Heft 
(1.1.2019) 05
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Studiosi

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Folgen übersehen?

Der Solidaritätsgedanke ist in Frage gestellt

Dem Studentenwerk Potsdam wurden Kürzun­gen der Landeszuschüsse in Höhe von 470 000 Euro im Jahr 2003 auferlegt, und dies wird in den nächsten Jahren bis zur Halbierung der bis­herigen Zuwendung(3,1 Millionen Euro) auch so weitergehen. Das Studentenwerk musste aus die­sem Grund reagieren. Beabsichtigt war die Erhö­hung der Semesterbeiträge, so die Leiterin des Studentenwerks Potsdam, Karin Bänsch. Dazu muss man wissen, dass die derzeit geltenden 25 Euro im Land Brandenburg bundesweit unter dem Durchschnitt liegen.

er Verwaltungsrat des Studentenwerks D Potsdam hatte in seiner Sitzung am 8.

April 2003 schon die Erhöhung der Semesterbeiträge ab kommendem Wintersemes­ter um 15 Euro auf 40 Euro je Semester mit sie­ben Ja-Stimmen und drei Nein-Stimmen beschlossen. Die studentischen Verwaltungsrats­mitglieder der Universität Potsdam zweifelten jedoch im Nachhinein die Rechtswirksamkeit des Beschlusses an. Hintergrund: Entgegen der Auffassung des Studentenwerkes gingen sie ent­sprechend der Studentenwerksverordnung von zwei Dritteln der Stimmen aller Verwaltungsrats­mitglieder aus. Der Beschluss hätte somit, so ihre Auffassung, nur mit acht Ja-Stimmen gefasst werden können. Das Studentenwerk ist dagegen von zwei Dritteln der anwesenden Mit­gliederstimmen ausgegangen, da es den Paragra­phen in seinem Kontext anders interpretierte.

Information des Studierendensekretariates Um die Zahlung des erhöhten Studentenwerks­beitrages wird gebeten. Dazu ist dringend erfor­derlich, den zugesandten Überweisungsträger/ Zahlschein zu benutzen. Bedingt durch die auto­matische Bankverbindung, kann nur so die ord­nungsgemäße Verbuchung auf dem persönlichen Konto erfolgen. Bei Benutzung eigenhändig aus­gestellter Überweisungsträger mit anderen Sum­men wäre es rechentechnisch nicht möglich, die Daten fristgemäß zu verarbeiten. Die Studien­unterlagen für das kommende Semester könnten nicht vor Semesterbeginn zugestellt werden. Das zuviel entrichtete Geld erhalten alle Studierenden zurück, ohne die überhöhte Zahlung unter Vorbe­halt vornehmen oder gesonderte Zahlungsnach­weise erbringen zu müssen.

Dr. Hannelore Leuendorf/Studierendensekretariat

Portal 5-7/03

Foto: Fritze

Essen in der Mensa: Künftig teurer.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur schloss sich der Auffassung der Stu­dierenden an. In der Verwaltungsratssitzung am 2. Juni erfolgte deshalb eine erneute Beschluss­fassung zur Beitragsordnung. Das Ergebnis der Abstimmung fiel wiederum mit sieben Ja-Stim­men und drei Nein- Stimmen aus, so dass der vorgelegte Beschluss zur Erhöhung der Semes­terbeiträge abgelehnt ist.

Mit der Entscheidung, die Semesterbeiträge nicht anzupassen, wird der ursprüngliche Solida­ritätsgedanke der Studentenwerke- alle Studie­rende zahlen Beiträge, um soziale Leistungen möglich zu machen in Frage gestellt.

Ein Teil der Studierenden ist auf spezielle sozi­ale Dienstleistungen angewiesen, wie etwa auf die Sozialberatung, psychotherapeutische Bera­tung, auf Freitische, einmalige Beihilfen sowie die Jobvermittlung und Kinderbetreuung oder die Zuwendungen für kulturelle Projekte.

Durch diese Entscheidung ist das Studenten­werk nun gezwungen, die Kürzung für das Haus­

haltsjahr 2003 in Höhe von 470.000 Euro durch kurzfristige Preiserhöhungen in Mensen und Cafeterien sowie durch Leistungseinschränkun­gen für Studierende im sozialen Bereich abzufan­gen.

Seit dem 10. Juni ist die Abendversorgung in den Mensen Am Neuen Palais und in Griebnitz­see eingestellt. Die Preise in Mensen und Cafete­rien erhöhen sich nicht erst zum Wintersemes­ter, sondern bereits ab o1. Juli 2003. Ab sofort erfolgen keine Zuwendungen für kulturelle Pro­jekte, Freitische und Beihilfen.

Aus verwaltungstechnischen Gründen bittet das Studentenwerk die Studierenden der Universität Potsdam, die ausgewiesene Summe auf den Überweisungsträger für die Rückmeldung zu zahlen. Auf dem Postweg erfolgt dann die Rück­erstattung des überzahlten Betrages in Höhe von 15 Euro mit einem Verrechnungsscheck. Karin Bänsch Geschäftsführerin Studentenwerk Potsdam

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