutzung eigenhändig ausgestellter Überweisungsträger mit anderen Summen wäre es rechentechnisch nicht möglich, die Daten fristgemäß zu verarbeiten. Die Studienunterlagen für das kommende Semester könnten nicht vor Semesterbeginn zugestellt werden. Das zuviel entrichtete Geld erhalten alle Studierenden zurück, ohne die überhöhte Zahlung unter Vorbehalt vornehmen oder gesonderte Zahlungsnachweise erbringen zu müssen.
Dr. Hannelore Leuendorf/Studierendensekretariat
Portal 5-7/03
Foto: Fritze
Essen in der Mensa: Künftig teurer.
Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur schloss sich der Auffassung der Studierenden an. In der Verwaltungsratssitzung am 2. Juni erfolgte deshalb eine erneute Beschlussfassung zur Beitragsordnung. Das Ergebnis der Abstimmung fiel wiederum mit sieben Ja-Stimmen und drei Nein- Stimmen aus, so dass der vorgelegte Beschluss zur Erhöhung der Semesterbeiträge abgelehnt ist.
Mit der Entscheidung, die Semesterbeiträge nicht anzupassen, wird der ursprüngliche Solidaritätsgedanke der Studentenwerke- alle Studierende zahlen Beiträge, um soziale Leistungen möglich zu machen— in Frage gestellt.
Ein Teil der Studierenden ist auf spezielle soziale Dienstleistungen angewiesen, wie etwa auf die Sozialberatung, psychotherapeutische Beratung, auf Freitische, einmalige Beihilfen sowie die Jobvermittlung und Kinderbetreuung oder die Zuwendungen für kulturelle Projekte.
Durch diese Entscheidung ist das Studentenwerk nun gezwungen, die Kürzung für das Haus
haltsjahr 2003 in Höhe von 470.000 Euro durch kurzfristige Preiserhöhungen in Mensen und Cafeterien sowie durch Leistungseinschränkungen für Studierende im sozialen Bereich abzufangen.
Seit dem 10. Juni ist die Abendversorgung in den Mensen Am Neuen Palais und in Griebnitzsee eingestellt. Die Preise in Mensen und Cafeterien erhöhen sich nicht erst zum Wintersemester, sondern bereits ab o1. Juli 2003. Ab sofort erfolgen keine Zuwendungen für kulturelle Projekte, Freitische und Beihilfen.
Aus verwaltungstechnischen Gründen bittet das Studentenwerk die Studierenden der Universität Potsdam, die ausgewiesene Summe auf den Überweisungsträger für die Rückmeldung zu zahlen. Auf dem Postweg erfolgt dann die Rückerstattung des überzahlten Betrages in Höhe von 15 Euro mit einem Verrechnungsscheck. Karin Bänsch Geschäftsführerin Studentenwerk Potsdam
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